Dr. Nina Böhm - Die Verwaltung muss mehr experimentieren #93
Shownotes
Premieren-Alarm! Heute spreche ich zum ersten Mal seit Beginn des Podcasts über die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung. Dafür habe ich mich mit Dr. Nina Böhm von der Stadt München getroffen. Nina ist die Digitalisierungsstrategin der Stadt und gemeinsam sind wir in die aktuelle Situation der Verwaltung eingetaucht – ein Bereich, der in der Öffentlichkeit beim Thema Digitalisierung oft kein allzu gutes Image hat.
Im Gespräch hat mir Nina die Herausforderungen erklärt, mit denen sie konfrontiert ist – Stichworte: Gesetze, Organisation, Politik, Bias der KI und vieles mehr. Sie verrät, warum sie sich mehr Start-up-Mindset in der Stadtverwaltung wünscht und wie KI in Zukunft das Angebot für Bürger verbessern und Verwaltungsmitarbeiter entlasten könnte.
Ein spannendes Gespräch mit vielen neuen Einblicken – ich wünsche euch viel Spaß beim Zuhören!
Mein Gast:
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Über mich:
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00:00:02: Was eigentlich das Hauptproblem ist, sind die Rohre im Keller.
00:00:05: Die sind undicht.
00:00:06: Und das müssen wir auch irgendwie hinkriegen.
00:00:07: wir die ganze Digitalisierungsarbeit, die hätte die letzten 10, 20 Jahre passieren müssen gerade nochmal, versuchen ad hoc aufzuräumen und mit Pflastern diese Rohre zuzukleben,
00:00:17: anstatt einmal zu sagen, wie muss das Rundfrüst aussehen, eben nach oben wachsen zu können.
00:00:29: Herzlich willkommen zu Business Unplugged, dem Treffpunkt für Tradition und Zukunft.
00:00:34: Mein Name ist Johannes Pohl und ich spreche mit Unternehmerinnen, Gründerinnen und stillen Heldinnen des Business Alltags, die unsere digitale Zukunft formen.
00:00:43: Business Unplugged ist die Bühne für Visionäre der Digitalisierung und soll Brücken zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen bauen.
00:00:51: Hier erhältst du wertvolle Impulse und Inspiration.
00:00:55: Premiere-Alarm denn heute spreche ich zum ersten Mal seit Beginn des Podcasts über die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung.
00:01:04: Hierzu habe ich mich mit Dr.
00:01:05: Nina Böhm von der Stadt München getroffen.
00:01:08: Nina ist die Digitalisierungsstrategie in der Stadt und ist mit mir in die aktuelle Situation der Verwaltung eingetaucht, die in der Öffentlichkeit, wenn es das Thema
00:01:17: Digitalisierung geht, ja eher ein schlechtes Image hat.
00:01:22: Im Gespräch
00:01:22: hat mir Nina die Probleme, denen sie gegenüber schlägt, erklärt.
00:01:25: sage nur Gesetze, Organisation, Politik bei uns der KI.
00:01:30: Warum sie sich mehr Start-up-Mindset bei der Stadt wünscht und wie KI zukünftig das Angebot für die Bürger verbessern und die VerwaltungsmitarbeiterInnen entlasten soll.
00:01:40: Es war ein tolles Gespräch mit vielen neuen Einblicken, bei dem ich euch jetzt viel Spaß wünsche.
00:01:45: Liebe Nina, hallo und servus zu Business unplugged und herzlichen Dank für die Einladung hier in die
00:01:52: Heiligen Digitalisierungshallen der Stadt München in der Agnes...
00:01:57: Wie heißt ist die Straße?
00:01:57: Agnes Pockl...
00:01:58: Pockl...
00:01:59: Bogen...
00:02:00: Bogen...
00:02:00: Agnes Pockl...
00:02:01: Bogen...
00:02:02: Genau, 33.
00:02:03: Herzlichen Dank für die Einladung.
00:02:05: Johannes, schön, dass du da bist.
00:02:07: Ja, Nina, unsere Wege in der Ausbildung haben sich ein wenig überschnitten.
00:02:12: Damit meine ich nicht fachlich, sondern zeitlich.
00:02:16: Denn das erste Jahr deiner Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU München war mein letztes.
00:02:21: Du bist nämlich im Gegensatz zu mir eigentlich Wirtschaftsinformatikerin und hast bei Professor Kretschmer promoviert.
00:02:28: By the way, es hat mich doch ein wenig Zeit gekostet das herauszufinden, dass du bei ihm promoviert hast.
00:02:34: Aber ja, wie soll ich sagen, investigativen Gene oder Stalker-Gene, kannst es dir aussuchen.
00:02:39: Haben ich nicht losgelassen, haben wir gesagt, das muss ich jetzt rausfinden.
00:02:44: Aber genug über die Recherchearbeit, lass lieber mal wieder zu dir kommen.
00:02:48: hast nämlich nach deiner Promotion bist du zu Audi gegangen und hast da im Bereich Digital Business Solutions gearbeitet.
00:02:56: aber 2021 der Automobilbranche den Rücken gekehrt und bist, so hast du es mal im Interview gesagt, dann dort hingegangen, wo du dich und deine Fähigkeiten so einbringen kannst,
00:03:10: Mehrwert zu stiften, nämlich zur Stadt.
00:03:13: München und für die du aktuell auch als Digitalisierungsstrategien arbeitest.
00:03:21: Bevor wir zu den AB Fragen kommen, die ich ja allen stelle, noch eine schnelle Frage vorab.
00:03:28: Was war dein Rekord bei der Parabelrutsche im Informatigebäude?
00:03:32: Wie weit bist du bis zum Ende gekommen?
00:03:34: Das ist eine sehr gute Frage.
00:03:36: Ich wusste jetzt nicht, dass du mit der startest.
00:03:39: Das gab es ja gar nicht so in Metern.
00:03:40: Da war ja so einfach dann
00:03:42: Das war ja dann Wurzel, Pi oder sowas stand dann immer als Ergebnis hinten dran.
00:03:46: Das kann ich dir nicht mehr sagen, weiß ich nicht.
00:03:48: Können wir mal beim nächsten Meeting, lass uns mal ein Wettrutschen machen?
00:03:51: Ja, gerne.
00:03:52: Das hätten wir heute auch schon machen können.
00:03:54: Also kann ich das, das ist bestimmt super weit.
00:03:57: Wie zum Ende.
00:04:00: Sehr gut.
00:04:02: Können wir das tatsächlich machen?
00:04:03: Ich muss eh auch wieder mal raus nach Garching.
00:04:05: Dann könnten wir uns da treffen und das machen.
00:04:08: Super, dann starten wir mit den AB-Fragen.
00:04:11: Du bist bereit, du weißt wie es funktioniert?
00:04:13: Sehr gut.
00:04:14: Bildung online oder offline?
00:04:16: Online.
00:04:18: Automatisierte oder menschliche Entscheidungsfindung?
00:04:21: Menschliche.
00:04:22: Stärkere Regulierung oder mehr Freiheiten für Unternehmen?
00:04:26: Mehr Freiheiten.
00:04:27: Vollkommener Schutz persönlicher Daten oder weniger Datenschutz zur Wahrung der Sicherheit und des Wohls der Allgemeinheit?
00:04:35: B.
00:04:35: Ich weiß es.
00:04:39: Lange Frage.
00:04:40: Und last but not least, Web-Meetings oder persönliche Treffen?
00:04:43: Persönliche Treffen.
00:04:45: Warum online Bildung?
00:04:47: Weil ich merke, wir immer davon ausgehen, dass alle Menschen Zugang zu Räumlichkeiten haben und so was und das ist manchmal nicht gegeben.
00:04:54: Ich sehe es auch selber bei mir, so Weiterbildungsmaßnahmen.
00:04:57: Das ist alles immer nicht so vereinbar, wenn man irgendwo hinkommen muss.
00:05:00: Da ist man eher gewillt, etwas nicht zu tun, wenn es
00:05:03: Online zur Verfügung steht, bin ich zwar auch nicht immer die Erste, die es direkt macht, aber ich habe wenigstens die Möglichkeit, mal zwischen Terminen und am Abend und sonst was
00:05:11: zu machen, also deswegen online.
00:05:13: Okay, dann hast gesagt menschliche Entscheidungsfindung?
00:05:16: Ja, ich bin immer 1000 % für Automatisierung und auch KI, da reden wir ja wahrscheinlich auch noch drüber, aber am Schluss die Entscheidung obliegt immer noch den Menschen.
00:05:25: Ich kann Automatisierung nutzen, dafür diese Entscheidung vorzubereiten, aber am Schluss sollte immer noch der Mensch einmal drüber gucken.
00:05:30: Human in the Loop.
00:05:31: Human in the Loop.
00:05:32: Freiheiten für Unternehmen, du auch dich dafür entschieden?
00:05:36: Ja, ich gehe einfach zwischen uns gerade zu Tode regulieren.
00:05:40: In ganz ganz vielen Bereichen.
00:05:41: Ich bin bei der Stadt, ich weiß wovon ich spreche.
00:05:44: Deswegen finde ich, dass wir oft einfach mal vielleicht auch den Anwendern die Entscheidung überlassen sollten, bin ich bereit irgendwelche Daten zur Verfügung zu
00:05:52: stellen oder sowas und nicht immer gleich regulatorisch sagen, das ist böse, auf keinen Fall, sondern da einfach mal ein bisschen mehr ins Ausprobieren kommen.
00:05:59: Und dann hast auch gesagt,
00:06:01: Weniger Datenschutz zur Wahrung, sichert und das Wohl der Allgemeinheit.
00:06:05: Ich wiederhole das nochmal, weil es so ein langer Satz ist.
00:06:08: Also B.
00:06:10: Du sagst auch, das Wohl der Allgemeinheit hat Vorrang vor dem Datenschutz.
00:06:14: Ja, ich habe in meinem Kopf, also ich habe deine Podcasts ja auch schon angehört und bei der Frage kam mir immer auf der Wiesn ein Kind geht verschwunden.
00:06:21: Ich glaube jeder würde sagen, scan mein Gesicht, herauszufinden, wo dieses Kind ist.
00:06:25: Also für solche Anwendungsfälle wusste ich
00:06:28: Kindwohlgefährdung oder sonst was finde ich immer, da sollte man über seinen Schatten springen und da ein bisschen offener sein.
00:06:36: Und last but not least, persönliche Treffen.
00:06:39: also wenn möglich immer persönlich, wenn nicht möglich dann auch gerne über, haben Webbags.
00:06:45: Aber auch über andere Möglichkeiten, genau.
00:06:48: Habe ich auch kennengelernt, die Webbags.
00:06:50: Schrecklich, oder?
00:06:53: Ja, Nina, du hast ja den Wechsel von der Wirtschaft, du hast es ein paar Mal schon erwähnt, in die öffentliche Verwaltung vollzogen.
00:07:00: Gibt es etwas, das du aus der Wirtschaft vermisst oder wo du denkst, dass die öffentliche Verwaltung vielleicht auch mehr von der Privatwirtschaft noch lernen könnte?
00:07:08: Das ist jetzt total ketzerisch, aber ein bisschen mehr Entspanntheit.
00:07:12: Das ist genau das, was ich jetzt nicht erwartet hätte, soll ich sagen.
00:07:15: Aber in meinen Jahren in der Wirtschaft habe ich gemerkt, dass alles geht häufig etwas
00:07:23: entspannter und gelassener zu, weil einfach weniger Druck herrscht.
00:07:25: Also so war das zumindest in meiner Zeit.
00:07:27: Das ist auch schon wieder vier Jahre her.
00:07:29: Und hier sind wir gerade in der aktuellen Situation bei der Stadt so unter Anspannung in der momentanen Haushaltslage.
00:07:37: Dann kriegt auch jeder mit.
00:07:38: Die Politik ist momentan schwer nachvollziehbar, was da passiert.
00:07:44: dieser Druck lastet bei uns als Angestellte bei der Stadt.
00:07:48: Also ich finde momentan, müssen vielleicht mal manchmal bisschen mehr Zeit zum Durchatmen haben und nochmal zum Reflektieren.
00:07:52: weil wir schon sehr momentan getrieben sind von Zeitpolitik.
00:07:57: Und das merke ich, dass das manchmal in der Wirtschaft irgendwie, weiß ich nicht, andere Prozesse, andere Grundgedanken, die da dahinter liegen.
00:08:05: Und das fehlt uns hier so bisschen.
00:08:08: Es ist vielleicht auch so ein Mindset-Thema.
00:08:11: Aber ich merke auch, dass in der Wirtschaft häufiger Fehler gemacht werden dürfen, bei uns bei der Stadt nicht.
00:08:18: Weil alles, was wir an Fehlern tun, heißt es immer Steuergeldverschwendung und...
00:08:22: Das fehlt uns hier auch so bisschen, Denken.
00:08:26: Okay.
00:08:27: Vielleicht für alle, die sich jetzt wundern, politisch angespannte Lage.
00:08:31: Wir nehmen jetzt auch zwei Wochen, circa vor der Bundestagswahl, 25 Jahre auf.
00:08:36: Und der Podcast selber wird danach ausgestrahlt, aber ich bin mir sicher, die Lage wird sich bestrehen.
00:08:41: Ich würde sagen, wenn wir das anhören, wenn wir sagen, Gott, was wir damals geredet haben, das war noch vor.
00:08:49: Wenn ich das jetzt auch richtig verstehe, das Thema mehr Gelassenheit, ist das auch hinsichtlich der Innovationsprozesse und auch in Entscheidungswege in der
00:08:58: Privatwirtschaft, dass das da gelassene abgeht oder?
00:09:02: Ich glaube einfach durch die Grundvoraussetzung, dass Unternehmen in der Wirtschaft eben einfach gewinnorientiert sind und die sagen, wir müssen innovativ sein, wir müssen am
00:09:10: Markt bestehen bleiben, deswegen müssen wir alle Potenziale, die es da draußen gibt, irgendwie ausprobieren, erschöpfen und das ist ja bei uns nicht so.
00:09:17: Also wir müssen ja potenziell gar keine Innovation machen, weil wir sind ja auch nicht gewinnorientiert.
00:09:23: Ob du jetzt auf irgendwelche Prozesse als Bürger zwei Wochen wartest oder zwei Monate unterm Strich, ist ja eigentlich irrelevant.
00:09:28: Und deswegen die Potenziale hier etwas schneller, besser, einfacher zu machen, sind nicht immer so offensichtlich.
00:09:35: Es ist eher dann immer die Aussage, das funktioniert doch, wieso sollten wir es denn ändern?
00:09:39: Und da in diesen Gedankengang mal reinzukommen,
00:09:42: Dinge auszuprobieren, auch Geld für sowas zur Verfügung zu stellen.
00:09:45: Weil, ich gerade schon gesagt habe, wir müssen ja wirklich alles ausweisen, was wir verwenden, weil wir einfach den Nachweis, sind Steuergelder, bringen müssen.
00:09:52: Und wenn wir dann sagen, naja, wir haben hier mal für 50.000 Euro Blödsinn gemacht, dann sagt jeder, äh, Entschuldigung, Kitas werden geschlossen, weil wir die Erzieher schlecht
00:10:02: bezahlen und ihr probiert da für 50.000 Euro was aus.
00:10:04: Also das ist so bisschen diese...
00:10:06: Das Paradoxon, das wir hier so haben, wo wir aber auch als Digitalisierungsstrategieabteilung versuchen, da mehr in Richtung Innovationsmanagement,
00:10:15: vielleicht auch mal auf der grünen Wiese wieder was auszuprobieren, mal bisschen denken wollen.
00:10:20: Dann lass uns doch gleich, du hast schon die Brücke gebaut, zu deinem Job gehen als Digitalisierungsstrategin.
00:10:25: Was ist denn deine Aufgabe hier an der Stadt als Digitalisierungsstrategin?
00:10:29: Also grundsätzlich bin ich eigentlich damit beauftragt, Thema Digitalisierung an der Landeshauptstadt München voranzutreiben.
00:10:35: Das hat mehrere Hebel, sag ich mal.
00:10:37: Wir haben die Digitalisierungsstrategie, die du bestimmt gelesen hast.
00:10:41: Natürlich.
00:10:42: Natürlich.
00:10:42: Wir haben super hohe Klickraten.
00:10:45: Nein.
00:10:46: Also wir schreiben die Digitalisierungsstrategie.
00:10:48: Auch das ist was, das liegt mir so schwer im Magen.
00:10:50: würde gerne, dass gerade so was betrifft jeden der Landeshauptstadt München.
00:10:55: Aber keiner kennt es.
00:10:55: Das liegt vielleicht auch bisschen an der Kommunikation von uns.
00:10:58: Aber wir wollen da einfach dieses Thema stärker voranbringen.
00:11:01: Also Digitalisierung, was bedeutet das für den Bürger, für die Bürgerin?
00:11:04: Was bedeutet das aber für jedes Referat in der Landeshauptstadt München?
00:11:07: Da vielleicht zur Info vor alle Zuhörer, die Landeshauptstadt München hat 15 Referate und 6 Eigenbetriebe.
00:11:12: Das ist unheimlich viel.
00:11:13: Also wir machen ja von Abfallwirtschaft über, was ich gerade gesagt habe, zu Kita-Themen.
00:11:18: Also Referat für Bildung und Sport liegt bei uns.
00:11:21: Bei uns liegt aber auch das ganze Thema die Stadtbibliotheken.
00:11:24: Also das ist so, so viel, was wir hier machen.
00:11:26: Und meine Aufgabe ist es eben genau diese Referate zu betreuen, wenn es das Thema Digitalisierung geht.
00:11:32: Da bin ich Ansprechpartnerin für.
00:11:34: Weil du gerade gesagt hast, ihr habt eine Digitalisierungstrategie und so weiter und so fort und definiert.
00:11:40: Habt ihr die für fünf bis zehn Jahre definiert, so wie Strategien sind oder sagt ihr, ne, das sind kürzer auch aufgrund dessen, was gerade abgeht technologisch?
00:11:47: Total.
00:11:48: Also wir haben 2019, da war ich noch nicht mal hier, da wurde der erste Wurf geschrieben und auf Basis von diesem Wurf gab es jährliche Fortschreibungen.
00:11:55: Also wir schreiben uns schon auf die Fahne, dass wir da dran sind.
00:11:57: Das ist kein...
00:11:59: Dokument, das wir drucken und nicht in den Schrank stellen wie so eine Enzyklopädie, sondern das ist ein lebendes Dokument.
00:12:04: wir haben jetzt für 2025 eine kleine Fortschreibung gemacht und starten jetzt schon oder sind schon mittendrin für die Fortschreibung 2026 und die soll wirklich größer werden und
00:12:13: verändernder aufgrund der veränderten Technologien, aufgrund der Haushaltslage auch in München müssen wir einfach sagen, dass was wir bis jetzt geplant und geschrieben haben ist
00:12:21: einfach, sich schon wieder selber überholt.
00:12:23: Kannst du mir etwas verraten, welche Richtung es geht mit?
00:12:26: Ja, also es geht auch ein bisschen darum,
00:12:28: Diese Megatrends, wir sind als Bundesratstadt München oder ich glaube fast jede Kommune oder jede Stadt, ich meine da erzähle ich nichts Neues, wir sind einfach immer hinter der
00:12:35: Welle.
00:12:35: Es ist jetzt nicht so, dass du sagst, wow die Städte sind immer die großen Tech-Bereiche, die uns zeigen, wie wirklich geht und das ist mal unser Anspruch zu sagen, was sind denn
00:12:44: so Megatrends, auf die wir jetzt in Aufmerksamkeit lenken müssen, die wir auch einplanen müssen und da wäre so ein Anspruch mit der neuen Digitalisierungsstrategie da mal auf die
00:12:55: Welle zu kommen.
00:12:55: Vielleicht nicht vor die Welle.
00:12:57: Aber mal auf die Welle, also so Themen mal stärker zu fokussieren.
00:13:01: Dann gehen wir doch mal zur Stadt München.
00:13:04: seid's, ihr, oder die Stadt München ist im Smart City Index der Bitkom an Hamburg vorbeigezogen, auf Platz eins jetzt.
00:13:15: Man merkt die Freude.
00:13:18: Liebe Grüße nach Hamburg.
00:13:21: Kannst du die Zuhörerinnen mal versuchen mitzunehmen hinsichtlich
00:13:26: Wo München steht hinsichtlich Reifegrad oder hinsichtlich Digitalisierung der Stadt?
00:13:33: Wo ist München stark?
00:13:34: Wo ist Aufholbedarf?
00:13:37: Kann man das irgendwie einordnen in den Gesamtkontext?
00:13:40: Digitalisierung?
00:13:41: Ja, wobei ich da gleich ein Vorthema mit schicken möchte.
00:13:48: Die Frage ist immer im Vergleich zu wem.
00:13:50: Im Vergleich zu anderen Kommunen sind sie echt gut.
00:13:53: Im Vergleich zur Wirtschaft sind sie echt schlecht.
00:13:55: Also das ist so bisschen, was ich sehe ist, wir reden viel darüber, dass man jetzt im kranen Verwaltungsreferat, wenn man seinen Personalausweis beantragen möchte, online einen
00:14:04: Termin buchen kann.
00:14:06: Das ist ja total nice im Vergleich zu anderen Städten, wo du noch ein Nummerchen ziehen musst und den halben Tag freinimmst.
00:14:11: Aber im Vergleich zu Amazon, wo ich mit einem Klick irgendwas bestelle und mich danach nicht mehr interessiert, was passiert, weil ich permanent Push-Nachrichten kriege, ist es
00:14:18: wieder schlecht.
00:14:19: Also ich glaube, wir sind schon sehr weit als Kommune uns mit diesen ganzen Themen auseinanderzusetzen.
00:14:24: Wir haben halt einfach Player wie die TU München, die LMU hier ums Eck.
00:14:28: Wir haben viele Austauschmöglichkeiten, gerade was das Thema Technologie betrifft.
00:14:34: Deswegen sind wir schon sehr weit bei den Themen.
00:14:37: Aber es gibt halt einen unheimlich viel Nachholbedarf bei den Themen.
00:14:42: Zu Grundfragen, die immer kommen, ist, warum muss ich als Bürger denn dauernd meine Daten nochmal eintippen?
00:14:45: Also das ist was, wo ich sagen würde, super schlecht noch, weil Digitalisierung genau für so was ja eigentlich da ist.
00:14:51: Once-only Prinzip.
00:14:52: Also ich muss einmal meine Daten abgeben.
00:14:54: Und dann kann ich die wiederverwenden.
00:14:56: ich weiß nicht, wie es bei dir ist, wenn ich mich irgendwo auf einem privaten Bereich natürlich auf einer Website einlogge oder einen Account aufmache, nehme ich immer mein
00:15:04: Google.
00:15:06: Ich nicht.
00:15:06: Also ich schon, weil es für mich ein Klick ist und ich habe alles drin und denke mir wow cool, ich muss nicht wieder raussuchen, welche E-Mail-Adresse habe ich benutzt, mein
00:15:13: Passwort.
00:15:14: Und das ist so ein Anspruch, den hat einfach die junge Generation, die da nach uns kommt.
00:15:19: Für die ist das total normal und für uns ist...
00:15:22: hat wie gesagt noch cool, wir jetzt online einen Termin buchen können.
00:15:24: Und da müssen wir glaube ich bisschen, ja ist das cool, aber da ist noch ganz ganz viel Puffer nach oben.
00:15:30: Weil du gerade gesagt hast Kommunen und du bist für die Digitalisierungsstrategie jetzt in München zuständig, macht es Sinn, dass jede Stadt eigentlich ihre eigene Strategie hat?
00:15:40: Übergeordnete oder macht es nicht eigentlich Sinn, dass man sagt, okay gut, es gibt eine Übergeordnete für alle Kommunen, bundesweit, wie auch immer?
00:15:50: Und dann vielleicht doch nicht einmal bundeslandweit, sondern wirklich bundesweit.
00:15:54: Ja voll, also das ist auch so mein Grundinput gewesen, als ich hier neu angefangen habe.
00:15:59: Da darfst du ja erstmal alles haten, weil du bist ja die Neue, du kannst erstmal alles in Frage stellen und dann, wenn du langsam hier reinwächst, verstehst du, wie der Hase läuft.
00:16:07: Also es ist ja so, dass wir föderal, wir haben ein föderales System, das heißt jedes Bundesland ist für sich selber zuständig.
00:16:13: Brauchst du mir nicht sagen, ich bin aus Österreich.
00:16:14: Genau, ja, aber auch das ist halt, das hat man damals so entschieden, damit
00:16:19: die einzelnen Bereiche schneller werden, damit diese Riesenabstimmungsprozesse nicht stattfinden müssen.
00:16:26: Natürlich hat es dann auch zum Nachteil, dass sich jeder irgendwie die Sachen eigens beschaffen muss, sich darüber wieder eigenes Gedanken macht.
00:16:33: Was ich aber merke, ist, in den letzten, seitdem ich hier bin, vier Jahren, da ein enormer Wandel stattgefunden hat, dass man sich viel, viel stärker auch mit anderen Kommunen und
00:16:43: mit anderen Städten austauscht.
00:16:45: Was aber die Grundproblematik dahinter ist, dass jeder im Laufe der Zeit
00:16:49: Die Stadt, wie lange gibt es die Stadt?
00:16:51: Also es ja nicht so, dass wir ein Start-up sind und jetzt gerade überlegen, was kaufen wir denn für Systeme ein, sondern wir sind gewachsen.
00:16:57: Wie sich diese Stadt hochgearbeitet hat und das hat jede andere Stadt auch.
00:17:00: Und wir benutzen in der E-Akt einen Anwender, der in Hamburg nicht benutzt wird.
00:17:05: Per Zufall könnte es sein, dass Nürnberg das benutzt, aber jeder hat selbst was eingekauft, hat selbst irgendwelche Anwendungen programmiert.
00:17:13: Also da jetzt von oben her herunter eine
00:17:17: Lösung zu liefern finde ich gut, aber bedarf halt unheimlich viel Arbeit noch, bis wir dahin kommen.
00:17:22: Aber er schwärzt ja auch eigentlich den Bürgern, ja.
00:17:24: Also wenn ich sage, ich ziehe von München nach Hamburg, so wie es bei mir war, und dann wieder von Hamburg nach München.
00:17:32: Das ist wie bei...
00:17:33: Die wollen, Apple will ja auch nicht, du dein iPhone hergibst.
00:17:37: Die wollen dich ja auch dabei behalten und machen es dir einfach.
00:17:40: Aber ja, diese, ja, diese Miteinander, die Behörden miteinander.
00:17:45: Aber Apple ist gewinnorientiert, die Stadt ist ja nicht gewinnorientiert.
00:17:49: Deswegen interessiert es ja nicht, ob du da in Hamburg einen Struggle hast oder nicht.
00:17:53: Das ist schon richtig, aber am Ende eigentlich das Land Deutschland ja die Bestrebung haben.
00:18:00: Du, 1 Mio.
00:18:00: % und das ist vielleicht auch nochmal so Thema, ich tausche mich ja, das jetzt ein bisschen böse, du hast ja das mit dem Bitkom Index gesagt, wir sind auf Platz 1.
00:18:07: Natürlich kann ich mich mit anderen austauschen, die Platz 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 100 haben, aber sorry, was kann ich denn da lernen?
00:18:14: So, das heißt, orientieren uns natürlich auch super gerne mal an Playern wie Dänemark.
00:18:19: Also ich war jetzt im dänischen Generalkonsulat.
00:18:21: Und was die da machen, ist halt...
00:18:24: Wow, also da ist das nicht mit...
00:18:26: äh...
00:18:26: jeder hat ein anderes System und da ist es so, sondern die machen das alle gemeinsam.
00:18:30: Aber da wurde halt einmal entschieden von oben, so sieht das Ding aus, so wird die ID verwendet, so sieht das...
00:18:35: äh...
00:18:36: so ein Login, ich kenne die dänischen Begriffe jetzt nicht, aber so wird das angewendet und das ist schon imposant.
00:18:42: gleichzeitig aber auch irgendwie erschreckend.
00:18:45: Und da muss man jetzt diesen Spagat finden zwischen was ist die Lösung all unserer Probleme und was wollen wir eigentlich tun.
00:18:52: Aber woran hat es dann in Deutschland?
00:18:55: Also ich sag ja immer die ganzen Gesetze an die ich mich halten muss als Mina bei der Stadt sind Gesetze die wurden geschrieben bevor es überhaupt das Thema Digitalisierung
00:19:02: gab.
00:19:03: Da gibt es einen Paragraf, frag mich nicht, der heißt Antworten der Stadt müssen in Schriftform erfolgen und
00:19:11: darf in einer Unterschrift.
00:19:12: Irgendwie sowas.
00:19:14: So, jetzt steht da dieses Ding.
00:19:15: Dieser Paragraph.
00:19:16: Was soll ich denn jetzt tun?
00:19:17: Jetzt sag ich, aber ich kann das doch per E-Mail rausschicken.
00:19:19: Ja, aber das darfst doch gar nicht.
00:19:21: Also die Gesetze, an die wir uns als Stadt halten müssen, sind geschrieben worden.
00:19:26: Da gab es Digitalisierung noch nicht.
00:19:27: Da gab es Faxgeräte von mir aus und da konnte ich noch unterschreiben, was weiß ich.
00:19:31: Und da müssen wir einfach ran.
00:19:32: Wir müssen die Grundvoraussetzungen für Digitalisierung in Deutschland noch mal überdenken.
00:19:37: Vergaberecht ist
00:19:39: Ganz ganz anders als bei Unternehmen.
00:19:41: Also wir haben hier Vergaberecht.
00:19:42: Ich muss teilweise oder eigentlich grundsätzlich Projekte EU-weit ausschreiben.
00:19:47: Jetzt überleg mal, was das bedeutet, was für ein Aufwand.
00:19:49: Das kostet mich mindestens in der Ausschreibung anderthalb Jahre, bevor ich mit irgendjemandem ein Projekt machen kann.
00:19:55: Weil wir auch bei der Landeshauptstadt München so exorbitant groß sind, dass wir halt gleich in Beträge rein geraten.
00:20:01: Natürlich, wenn ich jetzt in eine kleinere Kommune bin und ein Start-up mir holen kann, das für wenig Geld.
00:20:07: gleiche Themen umsetzen kann.
00:20:08: Ich muss halt gleich mal auf die großen Player gehen, weil ich eben in Richtung Skalierbarkeit denken muss.
00:20:13: sowas, also vergaberechtliche Themen müssen wir angehen.
00:20:17: heißt also, ich glaube, die Politik muss ganz an ganz vielen Stellen nochmal reflektieren, was wir eigentlich gesetzestechnisch anpassen müssten, überhaupt dahin zu kommen, was sich
00:20:27: jeder wünscht, once only, also ich klick einmal, alle meine Daten ein.
00:20:31: Dafür ist aber unser Grundgerüst noch nicht ausgerichtet.
00:20:33: Technisch ist das alles machbar.
00:20:35: kann ich 1000 Lösungen nennen, wie wir das hinkriegen.
00:20:37: Aber ich glaube, ist ganz viel Abstimmungsbedarf noch.
00:20:40: Aber warum?
00:20:42: Woran hängt es?
00:20:43: Ist es einfach ein politisches Hickhack oder ist es auf der Prioritätenliste nicht hoch genug, dass wir noch Tonnen an Papier herumschicken?
00:20:53: Ich sage es jetzt einmal so zum Thema Steuergeldverschwendung.
00:20:57: Liebe Grüße hier an die Stadt, an die Regierung.
00:21:01: Ich meine, das sind ja Gesetze,
00:21:05: Ja, woran liegt es, dass Parteien-Gemehngen, dass die da nicht weitermachen oder?
00:21:11: Ja, es ist glaube ich auch dieses Thema.
00:21:13: Also ich möchte ich Ihnen keine Prädule bringen.
00:21:16: Kannst du auch gar nicht.
00:21:18: Deswegen mache ich ja auch gerne mit dir diesen Podcast, da einfach mal ganz öffentlich drüber zu reden, weil das ist ja auch wichtig, weil ich meine, seitdem ich bei der Stadt
00:21:24: bin, kriege ich nur noch WhatsApp.
00:21:25: Nina, du bist doch bei der Stadt.
00:21:27: Mein Führerschein, blablabla.
00:21:28: Da denke ich mir so, okay, was habe ich jetzt damit zu tun?
00:21:31: Aber irgendwo diese
00:21:32: Dieses immer wieder darauf aufmerksam machen ist ja auch wichtig und darüber zu sprechen.
00:21:36: Und ich glaube, was du jetzt auch gerade gesagt hast, mit diesen Parteigemenge, ja.
00:21:39: Also du kriegst Parteianfragen, von wegen wäre es nicht sinnvoll, das sonst zu machen.
00:21:44: Da musst du gucken, okay, wer regiert denn momentan, Mönchengut?
00:21:47: Also, und diese Anfrage ist von einer anderen Partei.
00:21:49: Wie kritisch ist es jetzt, wenn ich als Nina antworte, finde ich gut.
00:21:53: Also ich muss immer politisch reflektieren, was passiert da gerade?
00:21:57: Ich dappe auch in ganz viele politische Fettnäpfchen, weil ich mit meiner Naivität sage, naja ich ziehe ja den größten Mehrwert aus so Anfragen raus.
00:22:05: Was aber natürlich manchmal schwierig ist.
00:22:07: über...
00:22:07: Nee, ich sag's jetzt nicht, aber wenn manche Parteien einen Antrag stellen, wo ich zum Beispiel sage, mit dieser Partei schwierig, jetzt haben die aber eine mega geile Idee.
00:22:15: Also ich die Diskussion haben wir ja gerade auch so ein bisschen, ähm, wie nutzt man das?
00:22:19: Wie muss man sich schützen?
00:22:20: Äh, also ein parteipolitisches Gemengel darum, wie wir Digitalisierung vorantreiben.
00:22:27: Dann sind permanent Wahlen, dann gibt es eine neue Regierung, sagt, die Digitalisierungsstrategie habt ihr letztes Jahr geschrieben, jetzt ist eine neue Partei
00:22:32: da, bitte schreibt die nochmal neu, weil wir sehen es nicht anders.
00:22:35: Und dann fangen wir wieder von vorne an.
00:22:37: Also manchmal sind da diese Themen auch echt ein Bottleneck.
00:22:41: Ja, aber das spiegelt gerade irgendwie den generellen Frust auf die Politik wieder.
00:22:46: Was ich jetzt so raushöre, ich möchte das jetzt nicht so politisches Wort geben lassen.
00:22:51: im Endeffekt, wo ich sage, irgendwann stellt es doch einfach mal die parteipolitischen Interessen hinten an.
00:22:57: den Bürger mehr in den Fokus.
00:22:58: Ich stelle den Bürger, der ja eigentlich der Kunde ist für all diese Themen, ja in den Vordergrund.
00:23:05: Ja, das ist aber auch super interessant.
00:23:07: Der Bürger, ja.
00:23:09: Bürgerinnen.
00:23:10: Ja, die Bürgerinnen.
00:23:11: Es ist super schwierig, weil es gibt ja auch nicht, also wenn du jetzt ein Unternehmen bist und sagst, ich nehme ein anderes Unternehmen, ich arbeite bei Mercedes und klar,
00:23:19: meine Persona für mein ideales Kundenprofil ist für das und das Auto, keine Ahnung, Mitte 30.
00:23:25: hat keine Kinder, will einen Zweisitzer, x y z.
00:23:28: Bei der Stadt haben wir solche Personas nicht.
00:23:31: Grundsätzlich müssten wir ja wie viele Personas erstellen, die einfach die Gesellschaft Münchens widerspiegelt.
00:23:37: Wenn wir jetzt immer sagen, muss alles schneller gehen und alles mit once only und ein Klick und es muss digital, was machen denn dann die ganzen Leute, die kein Smartphone
00:23:45: haben, die über 80-Jährigen?
00:23:47: Also wir müssen manchmal ganz reflektiert auch immer einen Schritt zurücktreten und sagen, ja, dieses ganze Thema Digitalisierung vorantreiben ist richtig, aber wir dürfen halt auch
00:23:54: einen Großteil der Münchnerinnen nicht vergessen, die so eine Möglichkeit nicht haben.
00:23:59: Und das ist manchmal auch schwierig immer zu rechtfertigen.
00:24:02: Also wir können zum Beispiel niemals sagen Digital Only, wie es halt andere Unternehmen machen.
00:24:06: Amazon, wenn ich kein Handy habe, dann kann ich bei Amazon nicht einkaufen.
00:24:08: Das geht bei der Stadt nicht.
00:24:10: Also wir müssen auch immer diesen analogen Weg irgendwo offen halten und das kostet natürlich auch Kapazitäten und man kann sich nicht immer nur darauf beschränken,
00:24:18: schneller, effizienter und digitaler zu machen.
00:24:19: Kann ich nachvollziehen, ist halt schwierig, du hast jetzt nicht nur
00:24:24: eine sehr zugespitze Zielgruppe, sondern wirklich komplettes Spektrum.
00:24:27: Genau.
00:24:28: Und auch wirklich, man muss auch mal in manchen Menschen, die Behinderungen haben, auch die brauchen einen Ausweis, die nicht lesen, nicht lesen Analphabeten oder Blinde, also
00:24:36: dass man da sagt, wir brauchen eine Barrierefreiheit, wir brauchen Zugänglichkeit.
00:24:39: Also es ist auch nicht unheimlich schwarz-weiß denken, sondern wir müssen eine ganze Graustufe abbilden an Personen.
00:24:48: Bin ich absolut bei dir, hält aber nicht davon ab, dass ich die Zukunft der Personen
00:24:54: Ist digital.
00:24:55: Das glaube ich auch auf jeden Fall.
00:24:56: es ist halt auch da wieder, momentan sind die Haushaltskassen einfach unheimlich knapp.
00:25:01: Auch da jetzt für das Thema Digitalisierung Geld zu bekommen, ist unheimlich schwierig, solange IT als Kostenfaktor gesehen wird.
00:25:09: Also IT kostet.
00:25:12: Und da weg von diesem Gedanken zu kommen, zu sagen, wenn wir jetzt aber nicht investieren, sind wir in zehn Jahren genau da, wo wir jetzt auch schon wieder stehen, nämlich
00:25:20: überarbeitet.
00:25:21: Anträge dauern ewig und wir müssen jetzt halt mal in die Tasche greifen, die komplett leer ist.
00:25:26: Also da ist so bisschen Fennei-Problem.
00:25:28: Wenn wir jetzt nicht investieren, werden wir Digitalisierung nicht vorantreiben.
00:25:31: Aber wenn wir kein Geld haben, woher sollen wir das nehmen?
00:25:35: Ist schon richtig, ja.
00:25:37: Aber ich will nur sagen, es gibt eine Bandbreite an Faktoren.
00:25:40: Ich glaube nicht, dass es an der Fachlichkeit liegt.
00:25:41: Also wir haben wirklich unheimlich smarte und tolle Kollegen hier im IT-Referat.
00:25:47: Dieses Thema Digitalisierung sehr,
00:25:50: gerne vorantreiben und da auch mit Fachwissen wirklich hier sind, aber es ist auch manchmal die Grundvoraussetzung, weil ich auch gesagt habe, München ist halt einfach
00:25:57: gewachsen.
00:25:58: Also wir reden gerade darüber, ich übertreibe jetzt KI-Anwendungsfälle zu implementieren, das ist so bisschen oben die Fahne auf unserem Türmchen, aber was eigentlich das
00:26:06: Hauptproblem ist, sind die Rohre im Keller.
00:26:08: Die sind undicht.
00:26:09: Und das müssen wir auch irgendwie hinkriegen, dass wir die ganze Digitalisierungsarbeit, hätte die letzten 10, 20 Jahre passieren müssen gerade nochmal, versuchen ad hoc
00:26:18: aufzuräumen und Pflastern diese Rohre zuzukleben, anstatt einmal zu sagen, wie muss das Grundgerüst aussehen, halt eben nach oben wachsen zu können.
00:26:26: Und das ist halt auch eine unheimliche Herausforderung.
00:26:29: Und wenn du auch vorhin hast mal diese Papierwulst angesprochen, das ist aber wirklich so.
00:26:32: Geh mal in die Keller von den Referaten, da liegen Attenberge.
00:26:35: Jetzt erzählst mir, mach mal Digitalisierung.
00:26:38: Ich sag's jetzt ganz ehrlich, wir überlegen gerade, wie viele Jahre uns das kostet, diese Dokumente einzuscannen.
00:26:42: Die Lösung ist noch nicht da.
00:26:44: Wir wissen nicht, wie wir das hinkriegen sollen.
00:26:46: Also mit solchen Themen beschäftigen wir uns gerade.
00:26:48: Also Steuererklärungen von allen Münchner Bürgerinnen, seit zehn Jahren da unten liegen.
00:26:51: Jetzt rechnen wir mal aus, wie viele Papiere das sind.
00:26:53: Da sind wir natürlich schon einen Schritt weiter.
00:26:54: Es funktioniert ja alles mit Elster schon super digital.
00:26:57: Aber da sind ja andere Beispiele, die auch Akten produzieren, die da unten liegen.
00:27:01: Und das halt erst mal zu digitalisieren ist ein erster Schritt, bevor wir dann überhaupt erst mal weitermachen können, perspektivisch weiterzudenken.
00:27:11: Ja, es sind natürlich andere Themen, da...
00:27:16: die da aufpoppen.
00:27:18: Was ich jetzt aber auch noch rausgehört habe ist natürlich einerseits das Thema Priorisierung und so weiter, aber auch der Ansatz wie an Projekte geht.
00:27:28: gesagt, ja, Thema Steuergelder-Beschwindung etc.
00:27:31: pp.
00:27:32: Aber wir wissen ja auch aus der Praxis, wir müssen halt scheitern, gewisse Sachen zu entdecken, ob es funktioniert, ja oder nein, also und so weiter und so fort.
00:27:43: Diese
00:27:44: dieses Mindset zu geben den Entwicklerinnen und Entwicklern und Strategien und Strategien und zu sagen, ja, ihr dürft auch mal probieren, experimentieren.
00:27:55: Was wäre denn da dein Ansatz, das mal das irgendwie hier verankert?
00:28:00: sagt, okay, wir kommen dorthin, wir dürfen.
00:28:03: Neben dem, dass es natürlich Geld kostet, aber am Ende, slow to go fast und im Endeffekt, vielleicht muss ich da ein bisschen Geld jetzt in die Hand nehmen und
00:28:12: amortisiert sich relativ zügig.
00:28:15: Also, weil du jetzt gerade so schön mit dem Anglizismus gestartet hast, ich finde auch, weil dieses Early Fail Cheap, das fehlt hier halt.
00:28:21: Wir überdenken und bürokratisieren unsere eigenen Prozesse so extrem, also wie viele Excel-Sheets ich ausfüllen muss, bevor ich ansatzweise irgendwie ein Pilotprojekt starten
00:28:31: kann, das vergeht ein Jahr.
00:28:33: Und dann warte ich wieder, bis ich Freigaben kriege, dann muss ich dafür wieder kämpfen, dann muss ich vielleicht noch die Politik einspannen und einlullen, dass vielleicht doch
00:28:39: nochmal was geht.
00:28:40: Also wir müssten einen geschützten
00:28:42: Innovationsbereich schaffen, ein Hub, wo wir sagen, da gibt es ein gewisses Budget und da gibt es, keine Ahnung, Fake-Datensätze von mir aus, weil das ist ja auch nochmal ein Thema
00:28:52: mit Datenschutz, personenbezogene Daten, da können wir natürlich jetzt nicht irgendwelche Systeme drüber laufen lassen, aber dass man mal sowas schafft und sagt, okay, in
00:29:00: regelmäßigen Abständen verproben wir da einfach mal ein paar Ideen.
00:29:02: Und was ich auch unheimlich wichtig finde, wir müssen uns öffnen, mit Start-ups zu kollaborieren.
00:29:06: Wir müssen sagen, die TU München ist da, die Unternehmertum, da gibt es so viele Möglichkeiten, gerade in München,
00:29:12: mit so jungen Unternehmen, ich meine jetzt auch gar nicht jungen im Sinne von mit jungen Menschen, aber einfach mit Unternehmen, die gerade am Anfang stehen.
00:29:19: Mit richtig coolen Ideen.
00:29:20: Und wäre es nicht so eine Win-win-Situation, wenn man sagt, schau mal, wie viel Daten wir hier haben.
00:29:25: Und was die Unternehmen da draußen haben, die ganzen Startups haben Daten.
00:29:28: Also wenn wir da eine Kollaboration hinkriegen würden, das wäre ja eigentlich mega.
00:29:33: Also was dafür Potenziale dahinter liegen.
00:29:34: Und ich weiß, jetzt ganz viele wieder sagen, ja, aber Datenschutz und diese ganze Thematik, ich weiß...
00:29:40: Aber das haben wir jetzt die ganze Zeit berücksichtigt.
00:29:42: Vielleicht wäre jetzt mal die Zeit, das mal zu überlegen, wie es hätte passieren können, wenn man sich nicht so extrem darauf fokussiert hätte.
00:29:49: Also einfach ein bisschen fail early, fail cheap ausprobieren, wenn es nicht klappt, weiterziehen und das nächste.
00:29:54: Der Datenschutz ist für mich teilweise auch echt absurd.
00:29:57: Ich finde ihn wichtig, aber er ist schon echt absurd, wenn man sich überlegt, du hast gerade gesagt, du kaufst irgendwo etwas etc., meldest dich mit Google an.
00:30:06: wo wir heutzutage unsere Daten preisgeben, ohne dass wir nachdenken, aber sobald es jetzt zur Behörde geht, ist der große Aufschrei, oh ihr dürft das aber jetzt nicht mit meinen
00:30:15: Daten machen, ja und so weiter.
00:30:16: Aber ich weiß, woran das liegt.
00:30:18: Vertraust du der Stadt?
00:30:20: Ich vertraue der Stadt nur, es für der Gebrauchswagenverkäufer.
00:30:22: Gebraucht Wagensverkäufer, also weißt du so...
00:30:25: das jetzt deine Aussage?
00:30:26: Ja, ist meine Aussage.
00:30:27: Meine Aussage ist in der Bö, meine private Aussage.
00:30:29: ist das Image der Stadt, also ich arbeite hier und ich finde uns mega cool, aber das Image nach draußen ist einfach so.
00:30:35: Das ist es.
00:30:35: Muss ich da echt hin?
00:30:37: Da hat doch keiner Bock drauf.
00:30:38: Ist ja jetzt nicht so, wenn ich auf Amazon gehe, denke ich mir, geil, kann ich mir das Neues kaufen, habe ich eine Idee.
00:30:42: Aber wenn du mit der Stadt eine Schnittstelle hast, dann ist es ja meistens pain in die ...
00:30:46: So.
00:30:47: Und wir müssen da wieder hinkommen, die Bürgerinnen uns vertrauen und sagen, hey geil, das war jetzt ein Klick und mein Reisepass wird in zwei Wochen wieder da oder ist in zwei
00:30:55: Wochen da, ich kann verfolgen, wo der gerade ist.
00:30:58: Sowas.
00:30:58: Also wir müssen Vertrauen schaffen, dass die Bevölkerung wieder mehr in die Städte und Kommunen vertraut und ich glaube dann
00:31:05: haben wir dieses Problem auch nicht, meine Daten und mit der Stadt und sowas, dass wir das mal wieder bisschen umdrehen und sagen, naja, wir generieren dir ja einen Mehrwert und du
00:31:14: kannst uns vertrauen und innerhalb von so und so viele Tagen kriegst du Rückmeldungen auf irgendwelche Wohngeldanträge oder sonst was und da mal wieder hinzukommen und ich glaube
00:31:21: dann hätten wir die ganze Grundthematik nicht und was da vielleicht auch noch als Info für dich und die Zuhörer ist, wir unterliegen ja nicht nur dem Datenschutz, sondern auch dem
00:31:28: behördlichen Datenschutz noch mal krasser.
00:31:32: Was ist da der Unterschied?
00:31:33: Das ist nochmal.
00:31:35: extremer ist, so von wegen personenbezogene Daten müssen nochmal durch 800 Prüfgremien durch, bevor wir da irgendwas machen können, gerade im Kontext von KI-Anwendungsfällen.
00:31:44: Personenbezogene Daten in die Cloud geht gar nicht.
00:31:47: meine ganz ehrlich, wieder mit dem Beispiel Amazon, keine Ahnung wo die meine Adresse speichern, in welcher Cloud.
00:31:52: Wir müssen halt hier komplett drauf achten, das darf nur in Europa bleiben.
00:31:56: Personenbezogene Daten dürfen unser Rechenzentrum nicht verlassen, das heißt wir müssen da nochmal Infrastrukturlayer dazwischenhauen, die deinen Namen da rausnehmen und sowas.
00:32:04: wo wir halt acht mal eine Schleife drehen müssen, bevor da irgendwas vorangeht und in allen anderen Bereichen in der Privatwirtschaft ist das halt so, I don't care.
00:32:13: Weil du gesagt hast, gebraucht waren Händler.
00:32:15: Die sind teilweise sogar noch schneller, würde ich sagen.
00:32:17: Ich denke jetzt nur an die Bewerbung meiner Frau bei der Stadt, wie lange das gedauert hat und der Arbeitsvertrag.
00:32:29: sieben Monate nicht gekommen ist.
00:32:30: sag's jetzt mal so und danach ist einfach ein Standardarbeitsvertrag gekommen, wo man eigentlich nur den Namen ausfüllen muss.
00:32:38: Laut Nachfrage, die Person ist nicht dazu gekommen, wo ich sag, okay, komm, da so ein Knopfdruck.
00:32:44: Das kannst du automatisieren, also da, ja, und dann ist das durch.
00:32:50: weg vom Bashing.
00:32:51: Ich wollt grad sagen, was soll ich jetzt dazu sagen?
00:32:53: Ja, war bei mir genauso.
00:32:55: Hast du positive Sachen, wo man sagt, hey,
00:32:58: da funktioniert schon, da haben wir wirklich was gemacht.
00:33:00: Das ist ganz cool.
00:33:01: Ja, also gerade im Bereich, wo ich unterwegs bin, das hatte ich am Eingangs gar nicht so richtig fokussiert, das Thema künstliche Intelligenz, wir haben vor über einem Jahr schon
00:33:10: das KI-Competence Center gegründet.
00:33:12: Also da muss ich auch ganz ehrlich sagen, da waren wir schon relativ früh für eine Behörde.
00:33:16: Ich weiß, für die Wirtschaft wieder nicht, aber im Kontext von anderen Städten waren wir da schon echt gut unterwegs und wir haben auch schon seit letztem Jahr unseren hauseigenen
00:33:25: Chat GPT, nennt sich MUC GPT.
00:33:27: Das heißt da, ich weiß, wir sagen immer ganz gut, generiert das den krassen Mehrwert?
00:33:31: Nein, aber wir haben gelernt, wie wir hier KI integrieren in die Stadt.
00:33:34: Also wir haben eine Infrastruktur zur Verfügung gestellt, sowas überhaupt anwenden zu können und allein die Auseinandersetzung damit und dass unser KIK die Kompetenzen hat,
00:33:41: sowas hier in-house zu betreiben, hat uns echt ziemlich gutes Know-how gegeben, damit wir jetzt in dem nächsten Schritt KI weiter treiben können, wobei uns jetzt natürlich wieder
00:33:52: dieses Thema mit der Geldgebung.
00:33:55: Also kriegen wir Gelder dafür, dass wir KI jetzt hier weiter vorantreiben, weil die Grundlage haben wir jetzt in letzten Jahren ziemlich gut aufgebaut.
00:34:02: Und jetzt kommt ja OpenAI, vielleicht geht da was.
00:34:04: Genau, wir haben auch OpenAI, also unser Multi-PT ist im Hintergrund OpenAI und dann haben wir da halt einfach ein Layer drüber gelegt, der eben konform ist mit der Cloud nur in
00:34:14: Europa und da haben wir natürlich dann diese Themen berücksichtigt.
00:34:17: Also wer ja vielleicht gibt eine Kooperation, falls jemand dazu hat.
00:34:20: Genau, also ich glaube schon, dass wir da ganz gut aufgestellt sind.
00:34:24: und auch diesen Thema Digitalisierung allgemein in viel, viel wichtigeren und größeren Stellen herzugeben.
00:34:30: Das ist halt, was ich vorhin gesagt habe, wir sind 15 Referate.
00:34:34: Es gibt Referate, die setzen sich mit dem Thema Digitalisierung einfach überhaupt nicht auseinander.
00:34:38: Also, die sehen das als gar nicht wichtig und da müssen wir immer noch ganz viel Aufklärungsarbeit leisten und wirklich mit Referatsleitungen reden und sagen,
00:34:46: Digitalisierung ist die Zukunft.
00:34:48: Also mit solchen Diskussionen sind wir auch konfrontiert.
00:34:50: Ich erzähle hier gerade von KI und sonst was, hört sich mal an, so 2030.
00:34:53: Aber wir müssen halt auch ganz viel, ja, wie nennt man das, Missionararbeit leisten, so ist Digitalisierung und das ist wichtig.
00:35:01: Also es schon interessant, gerade dieses Spektrum auch, als meine Aufgabe mit so vielen unterschiedlichen Referaten, die einfach so heterogitend sind, irgendwie auf einen
00:35:09: gemeinsamen Konsens zu kommen.
00:35:12: Es klingt so, als würde es halt dann intern noch sehr stark geblockt werden, gewisse Themen.
00:35:17: Ja, was heißt geblockt ist, die Problematik ist ja immer so, sind ja sowieso alle überarbeitet, überlastet, jetzt kommst du da mit Digitalisierung, wann sollen wir das denn
00:35:23: machen?
00:35:24: Gibst du uns da Geld für?
00:35:25: Kriegen wir da Personal für?
00:35:26: Ihr aus dem IT-Referat wolltest, ja?
00:35:28: Also müsst ihr das auch machen.
00:35:30: Also nee, wir sind ein Querschnittsreferat, unterstützen, aber machen können wir das nicht.
00:35:35: Also so Diskussionen gibt's natürlich dann auch.
00:35:37: Ich kann anbieten, dass ich mit dem Thema Lienmanagement komme und wir mal uns auch die Prozesse anschauen.
00:35:42: freizuschaufeln, damit ihr dann eure Projekte macht.
00:35:44: super, das waren eingekauft, aber wir haben kein Geld gemacht.
00:35:48: Das würde ich pro Bono mal machen.
00:35:50: das ist auch schwierig.
00:35:55: Aber wenn wir jetzt auf das Thema kommen, habt das KI eingeführt und so weiter und so fort, gibt es eigentlich Zahlen oder wie gesagt, irgendwas wo man sagt, da hat sich was
00:36:05: getan, das können wir nachweisen, dass wir durch die Digitalisierung vielleicht
00:36:09: Es ist jetzt kein Raketenstart, aber es haben sich Sachen geändert und die sind zum Besseren geworden.
00:36:16: Ja, also auf jeden Fall, gerade im Kontext des KVR, des Kreisverwaltungsreferats, da hat sich schon vieles getan.
00:36:22: Es gibt ein Onlinezugangsgesetz.
00:36:25: Das bedeutet, dass eine gewisse Anzahl an Online-Anträgen, Mularen bis 20, ich weiß gar nicht die Zahlen genau dahinter, da müsste ich nochmal nachlesen, von den Kommunen online
00:36:37: zur Verfügung gestellt werden müssen.
00:36:38: Und da sind wir wirklich gut.
00:36:39: Also es gibt mittlerweile schon paar Anträge, da musst du nicht mehr ins Referat kommen.
00:36:43: Das kannst du online ausfüllen und kannst es abschicken und musst nicht mehr in Person kommen.
00:36:49: Also da sind wir auch als Landeshauptstadt München sehr gut aufgestellt.
00:36:53: Wo da aber immer noch eine große Hürde ist bei dem Thema Personent-Identifikation.
00:36:57: Du kannst diesen Online-Antrag dann eben nur abschicken, wenn du eine Bayern-ID besitzt.
00:37:02: Also immer wieder bei dem Problem.
00:37:04: Wer von euch hat eine Bayern-ID?
00:37:06: Ich.
00:37:07: Und nutze sie auch?
00:37:08: Ich hab sie einmal benötigt.
00:37:11: Es war, glaube ich, wegen der Hochzeit.
00:37:13: Das kann sein, genau.
00:37:14: Aber dieses Ding ist halt auch so, ich find's gut, aber sollten wir nicht irgendwas nehmen als Verifikation, was du regelmäßiger benutzt, was du auch weißt, wie dein Pin ist, wie
00:37:24: die ID ist.
00:37:27: Aber die Grundvoraussetzung steht, das ist vielleicht auch nochmal das, und dann kommt es wieder ein Gesetz, wir dürfen kein Google Login oder wir dürfen kein GMX...
00:37:36: mail-ding als Identifikation nehmen, weil die eben nicht konkret auf eine Person zuweisbar ist.
00:37:41: Ich kann mir bei GMX einen Account erstellen, ist nie validiert, dass ich die Nina, wenn die dahinter steht.
00:37:45: Und so Grundvoraussetzungen müssen wir halt in solchen Kontexten sicherstellen, deswegen ist da halt auch wieder die Grenze.
00:37:51: Die Onlinezugänge sind da für gewisse Anträge, aber da reinzukommen, das ist jetzt halt noch eine Hürde, die politisch und gesetzlich verankert ist, die wir aber aktuell als
00:37:59: Landshauptwärtmütchen, als Nina nicht umgehen kann.
00:38:05: Dann lass uns zum Thema KI kommen.
00:38:09: Welche Rolle wird denn die KI zukünftig hier in München in der Verwaltung spielen?
00:38:14: Ich glaube eine extrem große.
00:38:16: Ich hoffe es zumindest, weil ich sehe wie viel Potenzial dahinter liegt, die Mitarbeiter hier zu entlasten, den Bürgern eine gewisse Transparenz zu liefern und auch in Richtung
00:38:29: Fachkrise-Mangel perspektivisch, wo wir sagen, wir kriegen unheimlich viele Stellen bis 2030 nicht besetzt.
00:38:35: Wie sollen wir dem ganzen Antrag verwusst überhaupt gerecht werden?
00:38:38: Also wenn wir das nicht tun, haben wir ein Riesenproblem und deswegen sage ich jetzt ganz offen, also wir müssen jetzt was tun, ansonsten setzen wir richtig tief drin.
00:38:49: Ganz tief.
00:38:52: Ganz, ganz, noch tiefer als tief.
00:38:54: Was noch tiefer als tief?
00:38:57: Was werden denn so gerade, oder was sind denn so diese Projekte, Moonshot-Projekte oder wie auch immer du sie nennen magst, was sagst
00:39:05: Dein Euro.
00:39:08: Das machen wir jetzt.
00:39:09: Das das, was ansteht.
00:39:10: Das, ansteht, ich hoffe so sehr.
00:39:13: Ich bin ja am Samstag im Urlaub.
00:39:14: Da kommt, glaube ich, die Entscheidung.
00:39:16: Künstliche Intelligenz im Wohngeld.
00:39:18: Das ist richtig krass.
00:39:20: wir haben jetzt die neuen Zahlen oder ich habe die neuen Zahlen jetzt gesehen.
00:39:22: Die werden jetzt auch der Politik vorgelegt.
00:39:24: Jemand, der Wohngeld beantragt.
00:39:26: Das heißt, es ist eine Person, die ist nicht dazu in der Lage, Wohnraum finanziell sich zu mieten.
00:39:33: Lass es eine Mutter von fünf Kindern sein, alleinerziehend, die kann sich das nicht leisten, so viele Zimmer zu beziehen.
00:39:39: Die stellt einen Antrag und die braucht aktuell wie viele Monate, bis sie eine Antwort kriegt.
00:39:47: 24 Monate.
00:39:49: Das sind die neuen Zahlen, die gut, dass wir das jetzt aufnehmen, weil die werden jetzt dann in den Stabschrift getragen.
00:39:54: 24 Monate braucht die, kriegt ihr eine Antwort.
00:39:57: Und das geht nicht.
00:39:58: Das ist einfach so schrecklich.
00:40:00: Was für eine Druck, erstens, auf den Mitarbeitern liegt, die einen, ich weiß nicht, wie viele Anträge auf den Schreibtischen liegen, die kriegen das nicht mehr abgearbeitet.
00:40:08: Und zweitens, die Leute, die auf das Geld warten, die 24 Monate lang einfach nicht wissen, was da passiert.
00:40:13: Und das ist einfach das ist...
00:40:15: Wir sind als Stadt, wir sind sozial und wir müssen mal wieder mehr in dieses Thema Gerechtigkeit denken und sagen, wo drückt es wirklich?
00:40:22: Und da sehe ich ganz stark das Thema KI und Wohngeld, dass wir sagen, die Frau lädt ein 80-seitiges Dokument hoch, das ist ja auch schon wieder das Problem, die muss ja alles
00:40:32: nachweisen und das muss automatisiert geprüft werden, hat die Dame alles hochgeladen, ist das alles vollständig, da können automatisch mit dem Thema KI
00:40:40: Mails rausgeschickt werden, aber gute Frau, haben vergessen, die Geburtsurkunde von Ihrem fünften Kind einzureichen.
00:40:45: Wenn das aktuell manuell geprüft wird, dauert das acht Monate, dann kriegst Du den Wish per Post, ja, hallo, Sie haben vergessen, die Geburtsurkunde von XY hochzuladen.
00:40:54: Dann lädt die das irgendwie wieder hoch.
00:40:55: Also es kostet unheimlich viel Zeit und Muße und das kann durch eine KI gemacht werden.
00:40:59: Das kann Tag und Nacht nicht laufen.
00:41:01: Das muss nicht morgens neun bis der Beamte 16 Uhr, sondern da können wir 24 Stunden solche Prüfsysteme.
00:41:10: durchführen und allein sowas würde einfach auch die Mitarbeiter extrem entlasten und den Druck rausnehmen, den Bürgern einfach einen riesen Mehrwert liefern.
00:41:17: Also da sehe ich extrem hohe Potenziale.
00:41:19: Also KI nutzen, Anträge zu prüfen, auszufüllen möglicherweise, zu übersetzen in unterschiedlichen Sprachen.
00:41:26: Ja, Beispiel sowas.
00:41:27: Oder genau, auch so Masken.
00:41:28: Also ich muss ja nicht immer alles.
00:41:29: Also das ist auch wieder ein Gesetz.
00:41:32: Die Landeshaupt München darf nur in der Amtssprache antworten.
00:41:34: Also wir dürfen nur auf Deutsch.
00:41:36: Antworten und in Papierform und in Papierform Aber das ist halt wieder so ne, also wie cool ist es, ich meine es gibt doch jetzt diese ganzen DPL oder sowas die einfach
00:41:44: übersetzen und das ist schon echt gut, das dürfen wir aber nicht.
00:41:46: Klar wir wissen, dass der Bürger das macht, dass die Leute, die deutlich nicht sprechen, machen da irgendwie versuchen, wenn es ein PDF ist, Copy Paste zu machen in Chattypity
00:41:54: rein, dann tragen wir halt aber nicht mehr die Schuld, wenn es falsch übersetzt ist.
00:41:56: Wenn wir das natürlich machen und das in einer Sprache raushauen und nachher nicht verifiziert ist, das inhaltlich, wie eigentlich sagen wollten, da drin steht, haben wir
00:42:03: ein Problem.
00:42:04: Aber auch da müssen wir irgendwo hinkommen und sagen, diese Möglichkeit gibt es.
00:42:08: Also da sehe ich auch ganz große Potenziale in Mehrsprachigkeit.
00:42:12: Aber wir legen uns schon selber Fetteln an, ordentlich.
00:42:14: Natürlich, das ist ja das, was ich sage, aber das ist alles rechtlich so abgelegt.
00:42:19: Ein Unternehmen interessiert es doch nicht, ob das da richtig übersetzt ist, wie viele schlecht übersetzte Seiten kennst du, ne?
00:42:25: Aber wir als Stadt, wir sind halt verpflichtet, das in Deutsch zu machen, weil ansonsten Fehler passieren könnten und die Deutschen machen kein Fehler.
00:42:31: Wir sind perfektionistisch.
00:42:33: Und wir müssen uns daran halten und so ist es dann halt.
00:42:35: Und da auch wieder fail early, fail cheap, man kann es ja mal ausprobieren.
00:42:38: Lass uns eine Testgruppe machen, da klickst wenn du als Bürger sagst, möchte die Seite auf, sag mir irgendeine Sprache, in Spanisch, das ist vielleicht bisschen, es muss
00:42:48: irgendwas total abhängig sein, aber in Spanisch, akzeptiere ich das und dann machen wir eine Testgruppe und gucken, Sua Heli ist das kann ich, das hatte ich auch gerade im Kopf
00:42:55: und dann dachte ich, wenn ich das sage, lachen alle.
00:42:58: Dann, äh, lass uns das ausprobieren.
00:43:00: Und dann merken wir nach drei Monaten, klappt es nicht, wo sind Fehler, dass man mehrmals sowas macht.
00:43:05: Und da müssen wir aber wieder vom Mindset her hinkommen.
00:43:07: Ja, ja, ja, ja.
00:43:10: Aber das...
00:43:11: Ich weiß.
00:43:12: Wir sind ja wieder beim Thema Gesetze.
00:43:17: Idealerweise müsste sich die Stadt dann irgendwo mal hinsetzen und so, jetzt setzen wir uns am Tisch und kasspern das Ding aus, damit die da vorankommen.
00:43:26: Nicht nur die Stadt, nicht nur München, alle.
00:43:28: Wir müssen uns alle an den Tisch setzen.
00:43:30: Es soll jetzt eine Digitalisierungsministerium gegründet werden, ich glaube, das ist jetzt sogar schon gegründet.
00:43:34: Und da gucken jetzt alle da hoch, das so das Königreich, so, also was passiert da jetzt?
00:43:39: Ganz ehrlich, wir warten aber halt nicht so lange.
00:43:41: Wir machen auch kein Ihm-Wohngeld.
00:43:42: Ja, heißt es immer, da ist schon eine Überlegung, dass wir das in Deutschland vielleicht alle ausrollen.
00:43:46: Ja, und soll ich jetzt warten, fünf Jahre?
00:43:49: Nee, wir machen das jetzt.
00:43:50: Und wenn es ausgerollt wird, dann können wir gerne mitmachen, aber wir müssen halt mehr vor die Welle kommen, mehr digital denken und mehr...
00:43:59: Nutzerinnen.
00:44:00: Wie heißt unsere neue Maßnahme?
00:44:01: Nutzerinnenorientierung.
00:44:03: Nutzer...
00:44:04: oder zentriert halt.
00:44:05: Nutzerinnenorientierung.
00:44:07: Also erstmal Nutzerinnen und dann Orientierung.
00:44:10: Nutzerinnenorientierung.
00:44:11: ist unsere neue Maßnahme in der Digitalisierungsstrategie, die du nicht gelesen hast.
00:44:16: Du hast mich entlarvt.
00:44:17: Ich schick dir meinen Weg, ich hab das auf Notebook LM hochgeladen, kannst du Podcasts anhören über die.
00:44:24: Darfst das überhaupt?
00:44:25: Ja, die ist frei zugänglich, die kann ich ja am Internet ziehen.
00:44:28: hab ich ja von München.
00:44:30: Den höre ich mir an.
00:44:34: Aber dann auf Deutsch, Versteht ja sonst keiner.
00:44:43: Bezüglich KI hätte ich noch
00:44:45: Einer Punkt, die würde ich gerne hinten anstellen, aber davor würde ich gerne noch eine Frage stellen, wollen zum Thema Technologien generell.
00:44:54: Gibt es neben KI doch noch Technologien, ihr anpeilt, die reinkommen sollen?
00:44:59: KI ist jetzt der Hype, aber Digitalisierung ist ja nicht nur KI.
00:45:03: Ja, Gott sei Dank.
00:45:04: Also man muss auch noch mal sagen, ich finde immer dieser KI-Hype, ich versuche gerade super stark bei uns bei der Stadt das Thema KI, einen Standardprozess reinzuschieben und
00:45:12: zu sagen, KI ist nur eine Technologie.
00:45:15: Und wir müssen mal aufhören, KI-Portfolios zu schreiben.
00:45:18: Es gibt ein IT-Portfolio und da ist KI mit drin.
00:45:21: Da ist aber auch die E-Akte mit drin, da ist RPA mit drin, schieß mich durch, tausend andere Sachen und KI ist ein Teil davon.
00:45:29: Und was wir jetzt momentan noch stärker fokussieren, ist das ganze Thema No Code, Low Code.
00:45:34: sind so Themen, denen wir uns aktuell auseinandersetzen.
00:45:36: Da sind wir gerade so bisschen am Austausch mit anderen Kommunen.
00:45:38: Was nutzen die schon?
00:45:39: Was können wir mitnutzen?
00:45:40: Auch mit dem Stadtwerk München haben wir da einen super guten Austausch hingekriegt.
00:45:44: dass wir diese Themen fokussieren und jetzt heute hatte ich noch mal einen Workshop, wo wir sagen, die nächsten Wochen picken wir uns weitere Themen raus, wo wir sagen, das ist
00:45:52: wichtig und richtig, da noch mal tiefer reinzugehen.
00:45:56: Okay, spannend.
00:45:58: Dann lassen wir uns noch mal kurz auf das Thema KRI zurückkommen.
00:46:01: Ich habe das jetzt ein bisschen zurückgestellt, weil das ja auch ein Thema ist, oder meine Frage auf was abzielt, dass du jetzt nicht nur
00:46:09: hier vorantreibt, sondern auch privat vorantreibt und zwar ist das ganze Thema KI und Diskriminierung und ihr müsst ja auch erstatt sicherstellen, dass dann niemand
00:46:20: diskriminiert ist wird und so weiter und so fort und es geht am besten auf Deutsch, habe ich auch verstanden.
00:46:26: Ja.
00:46:28: Und du hast eine Initiative gestartet, Hack the Bias.
00:46:31: Genau.
00:46:32: Was steckt da dahinter?
00:46:34: Genau, also
00:46:36: Ich habe ganz viele Stadtratsanträge zum Thema KI schon geschrieben und bin immer in Abstimmung mit anderen Referaten, unter anderem auch mit der Gleichstellungsstelle für
00:46:44: Frauen.
00:46:45: Und da kommt halt immer oft die Rückmeldung, ja ist ja alles fein und gut und wir unterstützen das.
00:46:50: Aber wer stellt denn auch sicher, dass wir da kein Bias drin haben, dass wir nicht diskriminieren?
00:46:54: Und unterm Strich haben wir uns nochmal selber die Frage gestellt, ja wer tut das denn eigentlich?
00:47:00: Und gerade bei der Landeshauptstadt München sage ich immer, wir haben eine Verantwortung.
00:47:03: Wir haben die Daten aller Bürger.
00:47:05: Wenn wir da jetzt eine KI draufknallen und irgendwelche Themen auswerten, ich übertreibe jetzt, wir tun das nicht, sage ich jetzt ganz aktiv, Wohngeld, dann entscheide ich
00:47:14: nachher, wer wird höher priorisiert.
00:47:16: Wie stelle ich jetzt sicher, dass da kein Bias drin ist?
00:47:17: Wie stelle ich sicher, dass nicht irgendjemand höher priorisiert wird aufgrund von Sachen, die eigentlich da nicht reingehören?
00:47:23: Wir hatten die große Diskussion aktuell auch im Personalreferat, da geht es Besetzungen.
00:47:29: Da gab es ja auch diesen großen Amazon-Fall, dass da irgendwie auf Führungsposition durch die KI nur Männer vorgeschlagen wurden, weil die historischen Daten gesagt haben, naja, so
00:47:37: sollte da eine Frau sitzen.
00:47:38: Da saß ja noch nie eine Frau.
00:47:39: Vollkommen legitim.
00:47:40: Da ist ja die Problematik in den Daten.
00:47:42: Das muss ich auch noch mal sagen, die KI ist ja nicht schuld an der Diskriminierung, sondern die Daten, die wir da reinhauen.
00:47:47: Und dann kam die Gleichstellungswelle auf mich zu und hat gesagt, können wir das mal ganz transparent mit der Gleichstellungswelle durchdiskutieren.
00:47:52: Dann habe ich da einen super spannenden Vortrag gehalten und ich habe einen Anwendungsfall mitgebracht.
00:47:57: Und da habe ich mir
00:47:58: habe ich der KI, ich habe nicht Muck-GPG benutzt, weil wir aktuell noch keine Bilder generieren können.
00:48:04: Ich habe einfach Tet-GPG benutzt und habe gesagt, erstelle mir mal ein Foto von einer Person, die als CDO arbeitet, der Landeshauptstadt München.
00:48:11: Und was kam da raus?
00:48:12: Natürlich ein Mann, klar, super attraktiv, Mitte 30, in seinem Anzug da, in einem total digitalen Büro.
00:48:19: Und habe ich die KI so lange provoziert, bis ich da am Ende mal eine Frau hatte und habe gesagt, naja, die war dann natürlich blond, groß, superschlank, Westentalier.
00:48:26: Ich sagte, also jetzt bitte.
00:48:28: Etnische Varianten von Herkunft her und auch Frauen haben das Recht auf Rundungen.
00:48:33: Dann kam das Bild von einer Frau, ich muss dir das mal zuschicken noch, die hatte einen Ausschnitt bis zum Bauchnabel, hat sich lasziv im Minirock über diesen Büro-Tisch gebrockt
00:48:42: und runter stand, hier ist deine CDO.
00:48:45: Ich hätte super gerne meine Chefin geschickt, Laura Doktor Laura Dornheim, CDO der Landshauptstadt München.
00:48:50: Also das war ja so schrecklich und mit diesem Fall bin ich da reingegangen und habe gesagt, aber das ist die Realität.
00:48:55: Und jetzt sind wir alle reflektiert.
00:48:56: Du schmunzelst, ich schmunzelst, die Gleichstellungstelle schmunzelt.
00:48:59: Aber was machen wir denn, wenn in der Schule jemand ein Referat hält und so ein Bild kriegt?
00:49:03: Was ist denn das für eine Bilddarstellung von Frauen im Allgemeinen?
00:49:08: Das ist ja nicht nur Frauen, das ist ja auch ethnische Minderheiten, die dann immer total überspitzt dargestellt werden, was einfach nicht die Realität ist.
00:49:13: Und das ist jetzt natürlich auch super krass wieder nur auf diese Bildgenerierung, aber ich finde es ist Fall, den versteht halt jeder.
00:49:18: Das passiert wie gesagt bei diesen ganzen KI-Thematiken rund Stellenbesetzungen auch.
00:49:23: Und ich finde, da braucht man als Stadt Transparenz, aber auch die Möglichkeit, da zu intervenieren.
00:49:30: Also was sind Maßnahmen dagegen?
00:49:31: Wir reden immer alle davon, wow, Diskriminierung und Bias, aber was tun wir denn dagegen?
00:49:36: Und deswegen bin ich da echt selber so bisschen hinten dran zu sagen, wir müssen da vielleicht eine Art Gremium einrichten bei der Stadt, wo vielleicht die
00:49:44: Gleichstellungsstelle mit dabei ist, wo andere Bürger und Bürgerinnen vielleicht dabei sind, auch unser Digitalrat, ich weiß nicht ob du den kennst, der repräsentiert diese
00:49:51: Stadtgesellschaft, der wurde
00:49:52: letztes Jahr ans Leben gerufen, dass man die mit einbindet.
00:49:54: Da ist aus jedem Bereich, aus der Kultur, aus der Jugendarbeit, aus der Sozialarbeit eine Person oder zwei sind es immer, repräsentiert.
00:50:03: Mit denen sind wir in regelmäßigen Austausch als der Tierreferat, die mit uns einfach über die Digitalisierungsthemen diskutieren.
00:50:08: Kann man mit denen so was machen und sagen, es gibt ein Gremium, die kann ein Veto einlegen, wenn irgendwas nicht richtig ist oder irgendwas melden und da mal ein bisschen
00:50:14: mehr Aufmerksamkeit drauf zu kriegen.
00:50:17: Weil Digitalisierung muss ja für alle sein und was mir momentan so vorkommt, ist Digitalisierung
00:50:22: klappt für, ich übertreibe jetzt, weiße Männer, die superreich sind und Geld haben.
00:50:29: Und jetzt vergisst man aber mal die ganzen anderen Leute und da müssen wir halt stärker hinkommen.
00:50:32: Und das ist so ein Thema, da kann ich richtig nicht in Rage, merkste gerade.
00:50:36: Und da muss man echt ein bisschen drauf achten.
00:50:39: Du hast es ja auch auf LinkedIn gepostet.
00:50:42: Das können wir auch gleich nutzen.
00:50:44: Du hast ja aufgerufen, dass ich Leute melden soll.
00:50:48: Was war da genau?
00:50:48: hab's geflogen.
00:50:50: Leute, die mit Bias
00:50:51: Thema hatten, Beispiele zu bringen.
00:50:54: Genau, eher Beispiel, so Praxisfälle, weil wir alle immer nur dieses T-R-T-P-T und dann ist da die vollbutsige Frau, gut kennt vielleicht auch nicht jeder, aber da einfach mal
00:51:01: Beispiele zu bringen, wo man sagt, okay, da ist was passiert, da ist was vorgefallen, der Amazon-Fall mit den Besetzungen, dass man einfach mal so was sammelt, weil ich ganz oft
00:51:08: glaube, ist, dass wir so was wegklicken.
00:51:09: Hab ich ja dann auch, ich hab die CDO weggeklickt, aber was passiert jetzt?
00:51:13: Da passiert, also da verändert sich ja nichts.
00:51:15: Da wird jetzt nicht der Datensatz eingefasst und das ist auch so eine ketzerische Frage, die ich super gerne stelle.
00:51:19: Ja und so what, jetzt diskriminiert das Ding.
00:51:21: Und wer kriegt das mit?
00:51:22: KETT-GPD nicht, Open AI nicht.
00:51:25: Also, wie gehen wir den Schritt weiter?
00:51:27: Und das ist so bisschen mein Appell, was für Lösungen gibt es da?
00:51:29: Ich weiß, dass wir die Trainingsdatensätze anpassen können, wir können die Algorithmen anpassen, aber wenn die Leute, die dafür verantwortlich sind, das nicht mitkriegen, dann
00:51:37: passiert das auch nicht.
00:51:38: Und da halt eine Sensibilisierung und eine gewisse Offenheit der Gesellschaft auch für so ein Thema und auch der Programmierer und derjenigen, die die Datensätze da reinspielen,
00:51:46: dass man da einfach, ja, eine Awareness hat.
00:51:50: Spannend.
00:51:52: Alle die Beispiele haben, haut's raus.
00:51:54: zur Nina.
00:51:56: Sehr gut.
00:51:57: Super.
00:51:58: Nina, zur letzten Frage.
00:52:01: Drei Learnings, du den Zuhörerinnen mitgeben möchtest.
00:52:06: Drei Learnings, privater Natur, beruflicher Natur.
00:52:09: darfst es dir aussuchen.
00:52:11: Meine drei Learnings.
00:52:13: Das ist jetzt auch wieder total schwer nachzuvollziehen, vielleicht wie manche, aber seid mal bisschen egoistischer.
00:52:22: Ich weiß, dass ganz viele Menschen, ich beziehe es mal vor allem, ich auf Frauen immer sehr viel darauf achten, dass es mir allen anderen gut geht und ihre persönlichen Themen
00:52:31: voll nach hinten stellen und seitdem ich mal bisschen mehr an mich denke und im Sinne von, will ich eigentlich mal hin und ich treffe andere Entscheidungen, auch mit dem, aus der
00:52:39: Wirtschaft in die Stadt.
00:52:40: Man muss für sich selber mal öfter Entscheidungen treffen hinter denen man steht und sich selber mal wieder auf Platz einsetzen und sich dann überlegen, was ist denn eigentlich mit
00:52:48: den anderen nicht immer.
00:52:49: Aber manchmal tut das ganz gut.
00:52:51: Ganz krasses Learning für mich selber, als Mutter auch, mal zu sagen, mich gibt es auch noch als Person und das ist irgendwas, kann ich echt immer empfehlen.
00:53:00: Es tut unheimlich gut, sich mal wieder ein bisschen selber in den Vordergrund zu schieben.
00:53:04: Das ist mein eines Learnings.
00:53:05: Mein zweites Learning ist, braucht, jedes Genie braucht mal eine Auszeit.
00:53:10: Ich finde es krass, wie viele Leute diese Verschmelzung von Privatem und Beruflichem, also man ist ständig erreichbar, man hat sein Business-Handy nur noch mit dabei.
00:53:20: Was ich merke ist, es tut nicht gut.
00:53:22: Kein Wunder wollen wir alle die vier Tage Woche, weil wir nicht mehr dieses, wir arbeiten nicht mehr Montag bis Freitag und Samstag und Sonntag bis Wochenende, sondern wir haben
00:53:29: auch mal am Samstag das Handy in der Hand oder tun irgendwas für den Job, diese Auszeiten sich stärker zu nehmen.
00:53:35: Also das finde ich ist unheimlich wichtig in dem privaten und auch in dem beruflichen Kontext, dazu sagen, ich bin einfach jetzt nicht mehr erreichbar für einen selber und für
00:53:43: den Geist auch, weil du kannst dich immer voll auf 180 Prozent laufen, sondern du brauchst auch mal diese Zwischenphasen.
00:53:49: Und das dritte?
00:53:52: Ja, das Mindset-Ding, sage ich jetzt auch mal wieder, Fail early, Fail Tee probieren, öfter mal was ausprobieren, sowohl im Business-Kontext und sagen, ich war auch neulich bei
00:53:59: einem Pack-Up und habe erzählt, wie ich die E-Akte bei der Stadt eingeführt habe, da transparent dahinter zu stehen und sagen, okay, da habe ich ganz viele Sachen falsch
00:54:06: gemacht, das habe ich draus gelernt und ich nehme euch mit und ich erzähle euch das.
00:54:10: Also da Sachen öfter mal auszuprobieren und sich das zu trauen und danach darüber zu reden und lernen.
00:54:15: Das sind so meine drei.
00:54:17: Sehr gut, herzlichen Dank.
00:54:21: Ich habe auch einiges mitgenommen, einmal Einblick in die Stadt bekommen, wo München steht, was ihr macht.
00:54:30: Ushark, das ist vor allem auch eine politische Gemengelage, vor allem Gesetze, die euch ja ein bisschen in Ketten legen.
00:54:38: Ihr könnt jetzt freier sein mit weniger Gesetzen, die noch aus Anno dazumal stammen.
00:54:43: Ich sage es jetzt mal so.
00:54:45: dass ihr aber auch trans als auch KI nutzt, für die Bürger, kundinnen, Nutzerinnen, Nutzerinnen orientierte Lösungen zu entwickeln.
00:54:59: Danke für die Korrektur und dass ihr natürlich nicht nur das, sondern auch eine Entlastung zu schaffen für den Verwaltungsapparat generell.
00:55:10: Spannende Themen auch Hack the Bias.
00:55:14: wie man damit umgeht, dass ihr natürlich auch nicht so leicht habt, wie jetzt die Unternehmen in der freien Wirtschaft, weil ihr einfach die komplette Gesellschaft abdecken
00:55:27: müsst mit euren Lösungen und man dann auch nicht frei agieren kann, aber doch auch hier sagen kann, kommt ein bisschen mehr experimentieren, schon ganz cool.
00:55:38: Ich sage herzlichen Dank, Dankeschön und ich glaube
00:55:42: Wir machen jetzt, wir verfolgen jetzt seinen zweiten Tipp.
00:55:45: Auch ein Genie braucht mal eine Pause.
00:55:47: Wir gehen jetzt einfach gemütlich nachher auf ein Café und lassen die Arbeit Arbeit sein und im Podcast Podcast sein.
00:55:51: Und treten uns gemütlich hin und trinken noch einen Schluck.
00:55:55: Danke schön fürs Dabeisein.
00:55:56: Danke, Johannes.
00:55:57: Und die Zusammenfassung, wow, hast du richtig auf den Punkt gebracht.
00:56:01: Kann man dich buchen für Termine.
00:56:03: Also vielen, lieben Dank.
00:56:04: Es hat unheimlich viel Spaß gemacht und danke, dass du dem Thema auch eine Bühne gibst.
00:56:07: Gerne.
00:56:09: Das war das Interview mit Dr.
00:56:11: Nina Böhm.
00:56:12: Infos zu Nino und ihrer Abteilung findet ihr in den Show notes.
00:56:14: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann hinterlasst doch bitte eine Bewertung auf eurer Podcast Plattform und empfehlt den Podcast weiter.
00:56:22: Herzlichen Dank dafür und nicht vergessen, in zwei Wochen geht es weiter mit der nächsten Folge.
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