Swantje Allmers - Die Herausforderungen an Führungskräfte in der modernen Arbeitswelt #139
Shownotes
Heute ist Swantje Allmers bei mir zu Gast und auf diese Aufnahme musste ich tatsächlich ein bisschen warten. Aber ich kann schon mal sagen: Das Warten hat sich gelohnt.
Swantje ist Beraterin, Coach, Autorin und Unternehmerin und beschäftigt sich intensiv mit den Themen Leadership, New Work, Organisationsentwicklung und Transformation. 2021 hat sie gemeinsam mit Michael Trautmann das Unternehmen New Work Masterskills gegründet, mit dem sie Führungskräfte und Organisationen rund um das Thema Leadership und New Work begleitet.
Genau da sind wir auch ziemlich schnell eingestiegen: Was macht eigentlich gute Führung aus? Was davon kann man lernen und was hat vielleicht viel stärker mit Haltung, Werten und echtem Interesse an Menschen zu tun? Wir sprechen darüber, warum Selbstführung und Selbstreflexion so wichtig sind, welchen enormen Einfluss Führungskräfte auf ihre Teams haben und warum sie diesen Einfluss manchmal selbst unterschätzen.
Natürlich ging es auch um die aktuellen Veränderungen in der Arbeitswelt: um Digitalsierung, KI, Automatisierung und die Frage, ob KI-Agenten irgendwann tatsächlich Teil unserer Teams sind oder doch einfach sehr mächtige Werkzeuge.
Es ist ein sehr offenes, direktes und auch ziemlich lustiges Gespräch geworden. Aber hört einfach selbst rein. Viel Spaß mit der Folge!
Mein Gast:
Leadership Porgramm von Swantje
Executive Programm von Swantje
Das Buch: On The Way to New Work
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00:00:01: Und es ist halt die Frage, wie nutzen wir die Zeit?
00:00:03: Und die Zeit, würde ich in gute Führung investieren und eben genau dieses Menschliche wieder in den Vordergrund zu stellen.
00:00:11: Gerade weil wir auch wissen, dass diese Prozesse ja auch bei vielen Leuten Sorgen, Ängste, Bedenken, Wunsch nach mehr Menschlichkeit auslösen.
00:00:20: Und das kann ich ja super mit meiner Führungsarbeit verknüpfen.
00:00:29: Herzlich willkommen zu Business Unplugged, dem Treffpunkt für Tradition und Zukunft.
00:00:34: Mein Name ist Johannes Pohl und ich spreche mit Unternehmerinnen, Gründerinnen und stillen Heldinnen des Business Alltags, die unsere digitale Zukunft formen.
00:00:43: Business Unplugged ist die Bühne für Visionäre der Digitalisierung und soll Brücken zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen bauen.
00:00:51: Hier erhältst du wertvolle Impulse und Inspiration.
00:00:56: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von Business Unplugged.
00:00:59: Heute hatte ich Swantje Allmers bei mir zu Gast und auf diese Aufnahme musste ich tatsächlich ein bisschen warten, aber ich kann schon mal sagen, das Warten hat sich gelohnt.
00:01:08: Swantje ist Beraterin, Coach, Autorin, Podcasterin und Unternehmerin und beschäftigt sich intensiv mit den Themen Leadership, New Work, Organisationsentwicklung und Transformation.
00:01:19: 2021 hat sie gemeinsam mit Michael Trautmann des Unternehmen New Work Masterskills gegründet, mit dem sie Führungskräfte und Organisationen
00:01:28: und das Thema Leadership und New Work begleitet.
00:01:32: Genau da sind wir auch ziemlich schnell eingestiegen.
00:01:34: Was macht eigentlich gute Führung aus?
00:01:36: Was davon kann man lernen?
00:01:38: Und was hat vielleicht viel stärker mit Haltung, Wert und echtem Interesse an Menschen zu tun?
00:01:43: Wir sprechen darüber, warum Selbstführung und Selbstreflexion so wichtig sind und welche enormen Einflussführungskräfte auf ihre Teams haben und warum sie diesen Einfluss manchmal
00:01:53: selbst unterschätzen.
00:01:55: Natürlich ging es auch die aktuellen Veränderungen in der Arbeitswelt und der Führung, um Digitalisierung, KI, Automatisierung und die Frage, ob KI-Agenten irgendwann tatsächlich
00:02:04: Teil unserer Teams sind oder doch einfach sehr mächtige Werkzeuge.
00:02:11: Es war ein sehr offenes, direktes und auch ziemlich lustiges Gespräch, aber hört einfach selbst rein.
00:02:18: Viel Spaß mit der Folge.
00:02:21: Liebe Swantje, ich freue mich sehr, dass wir heute gemeinsam den Podcast aufnehmen, von der ersten Anfrage bis heute sind doch einige Tage vergangen.
00:02:31: Herzlich willkommen im Podcast.
00:02:34: Ja, das stimmt.
00:02:35: Ich bin hard to get.
00:02:38: Also ich habe die Tage nicht ausgerechnet, ich kann höchstens den Tag sagen, an dem ich das erste Mal angefragt habe.
00:02:46: Genau.
00:02:47: Ja, Svante, du hast Betriebswirtschaft in Münster studiert und als Jahrgangsbeste abgeschlossen.
00:02:55: Danach bist du, und wenn ich jetzt irgendwie einen Blödsinn sage, muss ich reingrätschen, danach bist du in die Forschung an die Universität Hamburg gegangen und hast die
00:03:04: volkswirtschaftlichen Effekte von
00:03:07: Fußball, Welt- und Europameisterschaften untersucht.
00:03:12: Irgendwann bist du dann auch von der Theorie in die Praxis zu Two-E-Cruises gewechselt und hast das, ich nenne es jetzt einfach mal so klassische Karriereziel, dass sie auch viele
00:03:21: verfolgen, möglichst schnell Head-off zu werden, verfolgt und das hast du dann auch Anfang 30 geschafft und bist Head of Corporate Planning, warst im Führungskreis, hast mehr
00:03:33: Verantwortung gehabt und entsprechend auch mehr Status.
00:03:36: Und zu der Zeit hast du dann aber auch irgendwann gemerkt, was diese Position bedeutet, nämlich viele Meetings, Druck und auch Überstunden.
00:03:45: hier wird irgendwie deine Geschichte spannend, finde ich, weil während andere irgendwie den nächsten Titel anstreben, ich möchte dies und jenes werden, hast du ganz bewusst
00:03:54: gesagt, ich möchte einen Schritt in der Amtführungszeichen zurückgehen und hast dich auf die Stelle eines Executive Assistant des CEOs beworben, auch nochmal was zu lernen.
00:04:05: Irgendwie passt das anscheinend nicht ins klassische Karrieremodell vieler Unternehmen und so scheiterte dein Wechsel und das Ende der Geschichte war dann, dass du gekündigt hast.
00:04:18: Es folgten weitere Erfahrungen im Konzernumfeld, unter anderem bei Europcar und schließlich der Wechsel in die Beratung, wo du auch dich immer intensiver mit den Themen
00:04:28: Organisationsentwicklung, Transformation,
00:04:30: Agilität, Selbstmanagement und Leadership beschäftigt hast und auch eine gewisse Leidenschaft fürs Lernen entwickelt hast, wenn man sich jetzt auf deinem LinkedIn-Profil
00:04:40: alle deine Themen anschaut, für die du Trainings gemacht hast oder Zertifizierungen hast von Scrum bis Design Thinking, Tiny Habits sind nur ein paar, die ich jetzt aufziele.
00:04:51: Ja, 2021 kam dann der nächste große Schritt, denn gemeinsam mit Michael Trautmann hast du das Unternehmen
00:04:59: Workmaster Skills gegründet, mit dem ihr Führungskräfte und Organisationen begleitet.
00:05:05: 2022 habt ihr dann auch gemeinsam mit Christoph Magnussen euer Buch On the Way to New Work, nicht New York, sondern New Work.
00:05:14: Das ist ein sehr hohes Versprechen.
00:05:17: Du hast nachher auch noch andere Bücher veröffentlicht, bist dann auch zur wichtigen Stimme in der deutschen HR und Arbeitswelt ausgezeichnet worden und und und.
00:05:29: Ich habe das jetzt sehr komprimiert dargestellt, weil sonst glaube ich, würde mir auch nicht fertig werden, wenn ich jetzt alles aufzähle.
00:05:36: Ja und heute beschäftigst du dich halt auch
00:05:39: ganz viel mit unterschiedlichen Fragen.
00:05:42: Wie führt man andere, ohne sich selbst zu verlieren?
00:05:45: Wann ist er jetzt hilfreich?
00:05:47: vielleicht auch die Frage, sich ja auch durch deinen Lebenslauf zieht, würde ich jetzt mal sagen, woran erkennt man eigentlich, dass die Karriere, die ich so unbedingt will oder
00:05:56: wollte, noch die Karriere ist, ich auch heute wirklich will.
00:06:00: Und seit kurzem stellst du solche Fragen nicht nur
00:06:05: als Beraterin und Coach und Autorin, sondern auch gemeinsam mit Emma Isadora Hagen in einem neuen oder eurem neuen Podcast.
00:06:14: Du hattest vorher auch schon einen, der Out of Office heißt und den ich an dieser Stelle auch sehr empfehlen möchte.
00:06:22: Jeden Mittwoch kommt er raus und der Link zu eurem Podcast wird dann auch in den Show Notes zu finden sein.
00:06:29: Bevor wir da jetzt
00:06:31: ins Eingemachte gehen.
00:06:32: Ich hoffe, ich habe nichts Wichtiges vergessen.
00:06:36: Würde ich gerne mit dir in die Abifragen reinstarten.
00:06:40: Ich hätte noch eine richtige Stellung,
00:06:43: Bitte stell's richtig, nicht dass ich jetzt irgendeinen Blödsinn erzählt hab.
00:06:47: Nee, es ist auch mehr so ein Ego-Ding und ich frage mich gerade, ob deine Hörerinnen und was davon haben.
00:06:52: Aber so am Anfang sagst du so, als ich Führungskraft wurde, habe ich festgestellt, es ja auch nur mehr Druck, mehr Stress, mehr Meetings.
00:07:00: Die hatte ich tatsächlich vorher auch schon, also das heißt, das hat sich gar nicht so doll verändert.
00:07:04: Ich habe nur für mich gemerkt, dass das immer so dargestellt wird, als das muss das berufliche Ziel sein und wenn du Führungskraft bist, fühlst du dich automatisch besser,
00:07:13: weil du kannst jetzt auch irgendwie gehörst zum ...
00:07:16: FK-Kreis dazu.
00:07:17: Und die Dinger haben ja auch immer solche Namen in Unternehmen, weshalb man das gerne werden will.
00:07:22: Und ich habe festgestellt, das gibt mir überhaupt nichts, weil ich halt jemand bin, der sich gerne tiefe Themen auseinandersetzt.
00:07:30: Also ich meine nicht umsonst eben auch die Zeit in der Forschung.
00:07:33: Und ich habe weniger dieses Ding am Laufen, dass ich denke, ich leiste einen Mehrwert dadurch, dass ich andere Menschen unterstütze, was halt auch
00:07:42: total berechtigter und total wichtiger Faktor ist.
00:07:45: Wir brauchen gute Führungskräfte.
00:07:47: Ich habe nur gemerkt, dass es eben für mich nichts ist.
00:07:51: für mich war der Schritt, das hast du auch schon gesagt, als Executive Assistant eigentlich ein Schritt nach vorne, weil es einfach unheimlich viele spannende Themen in
00:08:00: der Firma rauszufinden und zu analysieren gab.
00:08:04: Und das war eben in der Position so.
00:08:06: Und ich finde es eigentlich, also finde es auch immer noch schade, dass
00:08:10: dass so wenig Verständnis dafür da war und passt irgendwie dann auch zu dem, was ich heute mache, weil wir in unserem Unternehmen eben Menschen dabei begleiten, beruflich auch das
00:08:21: zu machen, was für sie halt Sinn macht und nicht das, was irgendwie auf LinkedIn gut aussieht.
00:08:27: Das ist ja auch dieser New-Work-Gedanke, der in die Richtung geht, wenn ich das richtig abgespeichert habe, immer von anderen Diskussionen, ich hatte diesbezüglich.
00:08:41: Okay, cool.
00:08:43: Dann starten wir jetzt rein.
00:08:45: Danke für die Ergänzung.
00:08:50: Die AB fragen, wir starten rein.
00:08:52: Bildung online oder offline?
00:08:55: Offline.
00:08:56: Automatisiert oder menschliche Entscheidungsfindung?
00:09:00: Stärkere Regulierung oder mehr Freiheiten für Unternehmen?
00:09:04: Vollkommener Schutz persönlicher Daten oder weniger Datenschutz zur Wahrung der Sicherheit und des Wohls der Allgemeinheit?
00:09:11: Webmeetings oder persönliche Treffen?
00:09:15: So.
00:09:16: Ich hätte es bei einem sagen können, es kommt drauf an.
00:09:19: Das glaube ich nicht, denn man zwängt darum.
00:09:21: genau, ich weiß es ist manchmal ein bisschen so und so, aber du hast jetzt die Chance ganz kurz zu erklären wieso offline oder warum du dich auch für die anderen entschieden hast.
00:09:30: Also ich finde, man kann schon super viel auch gut online machen, aber ich merke gerade, wenn es so Trainings geht, ist es ja total spannend, sich mit anderen Menschen zu
00:09:39: vernetzen, rauszufinden, wo die da stehen.
00:09:42: Und ich merke auch, dass ich persönlich einen noch mehr Reize brauche, engaged zu bleiben.
00:09:48: Also ich habe teilweise Online-Trainings gemacht, wo ich merke, ich schalte da zu schnell ab.
00:09:55: Oder versuche mich zum Beispiel irgendwo nur schnell durchzuklicken, damit ich dann irgendwie zum nächsten Gate komme und möglichst schnell durch die Lerneinheit durchkomme.
00:10:06: Aber das Wertvolle ist ja auch mal, Dinge sacken zu lassen, Fragen von anderen Menschen zu hören, selber Fragen zu stellen und einen Raum zu teilen.
00:10:15: Und das ist für mich eben etwas, wo ich persönlich mehr mitnehme, auch wenn das andere manchmal gefühlpraktischer ist.
00:10:21: Aber vom Aufwand nutzen, würde ich immer noch sagen, liegt oft Leinen klar vorne.
00:10:25: Dann menschliche Entscheidungsfindung.
00:10:29: Ja, also es ist ein großes Thema, das wir aktuell haben.
00:10:34: wenn es jetzt so etwas ganz klar analytisches 1 oder 0 geht, kann man das ja auch mal schnell an Nackai überlassen.
00:10:41: Aber ich glaube, die große Stärke des Menschen ist es trotzdem noch, auch unbewusste Faktoren zu integrieren und Dinge abzuwägen, die ich als Kontext Nackai nicht mitgeben
00:10:54: kann zum Beispiel.
00:10:56: Klar kann ich immer Kontexte mitgeben, aber die muss ich dann ja auch alle bewusst haben.
00:10:59: Und es gibt einfach so viel mehr, weshalb ich glaube, dass KI zum Beispiel sehr gute Vorarbeiten machen kann, aber die Entscheidung am Ende einem Menschen treffen sollte.
00:11:09: Dann was mehr Freiheiten für Unternehmen?
00:11:11: Ja, das ist ein Bauchgefühl, weil ich ja selber Unternehmerin bin.
00:11:15: Und ich nehme unsere Gesellschaft gerade sehr fortschrittsfeindlich wahr.
00:11:22: Es gibt immer sehr viele Wehklagen, wenn es Veränderungen geht, die aber relevant sein müssen und relevant sind und die wir brauchen.
00:11:36: Und ich habe das Gefühl, mehr Freiheit würde uns in Deutschland an vielen Stellen wettbewerbsfähiger machen.
00:11:42: und würde es eben auch erlauben, Lösungen, die für ein Unternehmen überhaupt keinen Sinn machen, eben auch zu verändern.
00:11:50: Also schon alleine, was so Arbeitszeiten und so weiter angeht, gibt es so ein gewisses Stereotyp von, für diesen Menschen haben wir diese gesetzlichen Regelungen gemacht.
00:12:00: Aber in einem anderen Unternehmen kann man ganz oft damit zu kämpfen, dass man es eben nicht anders regeln kann, auch wenn es da sehr viel mehr Sinn machen würde.
00:12:10: spielt da auch das Thema weniger Datenschutz
00:12:14: Das ist ja explizit gesagt im Sinne der Sicherheit.
00:12:18: Sonst weiß ich nicht genau, wie ich es beantwortet hätte, aber im Sinne der Sicherheit finde ich, gibt es einfach berechtigte Interessen, die schützenswerter sind und die haben
00:12:26: mehr was mit Aufklärung und Schutz zu tun, als jetzt, dass die Daten von irgendjemanden geschützt werden müssen, der im Zweifel sich wenig schert darum, was man anderen Menschen
00:12:37: ist, weil sonst hätte man ja gar kein Interesse an seinen Daten oder ihren Daten.
00:12:43: Und dann waren noch zu guter Letzt persönliche Treffen.
00:12:47: Ja, das ist irgendwie noch mal eine andere Connection.
00:12:49: Also ich glaube, ich meine, wir beide, hatten ja schon ein Vorgespräch, wir haben auch Online-Spaß, aber ich glaube irgendwie, auch da kommt ja sehr viel mehr mit und jetzt
00:13:00: kommt natürlich auf den Sinn und Zweck des Treffens an, wenn es ein inhaltliches Thema geht und man will es einmal kurz besprechen.
00:13:06: Ich bin früher für Meetings nach München geflogen oder so und Quatsch, ich bin so froh, dass wir das nicht mehr machen müssen.
00:13:11: Aber wenn es um persönliche Themen geht oder wenn es Kennenlernen geht, ist natürlich
00:13:16: Manchmal der persönliche Kontakt weiter vorne, je nachdem, was der Sinn und Zweck dahinter ist.
00:13:22: Okay, cool, super, danke.
00:13:24: Da kann ich einige mit einigen Dingen oder ich sage mal da sehe ich mich auch in ganz vielen Dingen wieder, die du da jetzt genannt hast.
00:13:31: Und was hälst du komplett anders beantwortet als ich?
00:13:39: komplett anders.
00:13:41: Komplett ehrlich glaube ich nichts anderes.
00:13:43: Also dass ich sage ganz anders wäre es nicht.
00:13:50: Ich bin da auch beim Datenschutz, wo du sagst, du setzt auf die Sicherheit.
00:13:56: Ich würde da wahrscheinlich auch auf das Thema gehen weniger Datenschutz, wenn es einfach einen Mehrwert bietet für die Gesellschaft.
00:14:04: Einfach zu sagen, egal ob das jetzt ein sicherheitsrelevantes ist oder ein
00:14:07: ein Gesundheitsaspekt oder was auch immer, ich sage, gut, lass mal den mehr, der überwiegt, ja, volkswirtschaftlich das Gemeinwohl.
00:14:17: Hahaha
00:14:20: Okay, kann ich nur draufhören, wir haben ja so viel Zeit.
00:14:25: Mir geht es jetzt nicht um die Kontrolle, also die vollkommen die Kontrolle durch den Staat oder so weiter und so fort, nehmen wir jetzt einfach nochmal Gesundheitsdaten und so
00:14:36: weiter, warum nicht anonymisiert oder wie auch immer auch zu nutzen, um für die Gesellschaft Fortschritte zu erzielen.
00:14:43: Es ist absolut insane, was wir teilweise für Regeln in Deutschland haben.
00:14:47: Ja, eben.
00:14:50: Ja, aber ansonsten auch offline bin ich, wenn du sagst persönliche Treffen, ja dieses Connecten, Netzwerk aufbauen, Verbindung schaffen, das ist für mich auch ganz wichtig und
00:15:01: ich finde auch beim offline, dadurch dass ich ja in der Lehre bin, ich sehe selber wie ich agiere, wenn ich online Schulungen habe oder Trainings habe, wie man schnell mal aussteigt
00:15:13: oder durchklickt und
00:15:16: Offline lässt sich das didaktisch noch mal anders gestalten, wo noch mehr mitzunehmen ist.
00:15:22: Ja, das ist der beste Indikator.
00:15:24: Also ich weiß noch, als alle während Corona meinten, man kann das easy umstellen und ich dann hier als Trainerin im Büro saß und zu, keine Ahnung, 15 schwarzen Kacheln gesprochen
00:15:35: habe und einer hat noch aus Mittelheit Kamera angehabt, hat dann aber spätestens beim Mittagessen sich auch ausgeklinkt und da kann man mir einfach nicht erzählen, dass das
00:15:43: irgendwie dieselbe Experience ist.
00:15:45: Ne, ist auch nicht so.
00:15:47: Ich hab das in einer Vorlesung und wir dürfen niemanden zwingen, die Kamera aufzudrehen.
00:15:52: Hab ich, wie gesagt, nur schwarze Kacheln.
00:15:54: Ist ja gut, wenn sich keiner mit mir unterhält und auf meine Fragen reagiert.
00:15:58: Ich hab die Leute rausgeraubt, gab's schon Kritik, dann die Sicherung, die Studenten haben sich aufgeregt, als sie rauszulösten vorlesen geworden sind.
00:16:06: Nachdem ich sie voll angesprochen hab, dann flings raus, brauch ich nicht.
00:16:10: Und dann hab gesagt, gut, dann les ich das Ding halt nur vor, wenn euch das sehr lieb ist.
00:16:15: Okay, es soll nicht darum gehen, dann lass uns lieber einsteigen.
00:16:19: Ganz ein wichtiger Punkt, das ist ja auch was ich super spannend finde, du hast zum Thema Fußball geforscht.
00:16:28: War es rein das Interesse an den volkswirtschaftlichen Effekten oder bist du noch Fußballfan?
00:16:35: Also ich glaube, ich brauche nur einen Satz sagen und dann werden alle wissen, woher ich komme.
00:16:40: Es war das Jahr 2006.
00:16:41: uh
00:16:43: Okay,
00:16:44: Das war einfach, ich glaube, so spannend einerseits mitzuerleben.
00:16:51: Alle waren noch auf der Begeisterungswelle für Nicht-Fußballfans, die WM im eigenen Lande.
00:16:59: Und es war schon interessant, weil man natürlich dadurch auch super viel erfährt.
00:17:05: Was halt immer, oder man bekommt viel mit, was alles auf so eine WM...
00:17:11: projiziert wird, also im Sinne von Touristik ist super, Infrastruktur super, wird uns allen so viel bringen und so weiter.
00:17:17: Oder eben die umgekehrte Seite, alles ganz schrecklich, Deutschland ist überhaupt nicht mehr bereisbar in dieser Zeit.
00:17:24: Und da fand ich schon spannend zu überprüfen, was hat es denn wirklich gebracht.
00:17:30: Vor allen Dingen fällt die Bilanz einfach je nach Land anders aus.
00:17:34: Eine meiner wichtigsten Arbeiten war dann der Ausblick auf Südafrika 2010.
00:17:39: Und da muss man schon sagen, da wird halt auch viel in die eigene Tasche gewirtschaftet von Funktionären, indem da einfach Versprechen gemacht werden, die sich aber so überhaupt
00:17:51: nicht halten lassen.
00:17:54: Aber bist du Fußballfan auch oder nicht?
00:17:56: Oder war es rein dieses Wow Erlebnis?
00:17:59: Es war mehr das Wow-Erlebnis.
00:18:00: Ich finde aber Turniere total gut.
00:18:03: Jetzt muss man aber sagen, Fußball, WM 2026, eher eine Enttäuschung.
00:18:09: Wenn man sich auch anschaut, was da gerade im Sport passiert, was die FIFA so macht und so weiter, keine Ahnung, ob es irgendwie besser wird.
00:18:17: Und was mich total geschockt hat, ist, dass wir ja wohl 2024 ja auch eine EM in Deutschland, Österreich, Schweiz hatten.
00:18:24: Und das habe ich so gar nicht mitgekriegt.
00:18:26: Das war so ganz anders als 2006.
00:18:28: Und das hat mich irgendwie fasziniert, dass das voll an mir vorbeigegangen ist.
00:18:34: Also ich habe keine Außenspiegel mit schwarz-rot-gold in der Phase.
00:18:38: Also da wäre schon noch Luft nach oben.
00:18:40: Also, was?
00:18:44: Deutschland, Österreich, Schweiz?
00:18:45: Nein, Österreich war nicht dabei.
00:18:47: Irgendwann war das nicht.
00:18:50: Manch Österreich, Schweiz?
00:18:53: Österreich Schweiz war 2008 die Europameisterschaft.
00:18:58: Die erste Europameisterschaft, wo Österreich mitgespielt hat.
00:19:01: Dadurch, dass sie es ausgetragen haben.
00:19:03: Und warum kennst dich damit so gut aus?
00:19:08: Ja, weil nur in Deutschland hast du recht.
00:19:10: Ich war außerdem ein Spiel Niederlande gegen Österreich in Berlin bei der Europameisterschaft.
00:19:16: Das war das beste Spiel, ich je erlebt habe.
00:19:19: Emotional grandios.
00:19:22: Also kann ich nur empfehlen.
00:19:23: Okay, aber Davies ist die Frage beantwortet, wie intensiv ich mich heute noch mit Fußball auseinandersetze.
00:19:31: Gut, dann machen wir weiter.
00:19:34: Kommen wir doch ins Jahr 2021.
00:19:36: Ich habe es schon erzählt.
00:19:37: Du hast gemeinsam mit Michael Trautmann, wie bereits erwähnt, das Unternehmen New Work Masterskills gegründet.
00:19:44: Und was ich an eurer Gründungsgeschichte schön finde, anscheinend war so Ausgangspunkt eine Begegnung rund die 200.
00:19:51: Folge vom Podcast On the way to New Work mit David Erlen und später auch ein langer Spaziergang mit Michael.
00:19:59: Als der Ufer in Hamburg, was wurde dort eigentlich gesprochen, dass am Ende daraus ein Unternehmen entstanden ist?
00:20:06: Ja, gute Frage.
00:20:07: Was haben wir besprochen?
00:20:08: Also, ich glaube, im Kern ging es halt darum, dass Michael hat sich ja schon ganz lange für New Work begeistert.
00:20:14: Die hat mir auch den Podcast On The Way To New Work, der so heißt wie unser Buch, aber der Podcast war zuerst da.
00:20:20: Und ich glaube, zu der Zeit waren die irgendwie schon vier Jahre oder so am Start mit dem Podcast.
00:20:25: Und ich bin ja Unternehmensberaterin seit 2012 ungefähr.
00:20:30: und ich habe da in der Zeit ganz viel Transformation, Organisationsentwicklung und so weiter gemacht.
00:20:38: Also quasi die Umsetzung in der Praxis von dem, was New Work ja in Teilen eben auch für notwendig erachtet.
00:20:47: wie können wir zum Beispiel ein Unternehmen stärker rollenbasiert aufbauen?
00:20:51: Wie können wir Hierarchien abflachen?
00:20:52: Wie können wir dafür sorgen, dass Menschen Entscheidungen treffen und so weiter?
00:20:56: Und jetzt bin ich natürlich eher ein kritischer Mensch, wenn es darum geht.
00:21:00: vollmundige Versprechungen aus der Theorie zu sehen, weil ich genau weiß, wie schlecht es manchmal auch in der Praxis laufen kann, wenn die Voraussetzungen dafür nicht gegeben
00:21:10: sind.
00:21:10: Und das war eigentlich Gegenstand unserer Diskussion.
00:21:14: Also so wie Michael es auch heute noch aus dem Alltag kennt, habe ich ihn im Grunde die ganze Zeit geärgert und hinterfragt, was er da so macht, aber dann glaubt, dass es
00:21:23: wirklich klappen kann.
00:21:24: Aber irgendwie war es auch cool, weil wir eine coole Kombi sind, weil Michael gut dagegen gehalten hat und immer wieder
00:21:30: die Intention und die Notwendigkeit hervorgehoben hat.
00:21:34: Und das ist ja genau das, was es halt manchmal auch braucht, damit die Leute dranbleiben.
00:21:38: Und so ist dann für uns eigentlich der Match entstanden, dass wir meinten, ist ja irgendwie spannend.
00:21:43: Das, was eher so idealistisch steht und was es auch braucht, an Idealismus und bestimmte Dinge voranzubringen, kann ich eben unterfüttern mit der praktischen Umsetzung.
00:21:54: Und dann ist Auflieb im Spaziergang sogar unser allererstes Produkt entstanden, das jetzt in die elfte Runde geht.
00:21:59: Und zwar haben wir so ein Executive-Programm entwickelt, wo wir die Leute über ein Jahr begleiten, von der Selbstführung über die Führung anderer Menschen und auch über
00:22:10: gesellschaftlichen Impact.
00:22:13: ja, es ist ganz schön viel entstanden auf dieser als der Runde.
00:22:16: Hinterher, die Nacharbeit hat bisschen länger gedauert.
00:22:19: Du hast es jetzt gerade, das Executive-Programm ist ein Teil oder eine Sache, ihr anbietet.
00:22:24: Was darf sich jetzt einer, der bei dir anläutet, hey, es waren dir...
00:22:30: Ja, was macht ihr?
00:22:31: Ich brauch dich.
00:22:33: Warum läutet einer bei dir an oder schreibt dir eine E-Mail?
00:22:36: Also ganz oft haben die Leute eben entweder von dem Executive-Programm gehört, weil wir das einfach die Menschen, unfassbare Steps für sich, ihre Unternehmungen und auch ihr Team
00:22:45: machen können in der Zeit.
00:22:46: Weil du einfach dieses eine Jahr Zeit hast, das ist ja was, was ich an früheren Trainings super oft kritisiert habe, dass du eigentlich überhaupt gar keine Zeit hast, die Inhalte
00:22:54: zu verarbeiten, das ist dann eine Druckbetankung und wir es eben so aufgebaut haben, dass du bei dir selber startest und dich erstmal ganz klar selbst reflektierst, was sind meine
00:23:02: Stärken, wo will ich hin und so weiter.
00:23:04: Und das ist schon etwas, was raussticht, zumal die Leute mit individuellem Coaching dazwischen begleiten und ganz viel eingebaut haben, wirklich dafür sorgt, dass die
00:23:16: Menschen das auch umsetzen.
00:23:19: Dann haben wir irgendwann für Führungskräfte ein kleineres Programm gemacht, für jüngere Führungskräfte, weil wir das Thema Führung halt so unheimlich wichtig finden.
00:23:26: Also wenn wir von New Work reden und du mich fragst, wann ist New Work nach Bilderbuch?
00:23:31: Oder geile Führungskräfte.
00:23:33: Und das wäre ein Entweder-oder.
00:23:35: Das ist natürlich auch bisschen schweres im Abgleich.
00:23:38: Aber da würde ich immer sagen Führungskräfte.
00:23:40: Weil die haben den krassesten Impact darauf, wie du dich als Person fühlst, wie du dich entwickelst und wie du deinen Alltag erlebst.
00:23:47: Und deshalb haben wir da so ein kleines Programm.
00:23:50: Aber wir wären nicht hier, wenn wir nicht auch trotzdem die Leute noch danach ein bisschen pushen würden.
00:23:54: Das heißt, da gibt es noch eine zwölfwöchige Begleitung im Anschluss.
00:23:57: Dann haben wir viele Corporate-Kunden, sagen, könnt ihr dieses Programm auf uns adaptieren und in unserem Unternehmen ausräumen.
00:24:06: Damit sind wir auch ganz gut beschäftigt.
00:24:09: Und früher hatten wir noch manchmal so Beratungsmandate, die ich aber heute in der Regel nicht mehr mache und mich eher auch davon abrate.
00:24:17: Nämlich wenn, keine Ahnung, wenn irgendeine Reife als Bank sagt, können wir mal mit unserem Vorstand einen Workshop machen, wir wollen was mit New Work machen.
00:24:25: Da habe ich immer gemerkt, dass
00:24:27: Das führt meist zu nichts.
00:24:28: Also die wollen das dann irgendwie als Player-Branding-Maßnahme machen.
00:24:33: Also ich mag schon gern, wenn es konkret und greifbar ist und vielleicht dem Kunden sage, das was wir hier machen, das bringt sie halt auch was.
00:24:40: Und da haben wir dann auch noch ein paar Beratungsmandate, aber die dann wirklich auch so ganz konkrete Themen verfolgen aus dem Bereich Leadership und Neues Arbeit.
00:24:47: Nur damit ich das richtig verstanden habe, es war dann relativ schnell New Work und Leadership, entweder oder.
00:24:54: Du gehst eher für Leadership, weil du sagst, Leadership ist eigentlich die Basis, dass du auch New Work umsetzen kannst oder wie darf ich das verstehen?
00:25:01: Ich glaube ja, glaube schon, ist so die konkrete Entsprechung.
00:25:04: Weil wenn wir jetzt zum Beispiel uns den Kern von New York anschauen, geht es ja darum, dass Menschen einen Sinn haben und Sinn entwickeln in sich.
00:25:14: So, warum will ich eigentlich arbeiten?
00:25:16: Was ist das, wofür ich da bin?
00:25:18: Welchen Unterschied möchte ich machen?
00:25:20: Da bringen sie bestimmte Stärken mit.
00:25:23: Und es geht darum, sie zu entwickeln und ihnen eben über Arbeit und so war ja auch der Subline von unserem Buch.
00:25:29: Wenn Arbeit etwas wird,
00:25:31: oder wenn Arbeit etwas ist, das Menschen stärkt.
00:25:34: muss mich jetzt kurz umdrehen, ob es völlig stimmt, aber wird oder ist.
00:25:38: Ich muss ja auch zugehören, ich habe das Buch auch zu Hause, aber ich habe es noch nicht gelesen.
00:25:45: Ich könnte es nachschauen.
00:25:48: Wenn Arbeit zu etwas wird, was man denn stärkt.
00:25:52: Und das macht ja ganz viel die Führungskraft aus.
00:25:57: mir ist doch am Ende auch ein bisschen egal, ob wir jetzt in unserem Unternehmen in Kreisen organisiert sind oder ein klassisches Organigramm haben oder ob jetzt
00:26:11: Führungskräfte plötzlich Führungskräfte heißen oder Rolleninhaber.
00:26:15: Das ist mir doch
00:26:17: im Vergleich dazu, wie viel Impact eine coole Führungskraft hat, die mich inspiriert, die mir was zutraut, die mich coacht und weiterentwickelt.
00:26:25: Das ist doch viel entscheidender.
00:26:27: ich hab, wenn ich zu lange rede, unterbrech mich bitte.
00:26:32: Ich hab ja auch das Gefühl, dass gute Führungskräfte am Ende entscheidend dafür sind, dass Menschen sich in ihrem Selbstwert gestärkt fühlen, dass Menschen das Gefühl haben,
00:26:42: selbstwirksam zu sein.
00:26:43: Was
00:26:45: Wenn ich mir heute unsere politische Landschaft anschaue, für mich sogar ein ganz wichtiger Faktor ist, die Demokratie so, wie wir sie kennen oder idealerweise in einer
00:26:53: besseren Form, eben auch zu erhalten.
00:26:56: Weil wenn man sich anschaut, warum Menschen rechts wählen, hat es halt ganz oft was mit einer gewissen Ohnmacht zu tun.
00:27:02: Und die Ohnmacht kommt ja nicht wirklich aus einer politischen Richtung, sondern kommt ja aus dem Alltag und den Alltag gestalten Führungskräfte ganz erheblich mit.
00:27:11: Spannender Aspekt, ich gerne nachher nochmal ansprechen würde, ein bisschen tiefer.
00:27:16: Ich würde gerne aber damit starten zu sagen, was ist, ich komme jetzt und sage, ich bin eine junge Führungskraft oder ältere Führungskraft, wie auch immer.
00:27:25: Ich habe x Mitarbeiter.
00:27:28: Ich habe keinen Plan, wie Führung funktioniert.
00:27:31: Was muss ich tun?
00:27:32: Bringt mir das bei.
00:27:33: Wie geht das einem nochmal?
00:27:36: Also erst mal freue ich mich.
00:27:37: Also ich habe eine Meinung, ich bin mal gespannt, wie du das siehst.
00:27:42: Ich bin der Meinung, dass gewisse Aspekte einer guten Führungskraft nicht gelernt werden können, sondern die muss eine Führungskraft auch einfach haben.
00:27:50: Also das ist so zwischenmenschliches Zeug und so weiter.
00:27:53: Ich hatte auch mal einen, dann kommt er ins Büro und das ganze Jahr über kommt er nicht ins Büro oder zwei Jahre lang und dann stellt er sich hin hinter der und fragt, na und wie
00:28:02: geht es dir?
00:28:03: Was willst du von mir?
00:28:04: Zwei Jahre lang bist nicht gekommen und das war da wurscht.
00:28:09: Also jetzt kommst du.
00:28:11: Welcher Schulung warst du?
00:28:14: Das ist das Schlimmste, wenn Leute aus der Schulung kommen und plötzlich weirde Sachen machen, das kann nicht passieren, aber ich versuche die Menschen im Vorfeld darauf
00:28:20: vorzubereiten, dass sie vielleicht nicht so machen.
00:28:24: Ja, ich glaube, das halt, was du nicht trainieren kannst und was du auch nicht trainieren willst, ist im Grunde dein Wertesystem.
00:28:33: Also wenn du Führungskraft wirst, weil es dir eigentlich Macht geht und darum, dass du
00:28:41: mehr Geld kriegst und dass der Nachbar sagt, Mensch, Johannes ist ja Führungskraft, er hat es ja drauf.
00:28:47: Und das ist deine Kernmotivation.
00:28:49: Dann glaube ich, dass du dich eh nie für so Training anmelden, weil warum?
00:28:54: So.
00:28:54: Und B, wenn wir es auch nicht gedreht kriegen, dass du auf einmal dich für Menschen interessierst.
00:29:00: So, also so ein Wertegerüst, genauso wie finde ich auch Fairness und Respekt.
00:29:06: Das sind einfach wichtige Dinge, damit
00:29:09: überhaupt das, was wir jemandem vermitteln in einem Führungskräftetraining, das basiert ja auf der Annahme, dass jemand irgendwie auch diese Werte hat, da wird das überhaupt landen
00:29:18: kann.
00:29:19: Wenn ich denke, ich mache halt Ellenbogen und alle anderen sind mir egal, dann mach halt und guck, wie weit du damit kommst.
00:29:28: Aber dann kann ich halt prophezeien, dann kannst du auch 100 Führungskräftetrainings besuchen, das wird nichts ändern.
00:29:38: Und wie würdet ihr vorgehen, ich jetzt, also habt ihr irgendwie auch so einen Ansatz, was ich trainieren kann oder können muss?
00:29:47: Ihr habt ja euer Modell, das ihr ja auch im Buch beschreibt.
00:29:52: Wobei, da sitze ich ja gerade an unserem nächsten Buch.
00:29:55: Weil da würde ich gerne oder bin ich schon dabei mit Michael zusammen zu diesem Leadership-Modell wirklich ein sehr praktisches Buch zu schreiben, das Menschen
00:30:04: weiterhilft.
00:30:05: Und im Grunde sind wir aber auch bei ähnlichen Säulen.
00:30:07: Also bei unserem New York-Buch haben wir immer gesagt, better me, better we, better society.
00:30:13: Und da ist zum Beispiel Führung nur ein einziges Kapitel von better we, weil dann so viele andere Sachen noch dabei sind.
00:30:21: Bei Führung gehen wir eigentlich auf Selbstführung, individuelle Führung, also dass du den Mitarbeiter gut einschätzen kannst, motivieren kannst und so weiter.
00:30:32: Und Teamführung, dass du also aus Individuen ein starkes Team führen kannst.
00:30:36: Und bei dem Thema Selbstführung fangen wir an und das ist ja was, was halt Menschen einfach dann unheimlich hilft, überhaupt mal rauszufinden, welche Stärken habe ich und wie
00:30:45: kann ich diese Stärken in meine Führung einfließen lassen zum Beispiel oder auch so welche
00:30:50: Warum führe ich und welche Art von Führungskraft will ich eigentlich sein und was steht mir vielleicht gerade auch noch im Weg, diese Art von Führungskraft zu sein.
00:30:57: Damit starten wir.
00:31:00: Und die Selbstführung ist die Basis, dass die anderen auch funktionieren oder darf man das?
00:31:06: Gibt es eine Hierarchie zwischen diesen drei Säulen?
00:31:10: Ich glaube, du kannst überall anfangen mit der richtigen Intention.
00:31:13: Also ich glaube, du könntest auch zum Beispiel in die Säule Teamführung gehen, weil du gerade sagst so, hey, das interessiert mich besonders.
00:31:19: Ich habe jetzt hier jede Menge Leute in meinem Team und irgendwie weiß ich nicht, wie wir Meetings machen, welche Rituale wir brauchen, ich hier psychologische Sicherheit im Team
00:31:28: schaffe, wie ich aber auch dafür sorge, dass wir koordiniert arbeiten.
00:31:33: Dann kann ich dir auf jeden Fall ganz viel dazu mitgeben.
00:31:37: dass du für dein Team die richtigen Werkzeuge hast, das Team in die Performance zu bringen.
00:31:43: Und gleichzeitig würde ich ja immer sagen, wenn der größte Druck vielleicht weg ist, dann lass uns aber auf die Säule Selbstführung schauen.
00:31:53: Weil natürlich in Selbstführung steckt auch ganz viel Selbstreflektion und ich finde ja, die schlimmsten Menschen auf diesem Planeten sind ja Leute, die so gar nicht selbst
00:32:00: reflektiert sind.
00:32:01: Das würde ich jetzt nach Führungskraft per se nicht unterstellen.
00:32:05: Aber...
00:32:06: Selbstreflektion, auch Selbstmanagement.
00:32:09: Meine schlimmste Führungskraft war auch wirklich die chaotischste Führungskraft.
00:32:12: Also gibt so paar Sachen, wo man mal abchecken muss, wo stehst du da und was brauchst du noch, um den Raum eben auch weiterhin für dein Team langfristig halten zu können.
00:32:24: Jetzt haben wir im Vorgespräch kurz gequatscht und du hast gesagt, ja Führung gibt es ja eigentlich schon immer quasi oder das Thema ist schon immer da, aber es ist trotzdem
00:32:35: dringlicher als je zuvor gefüllt.
00:32:38: Also als vor zehn Jahren oder 20 Jahren und so.
00:32:42: Was veranlasst dich zu dieser Aussage?
00:32:45: Gen Z.
00:32:47: Ja, nicht nur die.
00:32:49: Die soll jetzt vor Schala Dündenbock hinhalten, aber LinkedIn gehört auch noch dazu.
00:32:55: Okay, ja.
00:32:57: Also ich glaube tatsächlich durch Social Media, durch jüngere Generationen und so gibt es einerseits einen viel größeren Anspruch an Führungskräfte.
00:33:06: Also früher hat man sich damit abgefunden, wie die eigene Führungskraft ist.
00:33:13: wird man zum Beispiel als Führungskraft super viel auch kritisiert und ist auch ganz viel Projektionsfläche.
00:33:19: In Teilen war das natürlich früher auch schon so, aber ich habe das Gefühl, durch diesen ganzen Austausch, heute über soziale Medien
00:33:27: möglich ist, ist das natürlich was anderes.
00:33:30: Genauso wie du plötzlich viel mehr Ansprüche hast, mit denen du konfrontiert bist.
00:33:35: ich habe 1998 meinen ersten Job in einem Büro gehabt, weil wir mal eine tolle Ausbildung in einer Sparkasse ausgespart haben vorhin.
00:33:42: Das weiß auch keiner deiner Hörer und Hörerinnen.
00:33:46: Und da war das halt so, ja klar, wir sind halt um acht, hast du eingestempelt und um 17, wow.
00:33:52: Und du warst auf jeden Fall in der Zeit dazwischen.
00:33:55: von einer Mittagspause mal abgesehen vor Ort.
00:33:58: Und es ist einfach deine eigenen Bedürfnisse, die hast du hinten angestellt.
00:34:03: Und da gab es nichts irgendwie an Schiebereglern, die man irgendwie noch großartig bewegen konnte, sondern das war recht starr.
00:34:12: Und heute haben wir glücklicherweise eine Welt, die freier ist.
00:34:16: Aber Freiheit bringt halt auch immer Regelungsbedarf mit und Regelungsbring immer Unzufriedenheit mit sich.
00:34:22: Und das ist etwas, das zum Beispiel Führungskräfte heute
00:34:26: zusätzlich noch mit auf dem Tisch haben.
00:34:29: So ein bisschen wie bei Scrum.
00:34:30: Alle glauben, wir sind super flexibel, aber dass da auch ein klares Framework dahinter ist, vergessen halt die meisten.
00:34:38: Und wenn du dann Cherry Picking machst und den Rest hinüberfallen lässt, ist es schlimmer als vorher.
00:34:46: Vielleicht auch gleichzeitig noch als Ergänzung haben Führungskräfte einfach einen riesengroßen Transformationsdruck, denn man auch nicht mehr damit vergleichen kann, was
00:34:54: früher so Sache war.
00:34:55: Das beobachtest du ja wahrscheinlich auch bei dir selber.
00:34:58: Ja, und das wäre so ein Punkt auch, das ganze Thema Druck auf Führungskräfte, du hast das kurz erwähnt, oder nicht Druck, Ansicht, hast gesagt, es ändert sich, Projektionsfläche
00:35:09: für viele Sachen.
00:35:10: Also ich würde das jetzt auf Druck übersetzen ein bisschen.
00:35:17: Was kommt da alles auf einen zu und ist es auch eher unrealistisch, was wir teilweise vielleicht erwarten oder auch die Gen-Set erwartet, was sie erwartet von den
00:35:26: Führungskräften?
00:35:29: Gen Z ist ja ein ganz heißes Thema.
00:35:31: Da würde ich mich auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, weil es gibt Leute, die sich weitaus mehr mit dieser Generation beschäftigen.
00:35:36: Zum Beispiel Michael hat gerade mit seinem Sohn zusammen, der Gen Z ist, ein Buch geschrieben.
00:35:42: Wir müssen über Führung reden.
00:35:43: Das kommt irgendwann demnächst raus, also so innerhalb der nächsten zehn Tage.
00:35:49: Und das fand ich halt schon spannend.
00:35:51: Und Michael Sohn-Oscar ist jemand, der auf jeden Fall ein Vertreter der Gen Z ist, der
00:35:58: vielen negativ verhafteten Vorurteilen nicht gerecht wird, aber schon einen Selbstverständnis hat und auch Ansprüche selbstbewusst stellt und auch stellen kann, die
00:36:09: manchmal vielleicht auch bisschen aus Neid der älteren Generationen kritisiert werden.
00:36:16: Und das ist aber, das ist was, wo ich glaube, wenn du gute Leute hast und wenn du Menschen verstehst und motivieren kannst, und das ist ja bei uns im Leadership-Modell genau die
00:36:25: mittlere Säule,
00:36:26: etwas, womit ich als Führungskraft einfach umgehen muss.
00:36:29: Ich meine, es fällt ja schon auch in die Kategorie, man muss Menschen mögen und verstehen wollen, wenn man führt.
00:36:34: Weil ich jetzt hinstelle und sage, nee, also, bei anders früher bei uns, dann ist das auch keine nachhaltige Sichtweise als Führungskraft.
00:36:44: Siehst du auch oftmals, dann gewisse strukturelle Problemen unternehmen auf die Führungskraft abgewälzt werden und sagen, ok, das sind Führungsprobleme, keine
00:36:54: strukturellen?
00:36:55: Also es gibt ja nicht mal oder oft, dass zum Beispiel eine Führungskraft gerne etwas umsetzen würde, es aber in der Firma gar nicht gewollt ist.
00:37:06: Also das fängt ja schon mal was Einfachem an, wie du hast ein super tolles Teammitglied, das irgendwie viel mehr macht, als es eigentlich machen müsste und ganz viel Potenzial
00:37:17: hat, aber die einzige Chance dieses Teammitglied irgendwie
00:37:23: befördern, wäre quasi, indem du kündigst und die Person kriegt deinen Job.
00:37:28: Und das sind Strukturen, die dazu führen, dass High-Performance zum Beispiel das Unternehmen verlassen.
00:37:35: Und dann kommt ja auch ganz viel Druck im Rahmen von den eben angesprochenen Transformationen irgendwie auf die Leute zu.
00:37:43: Dann heißt es zum Beispiel, ist auch so ein klassisches Ding, wir müssen mehr mit KI machen.
00:37:48: Das ist ganz wichtig und Wettbewerb und so weiter und alle müssen jetzt was mit KI machen.
00:37:52: Ja, und was kriegen die Leute irgendwie?
00:37:54: Claude in der einfachsten Version, wo man dann denkt, gut, also kann ich jetzt irgendwie eine Aufgabe an Claude delegieren, wo mich das Schreiben genauso viel Text kostet oder
00:38:07: Zeit kostet, als hätte ich es eben selber gemacht.
00:38:10: Dann, also da muss ich den Leuten noch die Werkzeuge zur Verfügung stellen und dazwischen sind dann halt ganz oft bei dieser Unzufriedenheit eben die Führungskräfte.
00:38:18: Oder ich sage, alle müssen was mit KI machen, aber es gibt keine Schulung.
00:38:22: Soll die Führungskraft jetzt KI-Trainer im Team werden?
00:38:27: Und da gibt es so ganz viele Widersprüche, die Führungskräfte oft aushalten und abpuffern müssen, wo man eine gewisse Resilienz aufbauen kann und eine gewisse Ambiguitätstoleranz,
00:38:38: aber das macht es denen halt nicht leichter.
00:38:41: Und wenn wir jetzt das Thema Druck auch nochmal weiterspinnen und sagen, du hast das eben schon, jetzt komme ich auf diesen Punkt zurück, Führungskräfte haben selbst auch einen
00:38:53: gewissen Einfluss, oder gestalten ja die Organisation oder das Umfeld und so weiter und so fort.
00:39:02: Welchen Einfluss unterschätzen denn Führungskräfte selbst massiv, den sie selbst haben?
00:39:07: Vorbild?
00:39:09: ich glaube, das ist aber normal.
00:39:11: Also ich finde man selber, wenn man jetzt nicht gerade irgendwie eine artistische Störung hat, dann unterschätzt man oft, wie groß der eigene Impact ist, weil man irgendwie denkt,
00:39:21: ha, bin doch nur ich und so und die anderen wissen doch und das ist alles nicht, dass die das nicht so machen müssen wie ich und man kann, also ich zumindest kann nicht akzeptieren
00:39:31: für mich kognitiv, dass sich Menschen an mir orientieren.
00:39:36: weil ich immer denke, so wichtig bin ich ja gar nicht.
00:39:39: Und das haben ja ganz viele Führungskräfte, dass die irgendwie denken, ja komm, also ich muss halt am Wochenende jetzt irgendwie ran, aber damit, das heißt ja nicht, dass meine
00:39:46: Leute das müssen.
00:39:47: Oder ich finde einen bestimmten Prozess kritisch, aber ich kriege denen das schon irgendwie verkauft, dass das halt voll wichtig ist und die merken das nicht.
00:39:59: Also wir unterschätzen einfach wie stark.
00:40:03: wie wir manchmal im Fokus sind und als Führungskraft absolut.
00:40:06: Ich meine, da bist du die zentrale Person, ganz oft aus Sicht eines Mitarbeitenden.
00:40:13: Und dass alles total beobachtet wird und teilweise kopiert wird oder eine Message ist, was ich mache.
00:40:21: Das will man auch nicht so gerne wahrhaben, weil es auch ganz schön anstrengend ist, aber man kann es ja auch als Hebel nutzen, als Positiven.
00:40:28: Ich meine, jetzt hast du erwähnt, wo ich sage, okay, ich strahle Signale aus als Person, aber ich habe auch als Führungskraft durch meinen Gestaltungsspielraum, den ich in der
00:40:40: Organisation ja selber aufsetze, wahrscheinlich auch noch ziemlich einen Einfluss auf meine Mitarbeitenden.
00:40:48: Und das ist meine Haltung.
00:40:50: Also, wie gehe ich bestimmte Themen an?
00:40:53: Und vermitze ich Selbstwirksamkeit und dass wir den Spielraum haben oder sage ich halt, was ja oft aus einer Überlastung kommt und ich mit einer bösen Intention?
00:41:04: Ja, also da musst du die da oben fragen.
00:41:06: Das habe ich jetzt auch irgendwie nicht überlegt.
00:41:07: finde ja auch alles richtig scheiße und hilft uns gar nicht und ist jetzt auch nur Zeitverschwendung, dass wir es machen müssen.
00:41:13: meine...
00:41:14: Dann habe ich einfach einmal in wenigen Sätzen die Motivation des ganzen Teams abgemäht.
00:41:20: Und da habe ich schon großen Impact, vor allen Dingen auch für meine kleine Welt, weil wir alle viel lieber von Menschen umgeben sind, bei denen wir das Gefühl haben, die haben auch
00:41:32: Bock.
00:41:32: Und das kann ich als Führungskraft zu einem gewissen Grad schon auch maßgeblich beeinflussen.
00:41:39: Und jetzt haben wir vorher auch, hast du ganz kurz zum Thema, ja ich stelle meine Mitarbeiterinnen halt klar zur Verfügung oder keine Ahnung was und die sollen halt
00:41:48: irgendwas machen.
00:41:49: Das ist ja nur eine Sache.
00:41:50: Das Thema Digitalisierung ist ja ganz stark in den letzten Jahren aufgekommen, hat einen Pfad aufgenommen, vor allem auch das Thema KI, was kann ich und so weiter und so fort und
00:42:00: ich persönlich habe festgestellt, es macht auch was mit dem Thema Führung, gefühlt wie Menschen führen.
00:42:07: Manche führen dann nur über Jira-Tickets, dass sie nur Jira-Tickets schreiben und Aufgaben verteilen.
00:42:15: Wie hast du das über die Jahre empfunden, wie die Digitalisierung das Thema Führen verändert hat, positiv als auch negativ?
00:42:27: Also erstmal finde ich ganz spannend, dass die Digitalisierung ja noch viel weniger angekommen ist, als wir manchmal so denken oder hoffen.
00:42:34: Also ich habe letztens wieder eine Studie gesehen, wo irgendwie C-Level, HR, Führungskräfte immer noch zu 38 Prozent ihrer Zeit mit Adminen befasst sind.
00:42:46: Aber ich denke, das crazy.
00:42:48: Das nimmt denen halt auch ganz viel Raum, gut zu führen.
00:42:51: Und da sehe ich aber wiederum das Potenzial, dass so
00:42:54: lästige Zeitfresser im Grunde ganz dringend automatisiert werden müssen bzw.
00:43:02: auch können.
00:43:02: Und KI ist da ja eher so ein Turbo in der Automatisierung, weil du jetzt irgendwie kein Programm mehr schreiben musst oder Software einkaufen musst und so weiter, das zu tun.
00:43:12: Und jetzt ist halt die Frage, wie nutzen wir die Zeit?
00:43:15: Und die Zeit würde ich in gute Führung investieren und eben genau dieses Menschliche wieder in den Vordergrund zu stellen, gerade weil wir auch wissen,
00:43:24: dass diese Prozesse ja auch bei vielen Leuten Sorgung, Ängste, Bedenken, Wunsch nach mehr Menschlichkeit auslösen.
00:43:33: Und das kann ich ja super mit meiner Führungsarbeit verknüpfen.
00:43:38: Was bedeutet das konkret?
00:43:40: Was wäre das für dich jetzt, wenn ich sage, ok, du hast gesagt, das Menschliche etc.
00:43:46: Worauf sollte man da den Fokus legen?
00:43:49: unterschiedlich, je nachdem, was du halt brauchst.
00:43:52: Wenn du jetzt zum Beispiel jemand bist, der irgendwie so gerne mehr machen würde und sitzt da und machst da deinen Job, aber ich merke auch irgendwie, Johannes will, hat Bock auf
00:44:04: neue Themen, Bock auf neue Projekte, braucht auch ein bisschen Zeit, um auch dahingehend enabled zu werden.
00:44:10: Dann kann ich die Zeit nutzen, mich mit dir hinzusetzen und zu gucken, hey, wo stehst du, was brauchst du?
00:44:16: Wie nutzen wir deine Skills besser?
00:44:20: Welche Stärken hast du?
00:44:21: Wie können wir die besser einsetzen?
00:44:22: Das ist ja etwas, von dem ich sogar als Führungskraft stark profitiere im Nachhinein.
00:44:27: Weil du wächst, weil du motivierter bist, weil du loyal bist dem Team gegenüber und auch mir als Führungskraft.
00:44:33: Aber ich brauche halt die Zeit und wenn ich halt, und das sehe ich eben super oft noch, Führungskräfte sehe, die von einem 8-Stunden-Tag 9 Stunden im Meetings hängen.
00:44:43: dann habe ich halt die Zeit nicht.
00:44:45: Und das ist halt ein Problem, weil dann sitzt du da und keiner für mit dir im Gespräch und auch wenn ich das sehe, dass du eigentlich viel mehr kannst und das cool finde, weißt du
00:44:52: gar nicht, dass ich das sehe und irgendwann suchst du dir halt neuen Job und gehst.
00:44:58: Das ist etwas, was ich fragen wollte.
00:45:02: Das ist ein Thema, gefühlt werden auch alle überladen, auch bei meinem Kunden.
00:45:05: Die Führungskräfte kriegen das, das, das und das auf.
00:45:08: Aber diese Zeit zu nehmen, zu reflektieren und zu beobachten, gehört ja glaube ich auch dazu, zu sagen, wer sind denn auch, ein Gespür zu bekommen, wer sind denn meine
00:45:20: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und was ist denen wichtig, was ist ihnen nicht so wichtig?
00:45:24: Diese Zeit fällt gefühlt oft.
00:45:25: ist irgendwie so ein
00:45:27: Ein Hamsterrad.
00:45:28: Ja, und jetzt komme ich natürlich mit einem blöden Triggerspruch, aber die muss man sich natürlich nehmen, weil da kommt ja keiner und gibt sie dir, sondern da finde ich wichtig,
00:45:39: dass man als Führungskraft, wenn man auch innerlich geklärt ist, wie möchte ich führen und was soll der Unterschied sein, den ich für meine Leute mache, dass man schaut, dass man
00:45:48: sich das auch rausnimmt.
00:45:50: Also Zeiten wegblocken, Nein sagen.
00:45:55: Projekte nicht machen, depriorisieren oder was anderes stoppen, wirklich zu sagen, wenn ich die Führungskraft hier bin, die ich gerne sein möchte, geht das nur unter den und den
00:46:07: Bedingungen.
00:46:08: Und das ist manchmal immer polarisierend, aber das hilft dir auch, für dich eigentlich viel früher selber zu klären, ob der Ort, an dem du wirken darfst, überhaupt der Ort ist,
00:46:19: der zu dir passt.
00:46:20: Weil das kann man natürlich auch über Jahre verschleppen.
00:46:24: Nur das endet ja dann auch nicht selten in großer Unzufriedenheit oder manchmal auch sogar ein Burnout.
00:46:30: Es schön, du das sagst, ich sage es meinen Kunden auch immer, ich sage immer, go slow to go fast.
00:46:35: Also dass sie einfach mal die Bremse reinhauen sollen.
00:46:37: Die finden so...
00:46:38: Oh, Beraterspruch.
00:46:40: Hau ab, ey!
00:46:42: Du fährst gleich schön in ersten Klasse mit dem WC wieder nach Hause und...
00:46:46: kümmern uns das, was liegen.
00:46:47: Genau so ist das.
00:46:51: Dann schickst du deine Rechnung und gut ist.
00:46:55: Magst du das nicht so, oder?
00:46:56: So!
00:47:00: Und was anderes, ich auch immer ganz gut finde, ist, damit die mal für einand kommen, die Dinge, ich finde, die haben auch alle, auf jeden 100.000 Dinge offen und kriegen den
00:47:08: Deckel nicht drauf.
00:47:09: Also die kriegen es nicht abgeschlossen.
00:47:13: Es auch insane, wie sich Leute in größeren Einheiten untereinander Arbeit machen.
00:47:19: diese E-Mail mit irgendwie zehn Leuten in CC und jeder gibt da noch seinen Senf dazu und dann nimmt das noch mal einer mit und dann muss die eine Person wieder mit irgendjemand
00:47:29: reden, mit dem sie aber erst in zwei Wochen einen Termin hat und so weiter, wo man eben sagen würde, in kleinen Unternehmen wäre es einfach entschieden worden und wenn es halt
00:47:37: dann nicht richtig ist, dann kann man es ja auch wieder korrigieren.
00:47:39: Also es sind ja auch so Sachen.
00:47:42: Das ist ja schon ganz alt.
00:47:43: Das gibt ja auch dieses, jetzt fällt mir der Name nicht ein, dieses Buch, irgendwie in den 60ern über Bürokratie geschrieben wurde, wo je mehr Leute, meine, spätestens nach der
00:47:55: Podcastaufnahme fällt es mir wieder ein, je mehr Leute du hast, desto mehr Arbeit machen, die sich eben untereinander.
00:48:04: Ja, ein anderer Spruch kann auch ein berater Spruch raushauen.
00:48:09: Den finde ich aber gut.
00:48:10: gibt es ein gutes Video dazu.
00:48:12: Stop Starting Start Finishing.
00:48:14: Ja, finde ich auch gut.
00:48:15: Ja, da gibt's ein geniales Video dazu und da geht's diesen Kontext-Switch zwischen den einzelnen Themen, die du immer hast, dass du die reduzierst.
00:48:24: Dann hab ich noch einen Berater-Spruch.
00:48:26: Jetzt gibt's Ratersprüche für alle.
00:48:32: BÄM!
00:48:33: Stimmt nicht.
00:48:35: Fred Feuerstein konnte.
00:48:36: Ja, das stimmt.
00:48:37: Scheiße, du bist schlauer als ein durchschnittlicher Kunde.
00:48:43: Ja, gut.
00:48:45: Aber es steckt ja immer viel drin.
00:48:46: Die Umsetzung ist halt das, was ja auch dann letzten Endes jeder Berater auch von sich selber kennt mit den eigenen Dingen, die man gerne umsetzen will.
00:48:56: Und da finde ich eben so wichtig zu gucken, was ist der Knoten, den wir irgendwie
00:49:03: zerschneiden oder auflösen müssen, weil ich ganz offen Menschen zu tun habe, die wollen, aber die eben bestimmte Dinge nicht hinterfragen oder das Gefühl haben, sie könnten keinen
00:49:16: Einfluss darauf haben.
00:49:20: Wenn wir jetzt gerade beim Thema Digitalisierung sind.
00:49:26: Und das Weiterspielen zum Thema KI, das ist ja auch so ein Ding, das ja aus meiner Sicht die Führung auch wahrscheinlich beeinflusst, ich jetzt Sachen schneller bekomme, aber auch
00:49:41: meine Mitarbeiter vielleicht einen anderen Wissensstand haben, den ich vielleicht früher als Führungskraft hatte, die sie nicht hatten und so weiter und so fort.
00:49:49: Was bedeutet das für den Umgang oder für Leadership, für Führung?
00:49:55: Ich finde das cool, weil ich glaube eigentlich ist es jetzt so, als ob jeder im Team einen persönlichen Werkstudenten hat oder auch zwei oder drei.
00:50:07: Das heißt, wenn ich den Menschen gute Use Cases zeige und dann muss man eben gucken, schafft die Führungskraft das, hat die da Bock drauf, kann die das überhaupt, weil sie
00:50:18: selber begeistert oder muss ich irgendjemand extern dazu holen oder zubuchen, der das macht.
00:50:23: Aber wenn die Führungskräfte ihren Leuten zeigen, wie sie in ihren Jobs bestimmte Dinge automatisieren, dann glaube ich, nimmt das einerseits Ängste und ist andererseits halt
00:50:36: total motivierend.
00:50:38: Ich bin total dagegen dieses, wir machen jetzt alles mit KI und so.
00:50:42: Ich würde das Denken halt nicht auslagern, aber ich würde mal anfangen, diese Heavy-Jobs auszulagern.
00:50:48: Weil ich musste zum Beispiel
00:50:49: vor KI immer einmal im Monat gucken, ob der unser Schalberater alles so gebucht hat im Monatsabschluss, wie ich das gerne hätte.
00:50:58: Der ist ziemlich gut, aber wir hatten davor eben welche, die haben dann auch mal hier einen Beleg vergessen und da was falsch gebucht und hier einen falschen Wert rein und so
00:51:05: weiter.
00:51:06: Und das hat mich eine Stunde gekostet und es war nie was, worauf ich mich gefreut habe.
00:51:11: Aber das kann ich jetzt halt einfach da reinkippen und
00:51:16: Da kommen manchmal interessante Dinge, die ich so auch nicht gefunden hätte zutage.
00:51:21: Und das kann ja total motivierend sein.
00:51:23: Ich glaube, man muss irgendwie vermitteln, KI wird dich nicht ersetzen.
00:51:28: Da muss man natürlich auch inhaltlich arbeiten und Wertschätzung zeigen, wofür man die Leute auch weiterhin braucht oder vielleicht sogar noch mehr braucht.
00:51:36: Aber so kannst du es nutzen.
00:51:37: Und bitte als Führungskraft so hinterfragst du auch die Ergebnisse, bevor du sie mir schickst.
00:51:42: Weil wir ja auch ziemlich viel Workslot mittlerweile haben.
00:51:46: Und da ist es natürlich irgendwie ein Problem, das landet dann ja alles bei der Führungskraft, die dann irgendwie interne Qualitätssicherungen spielen muss für schlechte
00:51:53: KI-Ergebnisse.
00:51:54: Also das würde ich direkt beibringen.
00:51:57: Du wirst ja automatisch dein neuer Bottleneck, das neue Bottleneck, herstellen.
00:52:00: Ja, genau.
00:52:01: Gibt ja so paar so Memes.
00:52:03: Aber was ich weiß, du weißt jetzt, worauf ich rauskomme oder in welche Richtung es geht, weil ich es schon mal eingeträgert habe im Vorgespräch und du hast das Thema hybride Teams
00:52:15: führen und zwar, wenn du Teams hast, Mensch und KI-Agenten.
00:52:22: Ich hatte es im Podcast schon ein paar Mal, Aussagen vom
00:52:26: die gesagt haben, das wird die Zukunft werden.
00:52:29: Wir werden zukünftig Teams haben, wo wir KI-Agenten haben und Menschen haben.
00:52:35: wir werden als Führungskraft beides führen müssen.
00:52:38: Und das geht nur anders, als es heute geht.
00:52:43: Wie ist dein Blick auf dieses Thema?
00:52:45: Weil ich meine, man könnte ja auch sagen, hey, pass auf, den Agenten, ich weiß nicht, ob ich den führen muss oder ob das nur meine Mitarbeiter, die ich führe, einfach sauber
00:52:52: einsetzen müssen.
00:52:53: Ja, das wäre mein erster Gedanke gewesen.
00:52:58: Ich ich tue mich bisschen schwer, das gleichzusetzen, weil in der Gleichsetzung ganz viel mitschwingt.
00:53:05: Und da würde ich mich fragen, ob ich das, was da mitschwingt, wirklich als Vibe in meinem Team geben wollen würde.
00:53:12: Weil es heißt ja, okay, es gibt jetzt hier einen, der ist im Grunde auf seinem Themengebiet genauso gut wie du.
00:53:19: Du bist jetzt aus Fleisch und Blut.
00:53:21: Aber das werden wir auch noch irgendwie abschaffen können.
00:53:24: Und den KI-Agenten nehmen wir jetzt hier als jemand,
00:53:28: die man aufführen muss.
00:53:28: Ich meine, es ist ein reines Input-Output-Ding, ein reiner Ausführer von einem Befehl, der da reingekippt wird.
00:53:39: Und vielleicht gibt es Führungskräfte, die sich das auch nicht mehr vom Menschen erwarten.
00:53:43: Aber es ist ja...
00:53:46: Es ist nicht die Ebene, die ich normalerweise für relevant erachte im Bereich Führung.
00:53:50: Das heißt, ich würde...
00:53:53: die nicht als Team wirklich betrachten, sondern ich würde sie als sehr, sehr kraftvolle Werkzeuge sehen, die wir im Team zusätzlich haben.
00:54:06: Und ich glaube auch, dass ich das jetzt eine steile Tier sehe.
00:54:09: Ich bin noch nicht so sicher, ob die stimmen.
00:54:10: Aber ich glaube, die Unternehmen sind ja am erfolgreichsten, die KI eigentlich so einsetzen, dass Kernprozesse von KI unterstützt werden.
00:54:21: Und nicht, dass jeder da jetzt mit seinem eigenen ChatGPT und so weiter sitzt und tolle Abfragen macht oder schöne Promps schreibt.
00:54:28: Das ist auch hilfreich, aber das ist ja gar nicht das große Ding.
00:54:31: Das große Geld steckt ja darin, dass du bestimmte Dinge im Kernprozess automatisierst.
00:54:36: Und das kriege ich ja dann als Teammitglied vielleicht auch gar nicht mit, weil wir sind ja die menschliche Abteilung, die vielleicht mit dem Output arbeitet, die vielleicht guten
00:54:46: Input bereitstellt und so.
00:54:48: Aber es ist ja...
00:54:50: Also das Internet ist ja auch kein Teammitglied für mich.
00:54:53: Egal in welche Richtung es geht, ich rede ja auch mit Unternehmen, wo die sagen, wir nutzen es genau, um Prozesse zu beschleunigen, zu automatisieren und so weiter und so
00:55:04: fort.
00:55:05: Aber was immer der Fall ist, ist ja natürlich immer ein Veränderungsprozess und der bringt Ängste, Furchtungen, Menschen fühlen oder sehnen sich nach Stabilität und so weiter und so
00:55:19: fort.
00:55:22: Das ist ja auch noch so ein Thema, dass er dann da auch nochmal massiver wird, oder?
00:55:27: Ja, voll.
00:55:28: Also deshalb glaube ich, ist dieses Thema Wertschätzung voll wichtig.
00:55:30: Wir haben früher im Führungskräfte-Trainings da auch viel zu kurz gedacht.
00:55:34: Also hatten wir dann immer so das Kapitel Feedback drin und dann haben wir kurz über positives Feedback gesprochen und dann eben darüber, wie deliver ich kritisches Feedback.
00:55:43: Heute zum Beispiel haben wir viel größeren Teil zum Thema Wertschätzende Führung drin, weil Wertschätzung einfach viel mehr ist.
00:55:49: Wertschätzung hat viel damit zu tun, dass ich ohne, dass du mir eine Leistung direkt entgegenbringst, ich dich
00:55:56: auf meine Haltung sehe, wahrnehme, wertschätze, auf sich eingehe.
00:56:02: Und das ist halt etwas, das gerade in solchen Veränderungsprozessen halt super entscheidend ist, insbesondere wenn Leute sogar Sorge haben, dass es ihren eigenen Job
00:56:12: geht, ihren eigenen Aufgabenbereich und dass man einfach aus sich bemüht, neue Wege zu finden.
00:56:18: Also man merkt das ja gerade schön im Bereich kreatives Arbeiten, Fotografie und so.
00:56:23: Wie viel plötzlich natürlich mit
00:56:25: KI machbar ist.
00:56:26: Also du brauchst teilweise keine Models mehr.
00:56:29: kannst doch einfach so ein Bild machen.
00:56:31: Aber jetzt hast du halt menschliche Fotografen und die haben 20 Jahre lang gelernt, einen perfekten Winkel zu identifizieren oder zu gucken, wo hat das Bild so einen gewissen Edge,
00:56:43: den eine KI einfach ganz platt übersehen würde.
00:56:47: Und wie können wir das jetzt eben KI in dieses Toolset mit einbauen?
00:56:53: damit die Person, die es macht, es eher leichter hat, aber nicht, weil wir sie ersetzen wollen.
00:56:59: Und so sehe ich es eigentlich auch bei anderen Aufgaben.
00:57:02: Das Thema Wertschätzung finde ich ganz spannend, das was du auch gerade erwähnt hast und Kritik und Wertschätzung, dass ihr da jetzt mehr Zeit darauf verwendet.
00:57:11: Ich hatte Podcastaufnahme mit Hartwin Maas vom Institut für Generationenforschung, falls der Hartwin Maas was sagt.
00:57:18: Der hat im Podcast auch erwähnt, dass die eine Studie hatten, wo es darum ging auch ums können sich Leute vorstellen, KI als Führungskraft zu haben.
00:57:30: Dass die KI die Führungskraft war, ein Großteil kann es noch nicht, aber es gibt schon ein paar.
00:57:33: Aber was ganz spannend war, hat er gesagt, das Thema war, dass viele Leute eher Kritik von der KI wollen, aber das positive Feedback oder das positive Feedback, ja, positive
00:57:45: Feedback, was er von Menschen sicher war, mehr von ...
00:57:49: Ja, kann ich mir gut vorstellen.
00:57:51: Ich würde mir auch hinkommen.
00:57:54: Also Beierklärung wäre so Kritik.
00:57:56: Ich kann sie schneller für mich verarbeiten, weil ich weiß, die kennen mich ja eigentlich gar nicht und so.
00:58:02: kann mir das rauspicken, was ich irgendwie gut finde und den Rest so stehen lassen.
00:58:07: Und dieses Positive, da finde ich immer, so, ich meine, ist halt auch echt ein Schleimer und so.
00:58:13: Also das ist mich das Erste, was mit Menschen kommt, es ist irgendwie mehr relevant.
00:58:17: Da mache ich ja manchmal echt fertig, wenn da steht irgendwie, ja gute Idee, 20 und so.
00:58:21: Ich weiß, man kann es auch abstellen und so.
00:58:23: Aber irgendwie schwingt es ja trotzdem in allen Antworten mit, dass KI sehr versucht zu gefallen.
00:58:29: Ja, genau, und das war auch der Punkt.
00:58:31: Die sind halt so trainiert, dass sie gefallen wollen oder gefallen will.
00:58:36: Spannend.
00:58:37: So, Svante, bevor wir abbiegen in die Zielgerade, hätte ich noch viele Fragen, aber ich glaube, dann sitzen wir wahrscheinlich noch länger.
00:58:51: Das machen wir dann beim persönlichen Treffen mit dem Wein, den ich versprochen habe, den ich mitbringe.
00:58:56: Österreichisch.
00:59:01: Eine Frage, einfach nur so wie auch immer heißt diskutiert wird aktuell oder aktuell, das ja schon wieder auch zeitlär, das ganze Thema Homeoffice und Office und wieder Back to
00:59:12: Back ins Office und wie auch immer man das alles nennen mag auf Neudeutsch und auf Deutsch und ja.
00:59:18: Wie stehst du zu dem Thema?
00:59:19: meine, es kam ja ein krasser Push, dass wir Homeoffice und so weiter oder Working from Home und jetzt rufen wieder alle zurück.
00:59:26: Und was ist für dich?
00:59:30: Wie siehst du diese Dinge?
00:59:31: Weil ich persönlich sag, ich finde Homeoffice super, aber ich finde es extrem wichtig, wenn eine Mischung da wäre, weil ich das Persönliche für die Kultur spannend finde oder
00:59:42: für den Kultur-Office kann mir keiner erzählen, dass ich nur an einen Remote-First-Company, dass ich da eine gewisse Kultur hinkriege, weil man muss ja doch
00:59:49: auch, also das ist meine Erfahrung,
00:59:54: dass es das Remote Work einfach viel Flexibilität zulässt, auch für Gen Z und so weiter oder für Familien etc.
01:00:02: Wie stehst du dem ganzen Thema gegenüber?
01:00:06: Na ja, da kommt so ein kleiner Weltschmerz nochmal kurz zum Ende rum.
01:00:10: Also...
01:00:11: Oh man, das wollte ich Ich wollte jetzt keinen Schmerz
01:00:14: Wir kriegen das noch gelöst.
01:00:16: kannst halt der Zwischenzeit schon überlegen, wie zum Schluss noch mal einen guten Weibchen mal kriegst.
01:00:20: Aber ich finde immer so dieses Thema Freiheiten.
01:00:22: Wenn man Menschen Freiheiten gibt, ist es halt immer total cool.
01:00:26: Aber es ist so wahnsinnig zell, unter bestimmten Umständen auch mal eine Freiheit wieder wegzunehmen.
01:00:33: So deshalb, meine kleine Weltschmerz ist da manchmal eben auch, dass Leute immer nur akzeptieren, dass Sachen immer immer besser werden.
01:00:40: Wenn du dich immer mal so zusammenreißen musst, weil irgendwas vielleicht
01:00:44: eigentlich im Summe aufgrund dessen gar nicht mehr so gut ist, dann hat keiner Bock.
01:00:50: Dann sind alle raus und keiner Lust auf irgendwas zu verzichten.
01:00:54: Das Problem ist ja, dass sich Remote Work nicht leise angeschlichelt hat, sondern von heute auf morgen sind alle erst mal zwei Jahre zu Hause geblieben fast.
01:01:05: Dabei ist ganz schön viel auf der Strecke geblieben.
01:01:08: sehen aber viele Menschen eben nicht, weil es nicht ihr Problem ist, dass Weltschmerz Nummer zwei, dass sich Leute ja immer nur für das interessieren, was irgendwie aktuell
01:01:15: gerade ihr Thema ist.
01:01:17: Und dass jetzt so eine Lamentiererei ist, die eben auch dann zu Überreaktionen von Unternehmen führt.
01:01:25: Also es ist ja immer so, wenn die einen besonders auf die Bremse treten, treten die anderen besonders aufs Gas.
01:01:31: Und das ist was Natürliches, was wir auch nicht weggediskutiert kriegen.
01:01:36: Aber ich finde,
01:01:37: Remote oder flexibles Arbeiten super gut.
01:01:41: Es darf nur nicht so ein Grundsatzthema sein und etwas, wo man ein halbes Jahr rumlamentieren muss, bis man das Team mal wieder zusammenkriegt.
01:01:51: Weil dann verstehe ich, dass es die Leute halt nervt.
01:01:53: Ich hatte mal ein Team, mit dem ich einen Workshop machen sollte.
01:01:58: Und wir wurden in schildernden Farben geschildert, wie schrecklich das alles ist.
01:02:01: Und ich gedacht, gut, dann gucken wir uns das mal zusammen an.
01:02:05: Das ist ja klar, dass du sowas machst, du eine Präsenz, das ist logisch.
01:02:08: Aber der erste Termin, wo sich alle mal wieder einfinden konnten und darauf einigen konnten, dass wir da den Workshop machen, der war fast sechs Monate in der Zukunft.
01:02:17: Wo man denkt, wollt ihr mich verarschen, ihr wart früher jeden Tag in eurem Office und jetzt finden wir also erst in sechs Monaten einen Termin, wo ihr alle da sein könnt.
01:02:26: Da ist ja klar, da brauch ich den Workshop nicht mehr.
01:02:29: Wie viele Probleme ihr eigentlich habt und was die Probleme sind.
01:02:33: Ja, schön.
01:02:36: Sagst es dann auch Kunden so?
01:02:37: Ja, ich finde das gut.
01:02:39: Ich habe jetzt beim Workshop, beim letzten, kam ein Kommentar vom Kunden und habe gesagt, gut, dann packe ich jetzt meine Sachen und gehe einfach.
01:02:46: Wenn ihr nicht wollt, dann lassen wir.
01:02:50: Wenn ihr euch nicht verändern wollt, dann lassen wir es jetzt.
01:02:52: Wenn ihr nicht dran glaubt, dann tschüss.
01:02:55: Dann spart ihr euch die Kohle.
01:02:57: Ja, ist halt eine total lukse Situation, das als Berater machen zu können.
01:03:00: Und bei mir, ich konnte es früher nicht machen, weil ich immer Partnerin in anderen Beratungen war und so weiter.
01:03:07: Und es waren ja nicht meine Kunden.
01:03:09: Heute habe ich das Glück, dass unsere Kunden uns auch in Teilen genau dafür buchen, für die Klarheit.
01:03:17: Und ich da weniger Schauspielern muss, weil das ist etwas, was mir halt super viel Energie zieht.
01:03:22: Und ich finde, wenn etwas so offensichtlich ist, also wenn ich es dir nicht sage, ich immer Geld nicht wert.
01:03:28: Wenn ich dann sag, ja, dann lass uns mal planen, wie wir das dann also im Februar 2028 alles schön gestalten können für das Team.
01:03:35: das ist ja blöd.
01:03:38: Ja, ne, okay, cool.
01:03:40: Ja, aber ich höre aus deiner Antwort einerseits heraus, dass du eine Mischung gut findest, aber andererseits auch, dass einfach vielleicht das Mindset sich in unseren, bei uns als
01:03:54: Gesellschaft ein bisschen ändern müssen.
01:03:55: komm, ja, es ist halt nicht immer alles nur, ja, wie soll ich sagen, damit ich das die richtigen Worte finde, ja.
01:04:05: Es rennt halt nicht immer nur alles nach so wie ich will, sondern es gibt auch Spielregeln, die ich mich halten muss.
01:04:11: Vor allem wenn ich dann bei wem angestellt bin, der mir auch noch das Geld zahlt, dafür, ich was machen kann.
01:04:17: Und wenn der sagt, ihr seid jetzt mal drei Tage da in der Woche, dann ist es halt so oder wie auch immer.
01:04:23: Ja, absolut.
01:04:24: Und dann muss ich sagen, ist natürlich trotzdem auch ein hartes Bubble-Thema, weil es natürlich auch Unternehmen gibt, keine Ahnung, Maschinenbau, Mittelstand und so.
01:04:33: Da sind alle jeden Tag da.
01:04:35: Die wissen gar nicht, wovon wir reden.
01:04:36: Die wissen nicht mal, was Hafermilch ist.
01:04:38: das ist halt schon… Entschuldigung.
01:04:42: mal zu sparen, die Frage ist ja immer, wie repräsentativ ist überhaupt der Blick auf die Welt, wir so haben mit unseren Großstadtkunden und so weiter.
01:04:51: Ja, bin ich absolut bei dir, bei mir ist es Mittelstand, KMU, Produktion, ja, ich brauche Produktion.
01:04:56: Wie soll ich jetzt einem Mitarbeiter in der Produktion vom Homeoffice erzählen?
01:05:02: Wer bedient die Maschine dann?
01:05:04: Also das kann dann immer ganz gut erden, wenn man solchen Kunden auch ab und zu mal wieder Kontakt hat.
01:05:09: Das sind ja dann Luxusprobleme.
01:05:11: spannend.
01:05:16: Sehr gut.
01:05:18: So, sehr positive Zwischenwürfe.
01:05:22: Wollte ich gerade sagen, hier einmal fragen.
01:05:25: Kommen wir zum Positiven.
01:05:26: Du kannst es positiv natürlich gestalten.
01:05:29: Kommen wir zur letzten Frage.
01:05:31: Drei Learnings, die du den Zuhörerinnen mitgeben möchtest.
01:05:34: Die dürfen positiv negativ sein.
01:05:38: Kannst aber hier den positiven Vibe reinbringen.
01:05:41: Aber privater Natur, aber auch beruflicher Natur sein.
01:05:43: Du kannst es dir aussuchen, wo du sagst, das ist was.
01:05:47: Fangen wir an mit dem ersten Learning.
01:05:50: Arbeit ist nicht alles.
01:05:51: Ich glaube, wenn man das verstanden hat.
01:05:54: Schnallt euch an, es geht weiter.
01:05:56: Ja, also ich glaube einfach, das Leben ist vielfältig und wir kriegen die Zeit nicht zurück, in der wir uns über irgendwelche Arbeitsprobleme geärgert haben.
01:06:08: ist ganz oft ein Luxusproblem und das Beste, was man tun kann, ist für eine gute Balance zu arbeiten.
01:06:15: Das kommt zwar immer erst ein bisschen später, aber ich hoffe, niemand muss krank werden, bevor er das für sich realisiert, weil das ist dann auch doof.
01:06:23: Das wäre also mein erstes Learning.
01:06:26: Und mein zweites ist Bauchgefühl.
01:06:28: Also ich habe so lange mein Bauchgefühl unterdrückt, was ein Fehler war, bis mein Bauchgefühl so intensiv war, dass ich so richtig Magenschmerzen gekriegt habe, so nach dem
01:06:39: Motto, es fanden die jetzt schnallt doch endlich, das ist nicht dein Space oder du willst das Projekt doch gar nicht machen.
01:06:44: Also richtig Bauchgefühl für Dumme.
01:06:46: Und ich hätte mir ganz viel
01:06:50: in meinem Leben erspart, wenn ich einfach mein eigenes Bauchgefühl ernster genommen hätte.
01:06:55: Das sagt sich mir so leicht, für mich ist es auch ein Selbstwertthema.
01:07:01: Weil natürlich sich selber ernst zu nehmen, hängt zusammen mit sich selbst einen Wert bei zu messen und auf das Bauchgefühl zu haben.
01:07:11: Das ist jetzt nicht der schnelle Tipp für die Leute, die sagen, das fällt mir schwer, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das sinnvoll ist.
01:07:18: daran zu arbeiten.
01:07:19: Und das letzte Thema, was mich beschäftigt ist oder was mir, glaube ich, viel gebracht hätte früher, ist noch viel mehr auch zu gucken, wer bin ich, was will ich und was kann
01:07:34: ich.
01:07:35: Also ich bin jemand, der sich über Motivation und Leistungswillen in ganz viele Sachen reinarbeiten kann und die dann auch gut macht.
01:07:46: Aber es ist ganz oft die Frage auf der Strecke geblieben, macht mir das denn Spaß, will ich das, bringt mich das eigentlich wirklich weiter?
01:07:53: Und die großen oder die Leute, die wir bewundern, die haben ja ganz oft aus ihrer Spezialexpertise, aus ihrem einzigartigen Stärkenset was richtig Geiles gemacht.
01:08:06: Jetzt muss man dafür nicht Weltstar werden oder sonst was, aber so den Regler mehr.
01:08:14: da Stück für Stück hinschieben.
01:08:15: Das kann man auch, wenn man, keine Ahnung, Mitte 40, Mitte 50 ist, noch ändern.
01:08:21: Zu gucken, was gibt mir denn eigentlich Energie und nicht nur, was kann ich gut erledigen und wofür sind andere dann dankbar.
01:08:30: Schöne Learnings!
01:08:31: Schöne Learnings!
01:08:32: Ich hätte noch einen Spruch...
01:08:35: Aber nur wenn du mir keine Rechnung dafür schickst.
01:08:39: Natürlich nicht.
01:08:42: Vom Berater zu Beraterin.
01:08:45: Aber ich finde das letzte Learning ganz spannend.
01:08:50: Wenn du sagst, dich schauen und passt das, passt das nicht für mich, will ich das auch irgendwie.
01:08:58: Ich fahre da auch immer zu diesen Ansätzen, es passt vielleicht nicht 100 Prozent jetzt zu deinem Learning, aber es ist irgendwie, finde ich, angedockt.
01:09:05: Ich sage mir auch immer, wenn ich was mache,
01:09:08: Wenn es mir nicht taugt, change it, accept it or leave it.
01:09:12: Entweder versuche ich daran zu arbeiten, dass ich es ändern kann.
01:09:15: Klar, du ein Projekt kriegst, ich müsste dann mit meiner Führungskraft daran arbeiten, ich sage, ich mache was anderes, ich möchte meine Rolle ändern im Unternehmen oder ich gebe
01:09:26: mich dem hin.
01:09:27: Dann darf ich aber nicht zudern.
01:09:30: ich halte den Weg so, im Endeffekt, du ihn auch gegangen bist, als du die Rolle nicht bekommen hast.
01:09:35: Und dann sagst du, okay, gut, jetzt kündige ich und mache was anderes.
01:09:39: Ich finde es ganz spannend, weil es fast so voll ist, wichtige Learning.
01:09:41: Ich in letzten Jahren ziemlich intensives Coaching angefangen.
01:09:47: Und da habe ich von meinem Coach, von Rangel Strohs, eine wichtige Frage gestellt, ich am Anfang gar nicht gut beantworten konnte.
01:09:55: Weil sie immer meinte, ja, aber es fand ich ja, wie müsste es denn sein, damit es für dich cool ist?
01:10:01: Weil ich immer auch machen oder nicht machen, das unterwegs war.
01:10:05: Irgendwo hinfahren, irgendeinen Auftrag annehmen, zu Hause bleiben, Auftrag ablehnen.
01:10:09: Und ich hab total vergessen, dass es ja dazwischen auch Bedingungen gibt, die ich verhandeln kann und über die ich selber entscheiden kann.
01:10:19: Und das ist meistens dann am Anfang immer eher so in hitzigen Diskussionen bin ich dann draus geplatzt und dann sagte sie auf einmal, und genau den Punkt meinen wir.
01:10:29: Und jetzt kann ich es halt viel besser, aber ich fand es halt total erstaunlich, dass es vorher gar nicht in meinem
01:10:36: Spielraum war.
01:10:37: ich dachte ja oder nein, aber die Bedingungen legen andere fest und das ist halt Quatsch.
01:10:41: Das ist schön, du das sagst.
01:10:43: Ich glaube, junge Arbeitskraft traut man sich da auch nicht so viel.
01:10:48: Da akzeptiert man einfach oftmals die Sachen so, wie sie sind, anstatt dass man sagt, okay, gut, auch ich als junge Arbeitskraft habe die Möglichkeiten zu verhandeln und
01:10:56: gewisse Themen zu besprechen oder Forderungen zu stellen.
01:11:00: Ich drücke es jetzt mal so.
01:11:03: Cool!
01:11:03: Da wären einige Dinge, mein Gott, nicht noch mehr Forderungen.
01:11:07: Aber es stimmt.
01:11:09: Ja, aber weißt du, also ich hab das zumindest gelernt, ja, bei meinen ersten Jobs, ich dann hin und her dachte, okay, gut, und dann gesehen hab, was andere gemacht haben, und
01:11:15: dann dachte ja gut, ich jetzt den Mund aufgemacht, Und dann bei den anderen Jobs hab ich dann halt auch, gab's halt Situationen, wo ich sagen, ich muss jetzt da was ändern, weil
01:11:24: so macht's halt keinen Spaß, ja.
01:11:26: Du kannst immer ein Gegenangebot machen.
01:11:28: Wenn man da nicht zusammenkommt, man immer noch überlegen, was man damit macht.
01:11:31: es ist genau so, wie du sagst.
01:11:34: Das sollte man machen und die Klarheit lohnt sich, da bisschen Zeit zu investieren, zu sagen, wie könnte es denn funktionieren?
01:11:45: Ja, super.
01:11:46: Das war es.
01:11:47: Danke für deine Zeit.
01:11:48: Danke, du das wirst geschafft haben nach...
01:11:51: Ich schau auf dem Zettel.
01:11:55: Ich finde das super.
01:11:56: Ich habe mich echt sehr gefreut, dass du gesagt hast, ja cool, machen wir.
01:12:01: Dankeschön auch für deine Einblicke und in das Thema führen und wie du das siehst, auch in der jetzigen Welt, wo sich die Sachen auch noch mal drehen und wenden.
01:12:10: was für Einfluss eigentlich auch als Führungskraft auf die Mitarbeiter selber, sondern eigentlich auch auf die Gesellschaft, wenn man so will hat.
01:12:18: Weil je nachdem, wie ich dann das Unternehmen, das Arbeitsumfeld schaffe und als Führungskraft ich auch dieses New Work Thema stark beeinflussen kann, finde ich super,
01:12:31: finde ich spannend.
01:12:32: Danke.
01:12:33: Danke dir fürs dranbleiben und vielleicht machen wir mal eine Fortsetzung in so zwei, drei Jahren.
01:12:39: Ich trage dich heute schon mal an.
01:12:42: Überlinke sind nicht sehr gut zu erreichen.
01:12:47: Super, alles klar du, dann wünsche ich dir noch einen schönen Tag und hoffentlich noch einen entspannten Rest.
01:12:53: Bis bald, ciao ciao!
01:12:57: Ciao.
01:12:59: Das war die Folge mit Swantje Allmers.
01:13:00: Infos zu Swantje New Work Masterskills und ihrem Podcast Out of Office findet ihr in den Show notes.
01:13:07: Bis zur nächsten Folge wünsche ich euch jetzt alles Gute und viele Grüße aus München.
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