Digitalisierung für den Mittelstand #121
Shownotes
Hallo und willkommen zur Folge mit Benjamin Neubauer von EVOMECS, die mit ihrer Software eine Plattform für eine ganzheitliche Digitalisierung der Produktion anbieten – mit Fokus auf KMU und den Mittelstand.
Wir haben natürlich über die Plattform und ihren Ansatz gesprochen, aber was ich besonders spannend fand, war diese tiefe Überzeugung von der Wichtigkeit, auch KMU und den Mittelstand in der Digitalisierung mitzunehmen und einen aktiven Beitrag dazu zu leisten.
Benjamin und ich haben darüber diskutiert, warum die Digitalisierung hier oft langsamer voranschreitet, als es die Technologien eigentlich ermöglichen würden, ob es an fehlenden Tools liegt oder eher an Denkweisen, Strukturen und der Bereitschaft, sich wirklich zu verändern.
Ein zentraler Gedanke zieht sich durch unser Gespräch: Technologie allein verändert nichts. Entscheidend ist, ob Organisationen in der Lage sind, sie aufzunehmen, zu verstehen und sinnvoll in ihre Realität zu integrieren.
Es war ein großartiges Gespräch, in das ihr jetzt reinstartet. Viel Spaß dabei!
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00:00:02: Wir wollen auch kleine und kleinsten Unternehmen bedienen können.
00:00:05: Unser kleinster Kunde zehn Mitarbeiter.
00:00:07: Das muss gehen.
00:00:10: Ich will nicht ausschließen, dass dieses Know-how, wir hier haben und die Fähigkeiten mit den richtigen Werkzeugen unterstützt, uns viel weiter nach vorne katapultieren, wir es uns
00:00:21: selber vorstellen können.
00:00:21: Ich glaube nicht, dass wir die Abgehängten sind.
00:00:29: Herzlich willkommen zu Business Unplugged, dem Treffpunkt für Tradition und Zukunft.
00:00:34: Mein Name ist Johannes Pohl und ich spreche mit Unternehmerinnen, Gründerinnen und stillen Heldinnen des Business Alltags, die unsere digitale Zukunft formen.
00:00:43: Business Unplugged ist die Bühne für Visionäre der Digitalisierung und soll Brücken zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen bauen.
00:00:51: Hier erhältst du wertvolle Impulse und Inspiration.
00:00:55: Hallo und willkommen zu Folge mit Benjamin Neubauer von EVOMECS, die mit ihrer Software eine Plattform für eine ganzheitliche Digitalisierung der Produktion anbieten mit Fokus
00:01:04: auf KMU und Mittelstand.
00:01:06: Wir haben natürlich über die Plattform und ihren Ansatz gesprochen, aber was ich super fand war, tiefste Überzeugung von Benjamin von der Wichtigkeit auch KMU und Mittelstand in
00:01:17: der Digitalisierung mitzunehmen und einem Beitrag dazu zu leisten.
00:01:22: Benjamin und ich haben diskutiert, warum Digitalisierung hier oft langsamer voranschreitet, als es Technologien eigentlich ermöglichen würden.
00:01:30: Ob es an fehlenden Tools oder eher an Denkweisen, Strukturen und der Bereitschaft liegt, sich wirklich zu verändern.
00:01:37: Ein zentraler Gedanke zieht sich durch unser Gespräch.
00:01:39: Technologie alleine verändert nichts.
00:01:42: Entscheidend ist, ob Organisationen in der Lage sind, sie aufzunehmen, zu verstehen und sinnvoll in ihre Realität zu integrieren.
00:01:50: Es war ein super Gespräch, bei dem ich euch jetzt viel Spaß wünsche.
00:01:54: Lieber Benjamin, herzlich willkommen hier bei mir im Podcasteckerl.
00:01:58: Ich freue mich sehr, dass du mich hier besuchst, denn du sprichst in deinem Business-Alltag nicht einfach nur über Digitalisierung, sondern versuchst seit Jahren, für
00:02:09: den Mittelstand wirklich benutzbar, bezahlbar und vor allem alltagstauglich zu machen.
00:02:16: Genau mein Ding.
00:02:17: Hallihallo.
00:02:19: Hallo Johannes, vielen Dank für die Einladung.
00:02:21: Schön, hier zu sein.
00:02:22: Sehr gerne.
00:02:23: Wie gesagt, freue mich sehr, Wenn wir jetzt mal ein bisschen drauf schauen, was du gemacht hast, deine Historie ausbildungstechnisch, bist du Mediendesigner und auch Architekt und
00:02:37: hast in dem Bereich auch einige Jahre gearbeitet.
00:02:41: Bevor du dich einerseits als Architekt selbstständig gemacht hast, als freie berufliche Architekt, aber auch parallel die
00:02:49: EVOMECS mitgegründet hast, dessen CEO du auch bist und das in einem ganz anderen Metier eigentlich unterwegs ist, nämlich der Produktion, mein Herz geht auf als Produktioner, und
00:03:02: das eine Software Suite für Digitalisierung der Prozesse anbietet.
00:03:08: Das Business hat so Fahrt aufgenommen, dass du sogar deine freiberufliche Tätigkeit als Architekt aufgegeben hast, wenn ich das richtig recherchiert habe.
00:03:18: Was ich generell daran mag ist, bei euch geht es eben nicht nur um Software, sondern auch diese fast schon, ich sage jetzt mal leicht unromantische, aber doch extrem wichtige
00:03:27: Frage, wie man in der Fertigung dafür sorgt, dass Menschen nicht dauernd Dinge irgendwie doppelt eintippen, Informationen von A nach B tragen oder mit viel Erfahrung irgendwelche
00:03:38: Lücken kompensieren müssen, die eigentlich ein gutes System schließen sollte.
00:03:43: Ich versuche es mal so zusammenzufassen.
00:03:45: Also kurz gesagt, weniger Reibung, weniger Verschwendung und mehr Klarheit im Prozess oder in den Prozessen.
00:03:52: Ich bin also sehr gespannt heute mit dir genau darüber zu sprechen, wie man Operations, Digitalisierung und vor allem auch Mittelstand zusammenbringt, ohne dabei den Menschen aus
00:04:02: dem Blick zu verlieren.
00:04:03: Und bevor wir da jetzt tiefer einsteigen, geht es zu den AB Fragen.
00:04:08: Du weißt, was auf dich zukommt, AB Fragen.
00:04:10: Du weißt, was passiert?
00:04:12: Also ich weiß ungefähr, was jetzt passiert, aber ich weiß natürlich nicht, was ich gefragt werde.
00:04:15: Okay, gut.
00:04:17: Daran erkennt man immer die Hörer des Podcasts.
00:04:24: Es gibt fünf Fragen, die alle mit Digitalisierung zu tun.
00:04:30: Bei jeder Frage gibt es zwei Antwortmöglichkeiten und du entscheidest dich für eine.
00:04:35: Hintergrund, damit die Zuhörerinnen dann auch vielleicht deine Antworten später auch entsprechend einordnen können.
00:04:42: Alles klar.
00:04:43: Wir starten?
00:04:44: Ja.
00:04:45: Bildung online oder offline?
00:04:47: Offline.
00:04:49: Automatisierte oder menschliche Entscheidungsfindung?
00:04:54: Menschliche Entscheidung mit automatisierter Unterstützung.
00:04:59: Stärkere Regulierung oder mehr Freiheiten für Unternehmen?
00:05:03: Mehr Freiheiten für Unternehmen, natürlich.
00:05:05: Vollkommener Schutz persönlicher Daten oder weniger Datenschutz zur Wahrung, der Sicherheit und des Wohls der Allgemeinheit?
00:05:12: B.
00:05:14: Ich weiß es nicht lang.
00:05:15: Die Frage ist ewig lang.
00:05:19: Webmeetings oder persönliche Treffen?
00:05:22: Beides.
00:05:24: Schwierig, oder?
00:05:25: Darf ich nicht sagen.
00:05:27: Erst online, dann persönlich.
00:05:28: Okay.
00:05:29: Oder auch umgekehrt.
00:05:31: Du kannst es gleich erklären.
00:05:33: Du hast dich für Bildung offline entschieden.
00:05:34: Wieso?
00:05:36: Na ja, meine Kinder sind jetzt in der Schule, also die Große in der siebten Klasse im Gymnasium.
00:05:43: Die kleinere in der vierten kurz vorm Übertritt.
00:05:45: Wir haben Corona erlebt.
00:05:47: Meine Tochter ist in die erste Klasse gekommen, als Corona losging.
00:05:51: Wir wissen, was Homeschooling bedeutet und was bei Homeschooling nicht funktioniert.
00:05:56: Insofern, ich bin der festen Überzeugung, dass für eine echte Wissensvermittlung mehr stattfinden muss als nur die reine Übertragung der Information, sondern dass Menschen
00:06:10: miteinander wirklich in Interaktion gehen müssen.
00:06:12: das ganzheitlich zu vermitteln.
00:06:14: Und dann warst du bei Menschliche Entscheidungsfindung plus, sage ich, also mit Unterstützung.
00:06:22: Wieso für Menschliche Entscheidungsfindung?
00:06:24: Naja, ich meine, du hast es vorhin angesprochen, wir sind im Mittelstand tätig.
00:06:29: Mittelstand sind Menschen, das sind Inhaber geführte Unternehmen und das sind Leute am Werk, die wirklich was drauf haben.
00:06:38: Und ich bin
00:06:41: Naja, ich bin halt Fan von Mittelstand.
00:06:44: Ich bin Fan von Entscheidungen, die eben nicht nur rein auf Basis von Fakten getroffen werden, sondern spielen auch Emotionen, Erfahrungen, Bauchgefühle mit einer Rolle.
00:06:55: Und das sind Dinge, eine Technologie so gut sie auch sein mag, noch nicht vollständig übernehmen kann.
00:07:01: Also es braucht immer noch am Ende den Unternehmer, entscheidet, dass sie auch sein Unternehmen oder die Mitarbeiter im Unternehmen, die dann die Verantwortung dafür
00:07:07: übernehmen.
00:07:10: Dann warst du für mehr Freiheiten für Unternehmen?
00:07:12: Ja.
00:07:15: Muss ich noch was dazu sagen?
00:07:18: Natürlich.
00:07:20: Das ist letztendlich ist es für mich.
00:07:25: Mir geht es jetzt nicht irgendwie um stumpfe Deregulierung.
00:07:29: Ich bin nur.
00:07:31: Ich habe nur eine tiefe, ich sage mal liberale Überzeugung.
00:07:34: Ich.
00:07:36: Ich glaube dran, dass Unternehmen zumindest die, mit denen wir zu tun haben, und das ist eben der Mittelstand.
00:07:45: dass man denen eine gewisse Freiheit einräumen darf, weil da sind Menschen am Werk und Menschen in unserem Umfeld haben ein gewisses Wertkonstrukt und da darf man durchaus
00:07:58: darauf vertrauen, dass die auch in der Regel zum Wohle des gesamten handeln.
00:08:04: man braucht nicht für alles eine Regulierung, wenn man jetzt auch in Phasen wie diesen Geschwindigkeit aufnehmen will oder aufnehmen muss.
00:08:12: dann müssen wir sicherstellen, dass Entscheidungen getroffen werden könnten.
00:08:15: Und das geht nicht, wenn Formular 17b doppelt und dreifach ausgefüllt werden muss.
00:08:20: Und gestempelt.
00:08:21: Und gestempelt.
00:08:24: Und dann fällt da wahrscheinlich auch ganz stark das Thema weniger Datenschutz mit rein.
00:08:27: Das ist im Grunde aus meiner Sicht ein Bestandteil davon.
00:08:33: Freies Unternehmertum ist nicht ohne Risiko.
00:08:39: Und
00:08:40: Wenn wir die Möglichkeiten nutzen wollen, die die Technologie uns bieten, und das sind einige, dann müssen wir ein bisschen an einer anderen Stelle, glaube ins Risiko gehen.
00:08:57: Ich meine natürlich, personenbezogene Daten, das ist ein hohes Gut.
00:09:02: Und auch vor allem die Datenintegrität, die Souveränität über die eigenen Daten ist ein absolutes hohes Gut.
00:09:10: Aber auch da kann man den Bogen auch bisschen überspannen und damit die Unternehmen oder vielleicht nicht nur die Unternehmen, vielleicht auch eine Gesellschaft ein Stück weit
00:09:19: lähmen.
00:09:20: Okay.
00:09:21: Und dann beim Webmeetings oder persönliche Treffen, dass du gesagt hast, ja das eine und dann das andere oder vielleicht auch umgekehrt.
00:09:30: Ja, das hat letztendlich auch mit dem zu tun, die Eingangsfrage war, Online- oder Offlinebildung.
00:09:39: Man kann natürlich Informationen übermitteln in Online Meetings.
00:09:43: Man kann ein erstes Kennenlerngespräch machen.
00:09:45: Ich rede jetzt einfach von einem gewissen Vertriebsprozess aus meiner Perspektive.
00:09:50: Kann man erste Informationen übermitteln, aber wenn man dann gemeinsam weitermacht und das, was wir tun, wo wir vielleicht nachher noch bisschen drauf zu sprechen kommen, da
00:10:02: bildet man auf eine gewisse Art und Weise schon auch mal eine Schicksalsgemeinschaft und da kennt man sich besser.
00:10:08: ist es gut, wenn man sich auch persönlich kennenlernt.
00:10:09: ist eigentlich unerlässlich, dass man sich persönlich kennenlernt.
00:10:13: dann hat man auch wieder die Möglichkeit, weitere Dinge online zu besprechen.
00:10:19: Super, danke.
00:10:20: Danke für den Einblick hier.
00:10:22: Jetzt starten wir rein.
00:10:25: In deinem aktuellen Arbeitsumfeld, Benjamin, hast du ja sehr stark oder steht das Thema Digitalisierung im Mittelpunkt und jetzt habe ich im Intro erwähnt, dass du Architekt
00:10:37: und als solcher auch gearbeitet hast.
00:10:41: Was ich mich gefragt habe, war eigentlich damals das Thema Digitalisierung für dich persönlich, also auch für deine Arbeit schon so relevant, wie es aktuell der Fall ist?
00:10:53: Ja, also ich glaube, so ein gewisses Nerdgen kann ich nicht abstreiten.
00:11:03: Und ich habe auch in meiner Zeit als Architekt, es waren immerhin schon in Festanstellungen sechs Jahre und dann noch freiberuflich vier, fünf Jahre, habe ich schon
00:11:15: das Gefühl gehabt, dass wir dabei weitem nicht die Potenziale nutzen, die uns damals noch zur Verfügung standen.
00:11:20: Also ich rede jetzt mal von, als ich eingestiegen bin ins Berufsleben, 27, 28, wir haben noch Faxe verschickt und so Zeug.
00:11:28: Auch damals hatten wir CAD-Systeme zur Verfügung, mit denen wir geplant haben.
00:11:34: ich hatte nicht nur das Gefühl, sondern es war auch so, wir nutzen das nicht aus, was uns da zur Verfügung steht.
00:11:42: Und das hat mich immer schon gewurmt.
00:11:45: Ich habe dann im Rahmen dessen, wirtschaftlich möglich ist, versucht, das auch so bisschen weiter auszureizen und auszuprobieren, wie kriege ich vielleicht die Daten.
00:11:56: Aus dem CAD-System besser rein ins Ausschreibungsprogramm.
00:11:59: Wie kann ich die Daten da leichter fließen lassen?
00:12:01: Aber natürlich alles ohne einen eigenen IT-Hintergrund im Aufwand des Alltags.
00:12:09: das, was wir heute machen mit der Durchgängigkeit der Digitalisierung, war im Kern natürlich von meiner Arbeitsweise damals schon angelegt.
00:12:17: Ich dachte, gibt es doch nicht.
00:12:18: Systeme sind da und bieten Daten.
00:12:20: Warum kriege ich die nicht von A nach B so einfach?
00:12:21: Warum muss ich das ausdrucken und an anderer Stelle wieder von Hand eingeben oder faxen?
00:12:26: Fragt man sich heute oftmals noch, vor allem wenn man vorher hier auch Datenschutz und und Formel 47a.
00:12:36: Was ich auch spannend gefunden habe, wie gesagt, du warst ja in der Architektur, Mediendesign.
00:12:40: Wie kam es eigentlich dazu, dass du jetzt dann wirklich in das Thema Produktion reingerutscht bist?
00:12:45: Wie kam es zur Gründung?
00:12:50: Da kommt jetzt der Stefan ins Spiel.
00:12:54: Stefan ist ein sehr langer Freund von mir, ein sehr alter Freund von mir.
00:12:57: Wir sind zusammen zur Schule gegangen in der schwäbischen Leinstadt.
00:13:02: da zusammen Abitur gemacht.
00:13:03: Und Stefan stammt elterlicherseits aus einem Werkzeugen-Formbau-Unternehmen.
00:13:08: hat schon zu Schulzeiten die IT administriert, hat solche Sachen gemacht.
00:13:15: Ich kann mich auch erinnern, ich meine...
00:13:18: Manche von uns hatten David Hasselhoff Poster an der Wand.
00:13:20: Bei Stefan hing so ein 386er PC auf einem Poster an der Wand.
00:13:29: Der kann das notgehend definitiv nicht abstreiten.
00:13:33: Er hat dann aber Physik studiert und wir sind da immer in Kontakt geblieben.
00:13:41: Zum Thema Datenintegration, damit hat er sich schon
00:13:45: früh befasst, auch während seines Physikstudiums schon, weil er, und das ist auch wieder das, was ich so als Architekt erlebt habe, er hat gesagt, bei meinen Eltern im Betrieb, da
00:13:53: gibt es jetzt dann bald mehr Software-Systeme als Mitarbeiter.
00:13:56: Das kann doch nicht wahr sein.
00:13:57: Und die haben alle nichts miteinander zu tun.
00:13:59: Das muss doch irgendwie viel besser integrierbar sein.
00:14:01: Und das waren so erste konzeptionelle Ansätze, wo er dann auch eine Plattform angefangen hat zu bauen, um seinen Eltern da im Betrieb zu helfen.
00:14:09: Und das habe ich immer schon so bisschen mitbegleitet.
00:14:14: Einfach um mit den grafischen Sachen zu unterstützen.
00:14:17: Ich einen Namen für ihn entwickelt, Univedo heißt das, und ein Logo dafür gebaut.
00:14:22: Sein eigentlicher Ansatz war das Thema der Datenintegration.
00:14:26: Dann hatten wir eine ganze Zeit lang keinen Kontakt, auch während seiner Promotion.
00:14:32: Irgendwann hat er mich angerufen und meinte, ich habe da eine Idee bei meinen Eltern im Betrieb.
00:14:41: Und hatte er mir das in 20 Minuten
00:14:44: erklärt und ich also wirklich ich habe vielleicht zehn Prozent verstanden von dem was er mir erklärt hat aber irgendwie klangs halt doch spannend und ja es ist natürlich bei mir
00:14:56: so offen hat es natürlich diesen dies ist diese diesen nerv getriggert dieses daten integrieren Prozess integrieren digitalisieren und ein Produkt zu entwickeln das fand ich
00:15:07: einfach spannend und ich gesagt ich verstehe es zwar nicht ganz aber ich bin dabei
00:15:13: Und er hat mich halt gefragt, ob ich mitmachen kann, eben diese, ja, sagen wir die nicht technischen Dinge einer Unternehmensgründung oder Unternehmensführung dann auch begleiten
00:15:23: zu können, dass er sich eben voll und ganz auf die Technologie konzentrieren kann.
00:15:27: Und so ist es dann entstanden.
00:15:29: Sein Bruder Peter kam dann noch dazu ins Gründungsteam.
00:15:33: Er hat hier in München studiert Elektrotechnik.
00:15:36: Auch ein Nerd.
00:15:37: weiß nicht.
00:15:37: Auch ein Nerd, genau.
00:15:40: Ihr solltet, ihr solltet, kennst du Blumentopf?
00:15:43: und Nerds?
00:15:44: Ja, ja, ja.
00:15:44: Das wäre der ideale Song dann für euch quasi.
00:15:48: Ja, wobei ich der einzige Hip-Hop war in dem, in der Entriebe.
00:15:54: Ja, spannend.
00:15:57: Jetzt kann man sagen, okay, es klingt natürlich eher aufregend und wir...
00:16:03: Wir versuchen was und wir gehen jetzt in ein Abenteuer hinein und viele romantisieren solche Dinge auch.
00:16:11: Ich probiere was und dann läuft das und so weiter.
00:16:14: Wie romantisch oder unromantisch war eigentlich so die Anfangsphase wirklich?
00:16:18: Mehr Garagengefühl, mehr Improvisation oder eher so, wir hatten auch wirklich erstaunlich einen klaren Plan, wie das dann funktioniert und ja, was lief dann?
00:16:26: Ja, wir hatten wirklich einen erstaunlich klaren Plan, bis wir angefangen haben.
00:16:32: No business plan survives first customer contact.
00:16:40: Also grundsätzlich war Anfangszeit die beste Zeit überhaupt, weil auf einmal diese maximale Freiheit, genau das zu tun, was man jetzt gerade möchte und vollkommen frei
00:16:52: entscheiden zu können, worauf fokussiere ich mich jetzt?
00:16:55: Großartig.
00:16:56: kann mich als Architekt erinnern, da war für mich
00:16:59: Freitag der schönste und Sonntag schlimmste Tag, weil man sich dachte, früh ins Büro E-Mails aufmachen und wieder irgendwie Gott durch die Woche durchkämpfen.
00:17:07: das hat sich dann umgedreht, dass ich Sonntag abends schon total heiß drauf war, wieder montags weiterzumachen.
00:17:13: das war total spannend.
00:17:16: Und wir hatten im Grunde ist ein bisschen eine andere Ausgangssituation als vielleicht so ein klassisches Startup, weil wir ja aus dem
00:17:26: Anwendungsumfeld, ältere elterliche Betriebe rausgekommen sind.
00:17:30: Vielleicht noch kurz ein bisschen zur Erklärung.
00:17:33: Woher kommt denn überhaupt dann die Idee zu diesem zu diesem zu diesem System?
00:17:37: Das war Stefan hatte da war er gerade so am Ende seiner Promotion, war er daheim beim Mittagessen mit der Familie.
00:17:48: Situation war wieder gedrückt, weil leider mal wieder an einer Maschinen Schaden entstanden ist, weil jemand in der Firma
00:17:55: dachte, dass der andere dachte, dass der nächste dachte, Zahlen falsch eingegeben, Anderssteuerung, Maschine crash, 50.000 Euro Schaden.
00:18:02: Bumm.
00:18:04: Und Stefans Vater hat Stefan dann so gefragt, wie kriegen wir das künftig in Griff?
00:18:09: Wie kann es sein, dass uns so was immer wieder passiert?
00:18:12: Und dann kannst du den 100.
00:18:13: KVP schreiben, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es wieder passiert, ist einfach groß, weil im KVP definierst du, druckst aus, legst den Aktenordner und
00:18:24: ins Regal, passiert dir wieder.
00:18:25: Kommt immer drauf an.
00:18:26: Gibt vielleicht auch andere Möglichkeiten.
00:18:29: Aber der Punkt war halt tatsächlich zu überlegen, wie schaffen wir das, dass bestimmte Fehler nicht immer wieder auftauchen.
00:18:40: Das war so eine Frage, den, also eigentlich war die Frage, wie schaffen wir es aus Fehlern lernen zu können?
00:18:46: Und da ging es ums Thema Verantwortung.
00:18:48: Ich will das gar nicht weiter ausschmücken, dann wird es bisschen abstrakt, aber das war letztendlich das, was einen Stefan fasziniert hat.
00:18:52: abstrakte Fragestellung, die man so stark verallgemeinern muss, auf eine grundlegende Essenz zu kommen.
00:19:01: Die Essenz war letztendlich, einen Prozess zu nehmen, aufzuschlüsseln in Einzelverantwortung.
00:19:09: Also jeder Prozessschritt muss in Einzelverantwortung abgeschlossen werden können.
00:19:14: Aber das zu machen, muss man ihn digital wieder verknüpfen.
00:19:17: Das heißt ein
00:19:18: Kammprogrammierer erstellt ein Kammprogramm und er ist dafür verantwortlich, dass das Kammprogramm dann auch so durchläuft.
00:19:24: Aber das heißt, wenn dann der Mann an der Maschine den Kammprogrammierer nachher fragen muss, was hast du denn damit gemeint?
00:19:29: Wie ist denn das gedacht?
00:19:30: Dann hat man schon wieder Kommunikation, eine Vermischung der Verantwortung und das Prinzip funktioniert nicht mehr.
00:19:35: Das bedeutet, die Prozessschritte müssen digital vollständig voneinander, müssen von der Verantwortung her entkoppelt sein, aber digital verknüpft, dass es eben keine Fragen mehr
00:19:46: an der Maschine geben muss.
00:19:49: Das ist ein ganz grundlegendes Konzept.
00:19:51: war so das, was Stefan als Essenz daraus gezogen hat und gesagt hat, jetzt müssen wir dann im Grunde nur noch ein System finden, das uns das bietet für einen elterlichen Betrieb.
00:20:02: Und dann haben sie sich umgeschaut am Markt, haben was gefunden, was auch der Idee am nächsten kam.
00:20:09: Stefan hat ein Lastenheft geschrieben.
00:20:12: Der Anbieter wurde beauftragt.
00:20:15: Und in Stefans Welt war das dann so, naja, gut, ich
00:20:18: Begleite das Projekt jetzt noch irgendwie zwei Monate und dann läuft es und dann gehe ich meinen Physikerweg und aus diesen zwei Monaten wurden halt zwei Jahre.
00:20:29: Wie es halt so ist mit Einführungen von Artina.
00:20:32: Komisch, Naja, meine, am war es natürlich sehr lehrreich.
00:20:37: Also wie das dann eben so ist.
00:20:38: In dem Vertriebsprozess werden Dinge besprochen und vielleicht auch versprochen, die sich dann in der Realität nicht unbedingt ganz so bewahrheiten.
00:20:48: Das heißt, System konnte zwar viel, was Stefan sehen konnte am Markt zu der Zeit, zu der Zeit auch das mächtigste, aber das, was Stefan alles wollte und auch definiert hat, das
00:21:01: ging dann doch eben nicht alles ganz so auf.
00:21:02: Und das heißt, er musste massiv selber Hand anlegen, dazu entwickeln.
00:21:07: Das war schon mal ein massiver Aufwand.
00:21:09: dann dazu noch, was er natürlich nicht wissen konnte, ist ein Change-Management-Thema.
00:21:17: Also in seiner Welt war es so, ich komme jetzt hin, ich installiere dann Systeme und dann lege ich den Schalter und morgen arbeiten alle anders.
00:21:23: Ja, ja.
00:21:24: Und das Unternehmen war zu der Zeit 40, 50 Mitarbeiter und dann sagen die so, ab morgen arbeitet er anders.
00:21:33: Zeter und Mordeo.
00:21:34: Mord am Totschlag.
00:21:35: Also das ist natürlich nicht witzig und zumal dann auch nicht alles auf Anhieb funktioniert hat.
00:21:39: Und dann musste Stefan dann selbst Doppelschichten schieben, andere Maschine, Teile einlegen.
00:21:44: Also was?
00:21:45: Brutaler Aufwand, System dort zum Laufen zu bekommen, hat dann auch funktioniert.
00:21:51: Konzept ging auf, auch durch die Eigenentwicklung, die er reingesteckt hat.
00:21:56: Das Problem war nur, dass der Anbieter in die Insolvenz gegangen ist.
00:22:01: Nicht wegen dem Projekt bei Stephans Eltern, aus anderen Gründen.
00:22:06: Aber der Anbieter war weg und damit hatte Stefan letztendlich ein System an der Backe.
00:22:13: und mit dem System den elterlichen Betrieb, weil das war jetzt das digitale Backbone von diesem Unternehmen.
00:22:19: dann habe gesagt, okay, entweder ich bin Rest meines Lebens oder zumindest mal sehr, sehr lange Zeit, 24, 7, immer erreichbar für das Ding, weil wenn irgendwas ist, ich bin der
00:22:29: Einzige, das lösen kann.
00:22:31: Oder wir machen es neu.
00:22:34: Weil diese Herausforderungen, die meine Eltern hatten im Betrieb, die haben viele andere auch.
00:22:39: Und wir reden jetzt hier von 2012.
00:22:43: 2011, 2012.
00:22:44: Und wenn wir es schaffen, so ein System mit dem Ansatz der Datendurchgängigkeit so aufzubauen, dass auch der Einführungsprozess gut stemmbar ist, dass man das eben nicht von
00:23:01: jetzt auf gleich Schalter umlegen muss, dass man in kleinen Schritten das einführen kann, die ersten Schritte so klein wie möglich, so groß wie nötig zu gestalten.
00:23:09: auf Basis modernster Technologien, das auch vom Rollout schnell geht, dass nämlich so ein System nicht nur große Unternehmen mit eigener APT-Abteilung und siebenstelligen Budgets
00:23:21: sich so was leisten können, sondern auch wirklich kleine und kleinste Unternehmer, dann ist da ein Markt da.
00:23:29: Und das war so die Geburtsstunde.
00:23:31: sag okay, ich glaube da ist ein Markt.
00:23:34: Und da kam dann der Anruf.
00:23:38: Dann kam der Anruf für Evomax zu gründen.
00:23:41: 2015 habt ihr es gegründet, Die GmbH haben wir dann 2015 gegründet.
00:23:45: Der Entwicklungsbeginn war 2013, 2014.
00:23:49: Dann die Gründung der GmbH 2015.
00:23:53: ja.
00:23:55: Also der Beweis, dass es funktioniert und dass man Unternehmen aufbauen kann, dass es so funktioniert, war eigentlich schon durch die andere Software gegeben und durch den Fall,
00:24:05: dass es den Markt
00:24:06: gibt.
00:24:07: Jetzt war ja noch der Punkt, da kriegt es sich selber hingepackt, das so zu entwickeln.
00:24:12: Ja, da muss man dazu sagen, diese Software, die da eingeführt wurde, die war so bisschen zweckentfremdet worden.
00:24:20: Die war so bisschen für einen anderen Anwendungsfall, aber die hatte halt im Konzept diese Grundanlagen drin und deswegen hat der Stefan damals sich für die entschieden.
00:24:28: Dieses System war auch zu dem Zeitpunkt technologisch im Grunde schon veraltet.
00:24:33: Das hat Stefan damals eben gesehen.
00:24:36: Das hat den Lebenszyklus längst hinter sich, technologisch.
00:24:39: Das ist nicht skalierbar.
00:24:42: Deswegen habe gesagt, neu machen und skalierbar machen.
00:24:45: Also ein Markt für ein System, das es damals gab, das hätte es nicht gegeben.
00:24:51: Und jetzt hast du schon ein bisschen so angeteasert, was ihr macht, in welchen Bereichen ihr unterwegs seid.
00:24:58: Wenn du jetzt Evo Max in einem Satz erklären müsstest, ohne irgendwelche Fachbegriffe, ohne Passworts, wie auch immer.
00:25:06: Wie würdest du das sagen oder wie würdest du es erklären?
00:25:13: Ich würde sagen, ist ganzheitliche Prozessdigitalisierung in der Produktion, Fokusbereich Zerspanung, also CNC-Bearbeitung.
00:25:24: heißt, ganzheitliche Digitalisierung ist nach unserem Verständnis, man betrachtet den kompletten Prozess, der beginnt irgendwo im kaufmännischen Bereich.
00:25:35: Und der endet vielleicht irgendwann an der am wahren Ausgang und alles was dazwischen stattfindet in der Zerspanung kann durchgängig digitalisiert werden.
00:25:45: Und ihr positioniert euch ja auch als markenoffen und so als kombiniertes kombinierte Plattform mit Best of Breed Integration.
00:25:55: Wenn ich das jetzt richtig recherchiert habe.
00:25:59: Warum ist diese Haltung für euch strategisch so wichtig und wo ist vielleicht?
00:26:04: Ist sie vielleicht auch anstrengender, als es von außen klingt oder?
00:26:10: Naja, wenn das Konzept funktionieren soll, dann muss es markenneutral, herstelleneutral sein.
00:26:24: Weil die Welt da draußen ist unglaublich heterogen.
00:26:29: Es gibt kein Unternehmen, das von der Systemlandschaft her ist wie das andere.
00:26:34: Es gibt ERP-Systeme en masse, gibt CAD, CAM-Systeme en masse, gibt Werkzeugmaschinen mit unterschiedlichsten Steuerungen und verschiedenste Systeme da draußen, die man in so einen
00:26:50: Prozess einbinden muss, den ganzheitlich zu gestalten.
00:26:53: Und die Kombination aus diesen Systemen ist so vielfältig.
00:26:56: Also Lotto ist ein Witzigling.
00:27:00: Und deswegen muss das markenneutral sein.
00:27:05: Die Herausforderung besteht natürlich darin, eine Systemarchitektur so zu bauen, dass man mit dieser Vielfalt umgehen kann.
00:27:13: Wir haben ja gesagt, wir wollen auch kleine und kleinsten Unternehmen bedienen können.
00:27:19: Unser kleinster Kunde, zehn Mitarbeiter.
00:27:21: Das muss gehen.
00:27:25: nicht, wenn das betriebswirtschaftlich nicht darstellbar ist für diesen Kunden.
00:27:29: Das heißt, unsere Plattform muss kommen und muss möglichst schnell und einfach da implementierbar sein in dessen individuelle Systemlandschaft.
00:27:37: Und wenn du jetzt sagst Plattform und der geneigte Produktioner sagt, ok, was verstehst du genau unter der Plattform?
00:27:45: hast jetzt gesagt, von allen Prozessen ist es jetzt ein MES-System, ist es ein WMS-System oder Toolmanagementsystem oder was macht sie konkret?
00:27:54: Klingt jetzt so, als würde die alles erschlagen.
00:27:57: also das ist ein wichtiger Punkt.
00:28:00: Ich kann ja auch mal von der Seite kommen, was sind wir nicht?
00:28:04: Also wir sind kein ERP-System.
00:28:05: Das ist Bereich, in den gehen wir nicht, weil das ist auch ein Stück weit ein gelöstes Problem.
00:28:10: Und beim ERP fängt es an.
00:28:12: Findest du?
00:28:12: Also ich habe noch kein ERP-System gesehen, das irgendwie ...
00:28:17: angenehm zu bedienen ist.
00:28:19: Also ich bin ja der Meinung, wenn du ein ERP-System auf Markt bringst, das auch intuitiv ist, so wie ein iPhone, also dieser iPhone-Moment beim ERP-System, auf den warte ich noch.
00:28:27: Ah ja, okay, Naja, ist natürlich ein interessanter eigener Punkt, weil wir würden ja auch sagen, auf ERP-Seite braucht es eigentlich nicht viel, weil wir kommen ja drunter mit dem
00:28:39: MES und da lässt sich schon einiges machen, was ERP-System vorgeblich können und halt eben
00:28:44: wo ERP-Systeme an die Grenzen stoßen, weil die die kommende Tiefe nicht in der Regel nicht so weit.
00:28:51: Aber trotzdem, sind kein ERP-System, also Rechnungen schreiben, Angebote schreiben, das machst du nicht mit unserem System.
00:28:56: Aber wir flanschen in der Regel an die ERP-Systeme an, weil dort ja oft schon Informationen über die Fertigung oder für die Fertigung als Auftragsinformation rauskommt,
00:29:03: die wir dann übernehmen.
00:29:04: Ich rede gern eher in, also wenn ich von Plattform spreche, spreche ich auch gern von Anwendungsszenarien.
00:29:10: Was kann man damit machen?
00:29:12: Ich kann was ganz einfaches machen.
00:29:14: kann meine Maschinen anbinden und mir Maschinen Daten anzeigen lassen und auswerten lassen.
00:29:20: Laufzustände, Laufzeiten, Stückzahlen, was auch immer.
00:29:24: Das ist ein ganz, ganz einfach Anwendungsfall.
00:29:27: Geht vom Fleck weg relativ easy.
00:29:28: Ist auch kein Changementiment drin, weil man knüpft nur Maschinen an und kann sie sich anzeigen lassen.
00:29:32: Das geht.
00:29:34: Dann gibt es den Anwendungsfall.
00:29:36: Fertigungsplanung und Steuerung.
00:29:38: Da sind wir schon ein Stück weit in ERP Nähe.
00:29:41: Das heißt
00:29:42: Man hat vielleicht Auftragsdaten im ERP-System, die sind aber noch nicht irgendwie wirklich gut vorstrukturiert.
00:29:49: Die kommen vielleicht aus einem Angebot heraus, gewisser Workflow ist da, aber dann hat ein ERP-System vielleicht nicht den Durchgriff auf die Ressourcen und weiß nicht, wie sind
00:29:59: die Ressourcen ausgelastet, womit.
00:30:01: Und dieses ganze Thema Planung ist, das ist tatsächlich noch oft ungelöst, da gibt es einfach noch nichts.
00:30:08: Also da gibt schon gute Systeme, aber gerade in einer Zerspanung, wo man oft in der Einzelteilfertigung unterwegs ist, kleine Stückzahlen, das ist schon ein gewaltig dickes
00:30:21: Brett, was man da bohren muss, um da die Transparenz reinzubringen in den Fertigungszustand.
00:30:27: Also ich muss ja wissen über eine Vielzahl von Aufträgen, die parallel laufen mit unterschiedlichsten Workflows.
00:30:34: Wo ist mein Auftrag gerade?
00:30:36: Wo sind meine Bauteile?
00:30:37: In welchem Zustand sind die?
00:30:39: Und das betrifft ja dann zum Beispiel auch manuelle Arbeitsprozesse, Montageprozesse, was auch immer auch manuell stattfinden kann.
00:30:46: All diese Prozesse innerhalb oder all diese Prozesse muss man ein Stück weit ja tracken, transparent machen, sinnvoll planen zu können.
00:30:59: Da muss man jetzt gar nicht so sehr in Maschinenerfassung denken, sondern das kann auch mal losgelöst nur manuelle Prozesse betreffen.
00:31:07: Das ist ein weiteres Anwendungsszenario.
00:31:11: Jetzt kommen bei mir genau zwei Fragen jetzt spontan auf.
00:31:14: Das eine ist, du hast gesagt, seid kein ERP, ihr flanscht euch aber irgendwie anderen ERP.
00:31:19: Und ihr seid aber auch bei Kleinstunternehmen unterwegs.
00:31:23: Nicht jeder nutzt quasi ein ERP-System in dem Sinn.
00:31:27: Was macht ihr dann?
00:31:28: Ersetzt ihr es dann?
00:31:29: meine, ganze Thema Stammdaten, Stammdatenpflege etc.
00:31:31: braucht sie ja, wenn ihr sowas tracken wollt, nachverfolgen wollt.
00:31:35: Woher kriegt ihr es dann?
00:31:36: Also Stammdaten etc.
00:31:37: kann er natürlich auch bei uns anlegen.
00:31:39: Das geht schon.
00:31:40: Also dieses System, unser System hat eine vollständige Artikel-Logik vergleichbar mit dem ERP-System.
00:31:46: Also es ist eine ERP-System-Logik drin.
00:31:50: Und man kann das System ein Stück weit nutzen, wie andere ein ERP-System nutzen.
00:31:57: Da propagieren wir dann.
00:32:00: Hol dir das einfachste ERP-System.
00:32:02: Ich sag mal ERP.
00:32:03: Wir nutzen beispielsweise LexWireOffice.
00:32:06: Kostet 20 Euro im Monat.
00:32:07: Kannst Angebote schreiben, Rechnungen und so weiter.
00:32:09: Alles wunderbar.
00:32:10: Date für Intrikation.
00:32:11: Reicht.
00:32:13: Das reicht für ein kleines Produktionsunternehmen.
00:32:15: Den Rest, was die Produktion unten betrifft, das kannst du mit EVOMECS machen.
00:32:19: Und dann gibt es eine Schnittstelle, eine einfache und das war's.
00:32:23: Okay.
00:32:24: Und
00:32:25: Würdet ihr euch jetzt von einem anderen MES-System abgrenzen?
00:32:30: Gibt es auch ganz viele MES-Anbieter?
00:32:32: Ja, es gibt sehr viele MES-Anbieter.
00:32:37: Deswegen ist mir wichtig, auch die Abgrenzung in der Terminologie, dass wir sagen, nein, es ist eine Plattform, wir haben, die man in verschiedenen Szenarien anwenden kann.
00:32:51: Ein Szenario ist MES für mich.
00:32:55: Aber wir sind jetzt kein klassisches MES-System, nach meinem Verständnis.
00:33:00: Was uns dann unterscheidet, die Möglichkeit des Ausbaus der verschiedenen Szenarien.
00:33:11: Ich kann dann diesen ganzen digitalen Werkzeugprozess beispielsweise abbilden.
00:33:17: wenn ich, das ist dann
00:33:19: Das ist gerade in der Zerspanung oft noch ein großes, großes Thema.
00:33:23: Transparenz in den Werkzeugen, Fräswerkzeugen beispielsweise.
00:33:27: Dass Unternehmen nicht wissen, ist welches Werkzeug, in welchem Zustand.
00:33:30: Wann?
00:33:33: die Maschinen stehen still, weil die Werkzeuge nicht da sind.
00:33:37: Welchen Zustand ist dieses Werkzeug?
00:33:39: Wie lange ist es schon gelaufen?
00:33:40: Keine Ahnung.
00:33:40: Ach, ich mache lieber mal ein neues rein.
00:33:42: Kostenverschwendung.
00:33:43: Das ist so ein Anwendungsfall, den wir dann mit abbilden können.
00:33:47: Das ist auch...
00:33:48: oft ein Einstiegspunkt.
00:33:50: Aber dann kommt die Frage, ja super, jetzt weiß ich überall wo meine Werkzeuge sind, ganz toll, woher weiß ich wann ich welches Werkzeug brauche.
00:33:57: Und auf einmal ist man in dieser Auftragswelt, in dieser MMS Welt drin.
00:34:00: Und dann kombiniert man das Thema der Fertigungsplanung und Steuerung, kombiniert man mit den Werkzeugen und auf einmal entsteht ein neues Anwendungsszenarium.
00:34:09: Und das ist das, was wir Jobmanagement nennen.
00:34:13: Also dann hole ich die NC-Daten mit rein, ein NC-Programm sagt mir,
00:34:17: Ein NC-Programm ist Teil eines Auftrags und ein NC-Programm sagt mir, welche Werkzeuge brauche ich für die Bearbeitung dieses Bauteils.
00:34:27: Und der Auftragskontext und Planung sagt mir, wann brauche ich welche Werkzeuge an welcher Maschine.
00:34:33: Und wenn das System weiß, in welchem Zustand ist die Maschine, welche Werkzeuge sind drin, ist das richtige Bauteil für diesen Auftrag auf der Maschine, dann kann das System sagen,
00:34:44: die Maschine kann gestartet werden.
00:34:45: Oder das System sagt,
00:34:46: Nein, du kannst die Maschine nicht starten, weil der Auftrag ist nicht freigegeben.
00:34:50: Das dritte Werkzeug fehlt.
00:34:52: Du kannst die ersten zwei laufen lassen, aber dann wird die Maschine still stehen.
00:34:54: Also besorge lieber das dritte Werkzeug.
00:34:58: auf einmal fängt fangen an, die Daten ineinander zu greifen.
00:35:02: Der Prozess kann fließen.
00:35:03: Der Mann an der Maschine oder Frau an der Maschine wird entlastet, weil er kann viel besser vordisponieren oder sie.
00:35:12: Und er weiß, wenn er die Maschine einschaltet, ist er weißer.
00:35:16: Die Maschine überlebt das, die läuft durch, weil das System es gecheckt hat und das nimmt dann Stress raus.
00:35:25: Wo würdest du denn sagen, so der klassische Ansatzpunkt, womit die Unternehmen normalerweise mit euch beginnen?
00:35:33: Wenn ich sage, ich habe gar nichts und ich muss jetzt digital werden, ich möchte in die Digitalisierung investieren, was ist der erste Use-Case, normalerweise
00:35:43: dieses Feld öffnet nicht nur für euch, aber auch den Einstieg leicht macht für so Unternehmen?
00:35:50: Also lustigerweise mit so einer Frage ist noch niemand die Ecke gekommen, wäre schön.
00:35:55: Ich möchte mal digitalisieren.
00:35:58: Das gibt es eigentlich nicht.
00:36:01: Die Situation ist immer, dass jemand hat ein Problem und bekommt Wind davon, dass es da Möglichkeiten gibt es zu lösen.
00:36:12: Also in der Vergangenheit war tatsächlich eines, also das häufigste Szenario, das was ich gerade gesagt habe, das mit den Werkzeugen.
00:36:21: Also es ist schon erstaunlich, also in der Zerspanung sind die Werkzeuge ein unglaublich großer Kostenblock.
00:36:28: Da steckt unglaublich viel Verschwendung drin, beziehungsweise Potenzial, wenn man es richtig macht.
00:36:34: Und das ist oft ein Punkt, dem Unternehmen anfangen, drüber nachzudenken, wie man es verbessern kann.
00:36:42: Und damit kann man auch ganz gut anfangen.
00:36:46: Und auch in kleinem, mit kleinem Umfang anfangen.
00:36:50: Da muss man dann schon, wenn man den digitalen Werkzeugprozess einführt, da legt man schon so einen ersten roten Faden digital durch die Fertigung durch.
00:37:00: Vom CAM-System, vielleicht über eine Werkzeugvoreinstellung, also ein Werkzeugmessgerät, das die Werkzeuge vorher vermisst, bevor sie in die Maschine kommen.
00:37:07: Dann baut man vielleicht Lagerorte, stellt sich...
00:37:10: Lagerorte zusammen, die man digital verknüpfen kann.
00:37:12: Und man hat die Maschinenanbindung.
00:37:15: So einen Pfad, den hat man schon mal gelegt und den kann man dann eben erweitern.
00:37:19: Das ist dann genau das Szenario.
00:37:21: Ich weiß jetzt, Werkzeuge laufen schön fließend durch.
00:37:23: Ich weiß überall, wo meine Werkzeuge sind.
00:37:25: Und dann die Frage, woher weiß ich, ich welches Werkzeug brauche?
00:37:28: Und dann macht man den Pfad länger nach vorne und hinten.
00:37:33: Also im Prinzip bietet es den Werkzeugkoffer für die Werkzeuge zum Beispiel und dann
00:37:39: kann ich mir so modular das Ding zusammenstöpseln, so wie ich es brauche.
00:37:41: Richtig.
00:37:42: Das ist in der Vergangenheit immer das Häufigste gewesen.
00:37:47: Was gerade immer stärker angefragt wird, tatsächlich das Thema der Planung bzw.
00:37:54: auch der Fertigungssteuerung, also das MES Thema.
00:37:59: Da drückt viele sehr, sehr stark den Schuh.
00:38:02: Das ist so.
00:38:04: Was man dabei, glaube ich, unterschätzt, ist gerade in der Planung
00:38:09: Das ist nicht nur eine technologische Veranstaltung, sondern das ist Prozessthema.
00:38:14: Da muss man ran.
00:38:16: Ja, das ist es.
00:38:17: Das ist definitiv ein Prozessthema.
00:38:23: Technisch ist das nicht so das Problem, sondern da ist auch Standardisierungsarbeit auf Kundenseite notwendig.
00:38:36: Und das ist halt im Arbeitsalltag auch nicht so ganz einfach zu stemmen.
00:38:41: Ja, oftmals auch tatsächlich auch sich mal Gedanken zu machen über das eigene Produktportfolio.
00:38:49: Zu sagen, wie möchte ich meine Produkte planen oder ich nenne es so gerne Planungsstrategien.
00:38:55: fahre ich, welche Planungsstrategien fahre ich für welche Produkte und für welche.
00:39:01: fahre ich andere und so weiter und so fort.
00:39:03: Den Wertstrom auch einfach mal sich Gedanken zu machen, entsprechend zu designen.
00:39:07: ist natürlich ein machen nicht viele, dass die das dann auch konsequent durchziehen.
00:39:14: Es ist anstrengend und man braucht mindestens eine Person, die da massiv dahinter ist.
00:39:20: Eher mehr.
00:39:22: Ja, ist anstrengend und du brauchst jemanden, der das auch treibt und sagt, so möchte ich das auch.
00:39:26: Und entsprechend das dann auch nachhaltig durchsetzen.
00:39:29: Weil ich sage jetzt mal von der Planungsstrategie, es gibt vielleicht Produkte, möchte ich Make to Stock machen.
00:39:33: Manche mache ich Make to Order.
00:39:34: Ich habe vielleicht auch feste Lieferzeiten dahinter, die ich anbieten möchte.
00:39:39: Und entsprechend kann ich auch noch meine Lage Strategien ableiten.
00:39:42: das bedarf auch ein bisschen Hirnschmal.
00:39:45: Ich sage es jetzt mal so, wie möchte ich es wirklich gestalten und dann auch darauf.
00:39:51: vertrauen, dass das dann auch wirklich läuft oder zu sehen.
00:39:55: Klar, muss kontinuierlich dran bleiben, viele glauben an gewisse Dinge nicht.
00:40:03: Wenn ich vor allem an das Thema Flusseffizienz gehe, die sehen immer nur die Ressourcen, die Maschinen müssen immer laufen, laufen, und anstatt zu sagen, okay, komm, lass uns die
00:40:12: Flusseffizienz erhöhen.
00:40:14: Ja.
00:40:15: beziehungsweise ich glaube halt, laufende Maschinen sind wahrscheinlich ein Resultat von guter Flusseffizienz, wie du es nennst.
00:40:22: Ja, also du schaust halt zuerst, dass du die Sache ins Fließen kriegst und danach gehst du Richtung Ressourceneffizienz, dass die Maschinen laufen, idealerweise.
00:40:30: Aber viele sagen, okay, die Maschinen müssen laufen, laufen, laufen und dann hemmen sie sich.
00:40:35: Alles schon erlebt.
00:40:36: Wir nachher uns noch beim Bieraustauschen.
00:40:38: Ein Aspekt ist mir aber noch wichtig in der Planung.
00:40:41: Deswegen, ich rede immer von Fertigungsplanung und Steuerung.
00:40:44: Das ist letztendlich die Kombination aus APS, MES.
00:40:48: Also aus unserer Sicht ist Planung keinen Sinn, solange nicht alle Prozessschritte digital mitverfolgt werden.
00:40:59: Das heißt, an manuellen Arbeitsplätzen, Lagerorten, an Maschinenarbeitsplätzen, überall muss es digitale Devices geben, die den Leuten
00:41:08: die Informationen geben, die sie brauchen und an denen die Mitarbeiter dann auch ohne großen Aufwand direkt zurückmelden.
00:41:14: das, also per Track and Drop kriegen die ihre Aufgaben serviert, dokumentiert den Arbeitsfortschritt so einfach, Swipe wie auf dem Handy, kein irgendwie rumgerennes
00:41:25: Scanner, irgendwelche Fresszettel abscannen oder sonst alles vollständig digital.
00:41:29: Und das ist aber halt, und das einzuführen ist halt ein gewisser Aufwand.
00:41:34: Ja und auf das würde ich jetzt gerne kommen, weil ich
00:41:39: Durchgängig digitalisieren ist das eine und ich meine, das ist ja schon noch verknüpft.
00:41:43: Wenn ich diese Reise starte und es wird immer mehr und du hast gerade von dem Pfad gesprochen, den ich dann nach vorne, nach hinten verlängere, das mache ich ja dann auch
00:41:51: nicht einfach so, weil ich jetzt Bock drauf habe, sondern ich brauche auch irgendwie eine Vision, wo es hingehen soll, das Ganze.
00:41:56: Und das ist dann doch auch eine längere Story für die Unternehmer und auch ein gewisses Spannungsfeld, in dem sie sich auch bewegen, zu sagen, okay,
00:42:09: Wie lange gehe ich das mit, also diesen langen Atem auch zu haben?
00:42:12: Wie stellt sich das sicher, dass die jetzt auch nicht von dieser Vision oder, sage ich mal, erschlagen werden oder vielleicht auch ihre strategische Klammer verlieren in dem
00:42:19: ganzen Prozess?
00:42:21: Ja, es ist tatsächlich gar keine einfache Aufgabe und für uns von ziemlich entscheidender Bedeutung, dass wir schon im Vorfeld, schon während des Vertriebsprozesses auch
00:42:37: auch wir eine gewisse Analyse des Kunden machen müssen.
00:42:40: Wir müssen sehen, ist der Kunde oder Interessent auch in der Lage ist, so eine Vision zu entwickeln?
00:42:50: Ist es nur der Geschäftsführer?
00:42:51: Hat er auch die Leute dafür, die so was können, die so was mitgehen, können sie so was tragen oder sind überfordert?
00:42:59: ich, wir machen das ja ganz gern so im Vertriebsprozess.
00:43:04: Wir erst ein Online-Meeting.
00:43:06: beispielsweise schicken wir die sehr gerne zu zu Referenzkunden.
00:43:11: Und da ist es uns nicht nicht nur einmal passiert, dass da Unternehmen rausgegangen sind und die im Grunde umgefallen sind.
00:43:21: Das ist zu viel.
00:43:23: Das ist zu weit weg.
00:43:26: Also das schaffe ich nicht.
00:43:29: Und das war natürlich für uns in dem Moment natürlich betrieblich irgendwie ärgerlich, aber letztendlich auch ein Segen.
00:43:36: Weil wir können so eine Vision nicht von außen in ein Unternehmen initiieren.
00:43:43: Wir können zeigen, was geht und dann können wir, sind wir der Partner, aber der Träger der Vision muss das Unternehmen selbst sein und die müssen das Wollen, diesen langen Weg gehen
00:43:55: können und dieses Sehen, Matterhorn, die Spitze des Matterhorns für sich sehen können.
00:44:02: dann nimmt man
00:44:04: Dann nimmt man diesen Pfad zum Matterhorn und macht ihn halt in kleinere Etappen und baut es dann so gemeinsam mit Kunden die einzelnen Schritte, wie gesagt immer so klein wie
00:44:14: möglich, so groß wie nötig.
00:44:20: Wichtig ist eben, dass man aber gemeinsam die Spitze des Matterhorns sieht, weil
00:44:25: beim Bild zu bleiben, ist es schlecht, wenn man losläuft und am Basislager feststellt, dass man auch die Flipflops anhat.
00:44:33: Und wie lange das dann dauert, ist im Grunde irrelevant.
00:44:38: Also das kann Jahre dauern, oder das dauert in der Regel auch Jahre.
00:44:41: Nicht, weil die Implementierung so lange dauert.
00:44:44: Klar haben wir auch Herausforderungen in langen Wegen.
00:44:47: Wenn neue Systemlandschaften dazukommen, die wir erst uns erschließen müssen, dann dauert es bei uns auch.
00:44:52: Aber
00:44:54: In vielen Fällen ist nicht die Technologie der Bremser, sondern die Anpassungsprozesse des Kunden an die veränderte Arbeitsweise.
00:45:04: Was würdest du sagen, ist die größte Herausforderung in diesem Change-Management-Prozess, vor allem auch im Mittelstand?
00:45:13: Ja, das klingt jetzt natürlich so platt, eben das Thema, die Leute mitnehmen.
00:45:18: Und Leute mitnehmen funktioniert nicht über eine PowerPoint-Präsentation oder dass man sie mal gemeinsam in einen Workshop mit reinstopft, sondern tatsächlich ist es, glaube ich,
00:45:32: ein Stück weit unterschiedlich von Unternehmen zu Unternehmen.
00:45:35: Es gibt Teams, die sind so saugut.
00:45:40: Also das ist irgendwie, wo die, wo die...
00:45:42: in der Breite wahnsinnig innovativ denkende und motivierte Leute sind.
00:45:49: Das ist natürlich ein Traum.
00:45:51: Es gibt aber auch Kunden, die an einzelnen Positionen starke Leute haben und die dann ihre Mitarbeiter mit durch den Prozess durchnehmen müssen.
00:46:02: Am Anfang sind es Sorgen oder vielleicht auch Zweifel.
00:46:09: Es funktioniert doch nicht.
00:46:10: Und dann funktioniert bei der Implementierung tatsächlich der erste Anlauf mal nicht.
00:46:13: Dann funktioniert man aber nicht.
00:46:14: Ich habe es doch immer gesagt.
00:46:17: Nein, dranbleiben.
00:46:18: Nächster Versuch.
00:46:19: Jetzt klappt es.
00:46:19: Und dann ist es so oft.
00:46:24: Wir arbeiten auch oft mit Proof of Concept Projekten am Anfang, mit einem kleinen, geschützten Umfeld zu zeigen.
00:46:31: Schau, so funktioniert es.
00:46:32: So kann es funktionieren.
00:46:33: Und dann ist es wie so ein kleines Schaufenster im Unternehmen, wo die anderen Kollegen hingehen können, sagen okay, cool.
00:46:38: Das will ich auch in meiner Abteilung oder bei meinen Maschinen.
00:46:41: Und dann kriegt es im Idealfall so eine gewisse Eigendynamik.
00:46:47: Und das entsteht so ein Zug von Kundenseite.
00:46:53: Bevor ich jetzt noch mal auf dieses Thema Mittelstand noch mal komme, du hast gerade gesagt, was ist auch wichtig, damit das auch funktioniert, würde ich gerne noch mal darauf
00:47:04: eingehen.
00:47:06: Was mich da vielleicht davor nochmal interessiert und wir haben es jetzt schon relativ häufig erwähnt oder du hast es auch sehr häufig erwähnt, den Mittelstand und KMU und
00:47:15: Kleinstunternehmen.
00:47:16: Und das ist ja auch was, was dir ja persönlich, so haben wir es im Vorgespräch ja auch besprochen, also wie wir geredet haben, ist das sehr stark rausgekommen, dass das dir
00:47:26: persönlich sehr, sehr wichtig ist und ein großes Anliegen ist, das Thema Mittelstand und euch bei EVOMECS generell.
00:47:35: Was bedeutet das für dich, dass ihr da vor allem auch in den Mittelstand reingeht und KMU die Sachen ermöglicht?
00:47:43: Also vielleicht möchte ich vorneweg kurz eins sagen.
00:47:45: Wenn ich von Mittelstand rede, dann meine ich natürlich mittelständische Unternehmen.
00:47:50: Ich meine aber vor allem auch ein Mindset, eine Kultur, ein Spirit, den es auch in großen Unternehmen gibt oder geben kann.
00:48:04: Es geht das Thema der Eigenverantwortung und die die man übernimmt für eine Sache.
00:48:09: Das kann es in großen Unternehmen genauso geben.
00:48:11: Das will ich gar nicht ausschließen.
00:48:12: Also ich schließe auch für uns nicht aus, großen Unternehmen zusammenzuarbeiten.
00:48:17: Aber was ist uns am Mittelstand so wichtig?
00:48:24: Wir leben in einem Land, in Deutschland, in Europa.
00:48:30: das sehr stark geprägt ist von dieser mittelständischen Struktur.
00:48:34: Und die mittelständische Struktur hat dieses Thema der Eigenverantwortung.
00:48:37: Und wenn was nicht funktioniert, dann muss ich dafür sorgen, dass es funktioniert.
00:48:41: das hat zu diesem Erfindergeist geführt.
00:48:46: daraus entsteht eine sehr, hohe Resilienz.
00:48:50: Eine mittelständische Struktur ist im Grunde anpassungsfähiger als eine große, weil sie agiler ist.
00:49:01: Das ist uns wahnsinnig wichtig, uns dafür einzusetzen und unseren Beitrag dafür zu leisten, dass diese mittelständischen Strukturen bestehen bleiben können.
00:49:10: das ist, weil ich glaube, es ist ein wahnsinnig wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft und damit auch unseres Wohlstands.
00:49:21: Finde ich super, weil wie gesagt, das ist auch so ein bisschen meine Mission.
00:49:25: Wir können wettbewerbsfähig sein, wenn wir es richtig machen und wenn man genau dieses Prozess,
00:49:31: plus die Digitalisierung sauber miteinander verknüpfen.
00:49:33: Weil es ist einfach, wir brauchen uns nicht zu verstecken, wir haben einen lässigen, lässigen KMU-Mittelstand und so weiter und so fort, der auch der Backbone unserer
00:49:44: Gesellschaft ist und von dem viel abhängt.
00:49:48: Ja, wer weiß.
00:49:51: Ich würde nicht ausschließen, dass es eine Renaissance des Mittelstands und der Produktion der Industrie in Europa gibt.
00:49:58: Ich meine,
00:49:59: Vielleicht kommen wir nachher noch auf so Thema zu sprechen, der KI und der Möglichkeiten und der Entwicklungen vor dem Hintergrund.
00:50:09: Ich will nicht ausschließen, dass dieses Know-how, wir haben und die Fähigkeiten mit den richtigen Werkzeugen unterstützt uns viel weiter nach vorne katapultieren, wir es gerade
00:50:21: uns selber vorstellen können.
00:50:22: Ich glaube nicht, dass wir die Abgehängten sind.
00:50:24: Ja, glaube ich auch nicht.
00:50:25: Wir dürfen halt
00:50:27: Wir müssen den Mut haben, es auch zu probieren und zu machen, weil wir haben so viel Wissen und so viel Know-how, was andere nicht haben, wo andere hinterher hinken.
00:50:36: wenn man das strukturiert und systematisch macht, glaube ich, das schon, da haben wir wirklich ein Potenzial da.
00:50:44: Ich nehme das jetzt noch mit.
00:50:45: Wir werden nachher nochmal über KI dann ein bisschen, dann komme ich nochmal auf KI zu sprechen.
00:50:50: Aber was ganz spannend ist, du hast jetzt gesagt, ja der Mittelstand, Mindset,
00:50:56: Er ist anpassungsfähig, Eigenverantwortung, agil und so weiter und so fort.
00:50:59: Nichtsdestotrotz ist ja doch das Thema Digitalisierung im Mittelstand.
00:51:04: wird seit jeher gepredigt.
00:51:06: müssen und so weiter und so fort.
00:51:07: Aber es läuft irgendwie gefühlt nur sehr schleppern.
00:51:10: Auch andere Podcast Gäste, die ich zu Gast habe, die ich dann frag, die auch in dem Bereich unterwegs sind, sagen ja, die Bandbreite ist schon sehr, sehr groß, was wir da
00:51:20: alles erleben noch.
00:51:22: gefühlt ist es noch nicht da angekommen, es sein sollte.
00:51:30: Woran liegt das von deiner Meinung nach?
00:51:32: Dann kommen wir wieder so ein bisschen in die Brücke vielleicht zum Thema, woran scheitern vielleicht auch diese ganzen Implementierungen oder diese Transformationen?
00:51:42: Naja, es ist vielleicht bisschen Bullshit-Bingo, aber Digitalisierung ist halt kein Sprint, sondern Marathon, wie man so schön sagt.
00:51:47: brauchst einen langen Atem dafür.
00:51:49: Das will ich jetzt dem Mittelstand nicht absprechen.
00:51:54: Vielleicht ist es zum Teil so, dass es uns zu lange zu gut ging, dass man es einfach nicht gebraucht hat.
00:52:05: Wir sind halt schon eine Hardware-Nation.
00:52:08: Wir sind die Maschinenbauer.
00:52:11: Ich habe manchmal das Gefühl, du kannst so einen mittelständischen Geschäftsführer und wächst nachts drei und sagt, ja klar, kein Problem, Maschine bestellen oder zack Halle
00:52:18: bauen.
00:52:19: Das macht er aus dem FF.
00:52:23: Digitalisierung ist ja ist abstrakt.
00:52:27: Und ich kann ich kann zu einem Maschinenbau gehen, mir da die Maschine angucken, mir die zeigen lassen.
00:52:34: Da gibt es eine Spezifikation.
00:52:37: Dann kann ich mir die konfigurieren.
00:52:38: Dann kann ich die bestellen.
00:52:39: Dann steht die auf meinem Hof.
00:52:41: Und die Bank ist sogar so freundlich, dass in der Regel immer zu finanzieren, weil die Bank hat einen Gegenwert.
00:52:46: Steht ja ist ein Stück Metall, was da rumliegt.
00:52:49: Digitalisierung ist abstrakt.
00:52:51: Ich kann
00:52:52: Ich kann vor allem komplexere Produkte wie das unsere nicht einfach mal so mir kurz zusammen konfigurieren und mit dahinstellen, sondern das erfordert eine gewisse.
00:53:09: Ich muss es ein Stück weit erleben.
00:53:11: Ich kann es mir angucken bei Kunden, aber ich muss es für mich erleben und den die Schritte und die Schritte machen.
00:53:18: Und das sind eben das sind eben.
00:53:22: Wir haben oft die Situation, manchmal läuft es bei den Unternehmen zu gut und manchmal zu schlecht.
00:53:28: Aber der Moment ist nie der richtige, die ersten Schritte zu machen.
00:53:34: Und ich nehme schon eine Veränderung wahr.
00:53:40: wir erleben schon, dass das Thema grundsätzlich präsenter wird und dass mehr in die Richtung gemacht wird.
00:53:46: Weil ganz ehrlich, wir haben zwar tolle Maschinen und die werden auch immer noch besser, aber so viel besser werden sie auch nicht, dass sie das rausholen, was die Chinesen uns
00:53:55: abjagen.
00:53:56: Kann man vergessen.
00:53:58: Aber sind es vielleicht auch manchmal banalere Dinge?
00:54:00: die einfach noch nicht stimmen.
00:54:01: Also das ist das, ich erlebe.
00:54:03: Manchmal muss ich sagen, ganz ehrlich, schön, dass ihr über Digitalisierung denkt, aber nachdenkt, aber ihr habt noch ganz andere Dinge am Laufen.
00:54:12: Also ich bringe immer gerne ein Beispiel von einem Kunden, ich war, wo wir uns einen Verpackungsprozess angeschaut haben und wirklich quick und dirty eine Analyse gemacht
00:54:22: haben.
00:54:23: Aber allein bei dem quick und dirty, ohne ins Detail zu gehen.
00:54:27: Nach einer halben Stunde Beobachtung vom Prozess und so weiter, sagst du mir, wir brauchen gar nichts investieren, wir müssen nur den Arbeitsplatz anders gestalten.
00:54:35: 30 Prozent Produktivitätsstärkung.
00:54:38: Zack.
00:54:39: Ist bis heute nicht umgesetzt worden, ich.
00:54:41: Ja und du denkst, okay gut.
00:54:44: Wieso?
00:54:46: Ich meine, das sind so prozessuale Themen, die wahrscheinlich auch sehr stark mit dem Thema Führung zusammenhängen.
00:54:52: Ist das für dich, siehst du da auch ein Thema, das sagt, okay, die Führung tickt,
00:54:57: Einerseits ja, es ist zu abstrakt für die Führung, aber auch vielleicht die Art und Weise, wie sie führt.
00:55:03: Also mit Sicherheit gibt es eben von bis.
00:55:06: Und das ist das, was ich meinte, wo wir während des Vertriebsprozesses zum Teil auch einfach eine gewisse Risikoabwägung vornehmen müssen.
00:55:14: die Unternehmenskultur dafür geeignet, ein Prozess, also so ein Transformationsprozess mit uns gemeinsam zu gehen oder nicht?
00:55:22: Das ist auf jeden Fall ein Kulturthema, ein Führungsthema.
00:55:27: definitiv.
00:55:28: Ich glaube, es ist halt aber auch einfach nur zutiefst menschlich.
00:55:32: Ich meine, wir selber erleben uns doch im Alltag auch öfter mal und ertappen uns vielleicht dabei, dass wir, wie sagt man so schön, keine Zeit haben, Zaun zu bauen, weil
00:55:44: wir die ganze Zeit damit beschäftigt sind, die Hühner zu fangen.
00:55:46: Das ein Klassiker.
00:55:49: Das sage ich auch mal den Kunden.
00:55:52: Go slow, go fast.
00:55:56: Ich glaube, ist halt anstrengend.
00:56:00: ist wie auf einem Marathon zu trainieren oder sich irgendwie den Sixpack hinzutrainieren.
00:56:06: Es ist einfach anstrengend.
00:56:08: Es ist nicht dreimal Sit-ups gemacht und schon ist es da.
00:56:13: Es ist ein längerer Weg und währenddessen hat man unglaublich viel die Ohren.
00:56:17: Es ist ja nicht so, dass den Unternehmen langweilig ist.
00:56:20: Also entweder ...
00:56:21: Sie sind halt wie gesagt, sie sind total im Stress, weil sie die Hütte voll haben mit Aufträgen oder leider auch sehr häufig stehen sie halt dann vielleicht schon am Rücken zur
00:56:28: Wand und sagen, ganz schlecht gerade keine Investitionen möglich.
00:56:33: Ist es auch manchmal Angst vor den neuen Technologien?
00:56:35: Jetzt kann man die Brücke schlagen, also Cloud, Datensouveränität, solche Themen.
00:56:39: kommen wir zu KI, ist es auch vielleicht Angst, es sehr gut
00:56:46: kenne ich zu wenig aus?
00:56:47: Ich bin da zu wenig drinnen oder ich habe Angst, dass meine Daten irgendwer kriegt?
00:56:54: keine Ahnung?
00:56:56: Nehme ich so nicht wahr.
00:56:58: in der Angst sehe ich da, also im Großen und Ganzen sehe ich da jetzt keine Angst vor irgendwelchen, dass Daten verloren gehen.
00:57:08: Zumindest bei uns jetzt.
00:57:11: Wir haben
00:57:13: Wir haben natürlich einen sehr persönlichen Kontakt zu unseren Interessenten und Kunden.
00:57:19: da entsteht dann schon ein Vertrauensverhältnis.
00:57:22: es auch.
00:57:22: Und da ist es eher nicht so das Thema.
00:57:25: Was es schon gibt, sind einfach natürlich Vorbehalte von Leuten, die es dann im Prozess betrifft.
00:57:33: eben Leute, seit 30 Jahren unglaubliches Know-how drin aufgebaut haben und genau wissen.
00:57:40: Also die sind sozusagen das
00:57:42: die sozusagen die digitale Lagerverwaltung.
00:57:46: Aber alles in meinem Kopf.
00:57:47: Und für die ist es natürlich unangenehm, sie sagen, mein ganzes Wissen ist womöglich ein Stück weit obsolet.
00:57:53: ist auch Sicherheit für die.
00:57:55: Ich werde nicht gekündigt.
00:57:57: Es macht.
00:57:59: Natürlich.
00:58:00: Und das muss jetzt nicht mal vorsätzlich sein.
00:58:02: Das kann ja auch unbewusst stattfinden.
00:58:03: Das kann ich auch komplett verstehen.
00:58:05: Unsere Erfahrung war bis jetzt eigentlich in der Regel schon die, dass das Zweifler irgendwann
00:58:12: zu Fans wurden, weil sie gemerkt haben, dass entspannt mich ja.
00:58:16: Ich hänge das Werkzeug in die Maschine und easy, ich gehe jetzt zum Feierabend.
00:58:21: Da kann ich auch Geschichten erzählen.
00:58:24: Wenn du das hast, dann weißt du, du hast es geschafft.
00:58:26: Wo die Zweifler dann stehen und du...
00:58:31: Kann ich jetzt so am Podcast stehen?
00:58:33: Es ist einfach super.
00:58:35: sag Johannes...
00:58:37: ist echt super.
00:58:39: Oder wenn die dann da stehen und dann beginnen zu diskutieren über gewisse Sachen oder sagst, cool, die kommen ins Gespräch darüber, erfüllt genau den Zweck.
00:58:47: Und die größten Zweifler werden auf einmal die größten Fans und Supporter und die treiben es dann.
00:58:51: Das ist einfach genial.
00:58:53: das stimmt wohl.
00:58:58: jetzt haben wir schon so bisschen, habe ich gesagt, die Brücke Richtung KI geschlagen.
00:59:02: Du hast KI jetzt vorhin erwähnt.
00:59:06: Wenn du das jetzt siehst, wo nutzt ihr, wo kommt bei euch KI bzw.
00:59:14: wenn ich das Feld jetzt ganz aufmache, wo siehst denn du das Potential oder warum sagst du, wenn wir das jetzt geschickt machen mit KI, dann glaube ich, sind wir nicht abgehängt
00:59:23: in Europa.
00:59:27: Also was ich eigentlich damit meinte, nicht, dass, also auch, wenn wir es geschickt nutzen, Technologie im Allgemeinen, dann sind wir nicht abgehängt.
00:59:34: Ich meine auch KI, ich sag mal, ich fang mal von der Seite an, bis vor nicht allzu langer Zeit war als Beispiel die USA oder ist es ja immer noch ein Land mit einem sehr, sehr
00:59:49: hohen Protoinlandsprodukt, mit unfassbar tollen Unternehmen.
00:59:53: die wahnsinnige Marktkapitalisierung haben, unglaublich tolle Produkte entwickeln und auf einmal frisst die Revolution und fängt an, sich selbst zu fressen.
01:00:01: Also jetzt Softwareentwickler in San Francisco sein, ich will nicht unbedingt tauschen.
01:00:06: Und am Beispiel USA, was hat die USA?
01:00:08: Die hat diese Technologie, die sich aber gerade selbst auffrisst, hat aber wenig oder nicht mehr so eine starke Industrie, industrielle Basis, die ist da weg erodiert und damit
01:00:20: auch das Know-how.
01:00:22: werden wir aber weiterhin brauchen.
01:00:25: Die Welt des Dinglichen wird weiterhin existieren.
01:00:30: Wenn wir jetzt in Europa als Beispiel unsere Hausaufgaben gut machen, und damit meine ich jetzt nicht nur Digitalisierung und Innovation, sondern natürlich auch gewisse politische
01:00:37: Rahmenbedingungen, die geschaffen werden müssen, ich meine diesen gemeinhin bekannt, dann sehe ich da eine große Chance für uns, da sehr prominent zu platzieren auf dem Weltmarkt.
01:00:51: Also das meinte ich so ein bisschen und KI kann da natürlich auch eine Rolle spielen oder wird auch eine Rolle spielen.
01:01:00: Was heißt KI für uns?
01:01:02: Also da gibt es natürlich verschiedenste Betrachtungsweisen.
01:01:05: Erstmal ist für uns als Unternehmen KI eine irrsinnige Beschleunigung und Vereinfachung unserer Arbeit, dass wir mittlerweile auf Basis unserer
01:01:18: unseres Fundaments, unseres technischen Fundaments machen können mit den Tools, mit den KI-Tools, die uns zur Verfügung stehen, ist irre.
01:01:28: Also ich bin jetzt zum Teil noch fassungslos darüber, was ich als Nicht-Coder für Produkte bauen kann.
01:01:37: Ich bin gerade dabei, unsere eigene interne Business-Plattform zu bauen, wo ich jetzt schon sagen kann,
01:01:46: System 1, 2, 3, das wir aktuell als Abo haben, das wird man in den nächsten paar Wochen, Monaten abschalten können, weil ich es einfach nachgebaut habe.
01:01:59: Und das ermöglicht, also ich glaube gerade für kleine Strukturen, ohne große IT-Abteilungen, wären die Möglichkeiten natürlich größer, diese KI-Tools zu nutzen.
01:02:10: Sei es um Unternehmen wie wir oder auch unsere Kunden.
01:02:13: Ich kann mir auch vorstellen, dass sich unser Geschäftsmodell da ein Stück verändert, dass wir im Moment haben.
01:02:19: Wir machen natürlich eine Standard Software, die wir beim Kunden einsetzen.
01:02:24: Aber dadurch, dass wir eine gute Datengrundlage schaffen mit dem System, kann es auch sein, in Zukunft, dass sich das Geschäftsmodell dahin erweitern wird, dass man sagt, hey,
01:02:32: du willst hier noch ein Feature XY oder eine App XY, baue sie dir, baue sie dir selber.
01:02:38: Code sie dir.
01:02:40: Wir sorgen dafür, dass sie in deine Daten gut integriert sind.
01:02:44: Das heißt, ganze Prozess wird unglaublich viel dynamischer.
01:02:52: Und die Möglichkeiten, schneller individuelle Prozesse zu digitalisieren, wächst.
01:02:58: Also die wachsen, die Möglichkeiten.
01:03:01: Wenn du jetzt sagst, das Geschäftsmodell würde sich dahingehend ändern, könnte es sein, hypothetisch, dass du sagst, dem Kunden brauchst du ja selber.
01:03:09: Habt ihr dann keine Angst, dass eure Software dann auch einfach sagt, ich bin jetzt der Kunde, sag so wie du jetzt das Abo XY nachbaust, na ja, dann baue ich halt das von EVOMECS
01:03:19: nach.
01:03:20: Ist ja jetzt kein Thema mehr.
01:03:22: Naja, ich meine, ich würde es nicht für alle Zeit ausschließen, aber Stand heute ist der Burggraben, den wir unser Unternehmen rum haben, schon noch ziemlich groß.
01:03:31: Und das ist das Thema der Datenstrukturen.
01:03:37: Das ist die Komplexität der Daten, mit denen man es zu tun hat, die aus den verschiedensten Systemen rauskommen.
01:03:46: Der Maschinensteuerung, der CAM-Systeme, der ERP-Systeme etc.
01:03:49: Da ist so viel Kontextwissen drin, das hat die KI nicht noch nicht.
01:03:58: Vielleicht irgendwann.
01:04:00: Im Moment deutet sich es nicht an.
01:04:01: Und auch ich, also auch in dem, was ich heute mache, komme ich natürlich an meine Grenzen.
01:04:05: Ich würde jetzt nicht hergehen.
01:04:07: unser Lexwear Office würde ich jetzt noch nicht ersetzen, weil das sind Bank-Schnittstellen drin, Datefschnittstellen.
01:04:15: Das fasse ich nicht an, das ist mir zu heiß.
01:04:18: Und ich weiß auch nicht, wie lange ich das nicht anfassen will oder werde, weil alles will ich mir nicht ans Bein binden.
01:04:24: So eine Make-or-Buy-Entscheidung will immer noch gut überlegt sein, aber dieses Make wird halt erleichtert.
01:04:31: Bei uns ist das Thema, diese Datenintegration
01:04:37: Datendurchgängigkeit.
01:04:40: Das das damit verbundene Know-how.
01:04:42: Das ist unser Bohrgraben.
01:04:46: Ich finde das sehr spannend.
01:04:48: Dahingehend, du sagst, seid ein Softwareunternehmen.
01:04:52: Die Gefahr für Softwareunternehmen, du hast jetzt schon gesagt, San Francisco, ich möchte jetzt nicht unbedingt Softwareentwickler sein.
01:05:00: Die Gefahr ist ja da.
01:05:02: Einfach.
01:05:03: Ihr habt zwar jetzt noch einen USB, aber macht ihr euch Gedanken, was ist, wenn der nicht mehr da ist?
01:05:11: Wenn das so schnell geht, dass auf einmal das, was jetzt der Burgraben ist, der ziemlich schnell zugeschüttet wird und wir nur zuschauen können sein können und okay, fuck, jetzt
01:05:20: ist er weg.
01:05:23: Habt euch da schon mal Gedanken gemacht, wie ihr euch als Softwareunternehmen aufstellen könnt?
01:05:28: sagt, ihr geht mehr Richtung Plattformökonomie, dass ihr sagt, das ist ein Mehrwert, die anderen vielleicht nicht bieten können, wenn sie sich selber brauchen.
01:05:35: also natürlich denken wir drüber nach, weil wir sehen natürlich das Risiko, das
01:05:46: Stand heute ist es noch kein Problem.
01:05:52: Vielleicht wird es eins, vielleicht aber auch nicht.
01:05:54: Vielleicht passen wir uns einfach nur an.
01:05:56: Ich glaube, und das ist das, ich meinte, mit unserem Geschäftsmodell kann sich schrittweise verändern.
01:06:01: Weg vom Anbieter von Standardsoftware, die einfach nur ausgerollt wird, das wird es wahrscheinlich auch weiterhin geben, hinzu, wir bauen dir eine Datengrundlage und wir
01:06:13: helfen dir dabei,
01:06:15: deine eigene Anwendung darauf aufzubauen.
01:06:17: heißt auch vielleicht ein softwaregestützter Beratungsansatz.
01:06:23: Das kann schon auch in die Richtung gehen.
01:06:26: Ich glaube, bis auf weiteres wird Know-how in dem Bereich weiterhin einen Wert haben.
01:06:34: Und wir werden sehen.
01:06:39: Ausschließen kann man nichts, aber wie wir
01:06:42: Wir nutzen alle Möglichkeiten, die sich auch tun, so schnell wie möglich für uns selbst und versuchen da vollständig an Beid zu bleiben.
01:06:51: Ja, spannend, Interessant.
01:06:56: Wenn man nochmal, du hast das ganz kurz angeschnitten, auch die Unternehmen, dass sie halt irgendwie, ich sage mal, KI für sich nutzen können, schnell was programmieren können.
01:07:04: Das ist ja das eine.
01:07:06: Was sind denn sonst die anderen Aspekte, wo du sagst, ok, wenn wir das jetzt geschickt machen mit KI, dann
01:07:11: können die Unternehmen echt noch mehr wert generieren oder brauchen uns nicht verstecken?
01:07:17: Ja, es ist ja, also was wir jetzt ja gar nicht besprochen hatten, waren die Einsatzmöglichkeiten der KI für den Kunden im Rahmen eines solchen Produktes.
01:07:28: Die sind natürlich auch gigantisch.
01:07:34: Die meisten von uns nutzen KI im Arbeitsalltag.
01:07:36: Die sind so teilweise integriert in Office oder Google, Google Suite etc.
01:07:42: Und da sehen wir ja schon, was KI uns an Arbeitserleichterung bringen kann, wenn sie auf diesem sehr allgemeinen Level eingesetzt werden.
01:07:52: Wenn wir jetzt davon ausgehen, wir haben ein vollständig datentechnisch integriertes Unternehmen.
01:08:00: Die Daten, die da vorhanden sind, sind ja irre riesig.
01:08:06: je nachdem, wie weit man unser System baut, hängt datentechnisch alles miteinander zusammen.
01:08:12: die Auswertungsmöglichkeiten, dann durch eine KI gegeben sind und vielleicht Mustererkennung, Verbesserungsprozesse, noch stärkere Automatisierungsmöglichkeiten.
01:08:23: Ich glaube da haben wir noch einiges zu holen.
01:08:28: Also das steckt noch wahnsinnig viel Potenzial drin.
01:08:32: Spannend.
01:08:33: Dafür bin ich gespannt.
01:08:36: bevor wir jetzt Richtung Ende abbiegen,
01:08:41: Das geht ein bisschen auch mit deinem Geschäftsmodell in die Richtung der Frage, was sind so die strategischen Entscheidungen, die dich gerade intern am meisten beschäftigen oder
01:08:54: euch generell beschäftigen für die nächsten Jahre?
01:08:57: Weil du sagst, das wird jetzt die nächsten Jahre ziemlich prägen.
01:09:02: Also, wie sagt man so schön?
01:09:04: Prognosen sind immer schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.
01:09:11: Es ist sehr wahnsinnig schwer, der aktuellen Entwicklungsgeschwindigkeit das zu antizipieren.
01:09:17: Wir legen großen Wert darauf, technologisch am Ball zu sein.
01:09:25: Also das, was ich gesagt habe, das, was uns irgendwo über den Weg läuft, möglichst sofort zu verstehen, für uns nutzbar zu machen und wenn nicht für uns, dann vielleicht für unsere
01:09:37: Kunden immer in enger Absprache.
01:09:40: Stichwort OpenClaw.
01:09:44: Wann kam das Publik Anfang Februar?
01:09:47: Irgendwie so, es nicht so lange her.
01:09:51: Wir haben ein paar Wochen gebraucht.
01:09:55: Wir sind jetzt voll aufgesprungen auf den Zug, sind total gespannt.
01:09:58: Aber ich weiß nicht, was in den nächsten drei Wochen passiert, was da noch so alles die Ecke kommt.
01:10:03: Insofern heißt es halt einfach Augen, Ohren, alles auf und mit Mut rangehen und nutzen, offen bleiben.
01:10:09: Das ist das, natürlich den Mittelstand Stück weit auch ausmacht.
01:10:13: Der Innovativ bleiben, open-minded.
01:10:19: Und dann gucken, was kann das für unser Geschäftsmodell bedeuten?
01:10:22: Was könnten Veränderungen sein, die man antizipiert?
01:10:26: Und...
01:10:31: Das ist es eigentlich.
01:10:32: Also fünf Jahresplan.
01:10:35: In der heutigen Zeit schwierig.
01:10:38: Aber auf gar keinen Fall den Kopf in den Bein stecken.
01:10:40: Ich glaube, geht jetzt erst richtig los.
01:10:45: Sehr cool.
01:10:48: Dann die letzte Frage.
01:10:53: Halb so wild.
01:10:54: Drei Learnings, die du den Zuhörerinnen mitgeben möchtest.
01:10:59: private Natur sein können, aber auch berufliche Natur sein.
01:11:01: It's up to you.
01:11:03: Drei.
01:11:09: Ich glaube, Vertrauen ist sehr wichtig.
01:11:16: Vertrauen ein Stück weit in sich selbst, in die eigene Idee, auch wenn man immer wieder gebeutelt wird und zurückgeworfen wird.
01:11:29: Und ich glaube auch, dass Vertrauen wahnsinnig wichtig ist in einem Umfeld, wo es schnell gehen muss, weil Kontrolle bremst.
01:11:37: Und das bringt mich vielleicht so bisschen auch zum zweiten Punkt, das so ein Zitat, das ich noch nicht mal gehört habe, das fand ich ganz witzig.
01:11:44: Manchmal ist es besser, Verzeihung zu bitten, als Erlaubnis zu fragen.
01:11:50: Man muss manchmal einfach machen.
01:11:58: Und gibt es manche Politiker, die das auch machen?
01:12:06: Ja, die bitten dann halt dich Verzeihung.
01:12:09: Stimmt.
01:12:13: Das gelingt nicht allen so gut.
01:12:14: Und das Dritte.
01:12:17: Da hätte ich jetzt wahrscheinlich vorbereiten müssen.
01:12:22: Ich glaube einfach nur, nur sehr allgemein sagen, dieses
01:12:29: dieses Wachsamsein und in die Möglichkeiten denken.
01:12:33: Natürlich haben wir Sorge, haben wir alle Sorgen vor den ganzen Dingen, die uns rum ständig passieren und sich vollständig außerhalb unserer Einflusssphäre befinden.
01:12:48: Ein Krieg in der Ukraine, ein Krieg im Iran, eine Klimaveränderung, sonstige politische Umwälzungen.
01:12:55: Weißt was alles Das befindet sich alles irgendwie außerhalb unseres Einflussbereichs.
01:12:59: Und dann ab und zu den Fokus darauf zu lenken, was ist innerhalb meines Einflussbereichs und wie gehe ich es an und es dann halt auch zu machen.
01:13:11: Super.
01:13:12: Benjamin, danke.
01:13:14: Danke für deine Insights.
01:13:15: Danke für jetzt auch deine Learnings.
01:13:18: Ich habe super spannend gefunden.
01:13:21: Auch deinem Blick auf das Thema, du auch, sag mal so,
01:13:25: Ja, überzeugt bist vom Mittelstand, dass wir das können hier und dass das auch extrem wichtig ist für euch, dass das so ein in der DNA bei euch verankert ist.
01:13:36: kommt da Formen, Werkzeug und Formenbau, Mittelstand, KMU und dass das ein wichtiger Aspekt ist, weil viele schauen dann irgendwie nur auf die Großen oder so, aber da sagt,
01:13:45: okay, wir müssen auch Lösungen für den Mittelstand schaffen, damit wir da, weil es einfach ein
01:13:50: Das Rückgrat bildet und das ist wichtig, finde ich super, kann ich nur unterstreichen und kann ich sagen, sehr cool, taugt mir, taugt mir sehr.
01:14:00: War auch super spannend zu sehen, wo du sagst, ja, so ein Thema, wie verdaut die Organisation das Ganze oder wie kriege ich eine Organisation dazu, dass sie
01:14:10: digitalisieren, dass sie diesen langen Weg auch gehen, diese Vision bestreiten, die Strategie irgendwie nicht aus dem
01:14:20: aus den Augen verlieren, dass auch das Thema Führung wichtig ist und dass die Organisation und dass da auch im Mittelstand dieses Verantwortungsbewusstsein, dieses Mindset da
01:14:28: entscheidend ist.
01:14:29: Und was ich super spannend fand, dass du gesagt hast, KI wird da auch noch einiges bringen.
01:14:35: Also da ist noch Potenzial da, man muss halt am Ball bleiben.
01:14:40: was auch noch für mich spannend war, auch ein bisschen so dieses Thema als Softwareunternehmen, seid ihr direkt betroffen von diesen Entwicklungen der KI?
01:14:49: doch auch noch mal zu hören.
01:14:50: Ja, gefühlt ist es schon noch mal dieses Know-how, dieses Domänenwissen, aktuell, was vielleicht irgendwann mal kommen wird, aber aktuell noch nicht da ist, weil du musst das
01:15:00: ja auch irgendwie füttern und das auch nicht die Art.
01:15:04: Fand ich echt interessant.
01:15:07: Danke.
01:15:07: Danke dafür.
01:15:09: Ich freue mich auch, wenn ich mir das irgendwann mal auch live anschauen kann, euer System.
01:15:13: Das würde mich sehr, sehr freuen.
01:15:14: Wie gesagt, ich bin immer wieder im Mittelstand und KMU unterwegs und
01:15:19: Ich treffe immer wieder auf Unternehmen, sagen, wir haben da keine Lösung, brauchen da mal was.
01:15:25: Das würde mich sehr interessieren, damit ich mir da auch noch mal ein genaueres Bild machen kann.
01:15:29: Ja, also extrem gern.
01:15:31: Vor allem ich habe zu danken für die Einladung, für die Möglichkeit hier gewesen sein zu dürfen.
01:15:36: Und du bist herzlich eingeladen, da hinzukommen.
01:15:38: Mich interessiert natürlich auch uns.
01:15:39: Es ist auch immer wichtig, wenn da einer draufguckt von außen, mit Fachknow-how und sagt, Daumen hoch, Daumen runter, da könnte man auch.
01:15:49: Ich schaue dann aus der prozessualen Sicht an.
01:15:51: Ja, ja, bitte Challenge.
01:15:54: Sehr cool, machen wir das, machen wir so.
01:15:56: Super und jetzt heißt es für uns zum Italiener noch was essen und was trinken.
01:16:01: Sehr schön, perfekt.
01:16:03: Danke fürs Kommen.
01:16:05: Danke auch.
01:16:06: Das war die Folge mit Benjamin Neubauer.
01:16:08: Infos zu Benjamin und Evo Max findet ihr in den Show Notes.
01:16:11: In zwei Wochen geht es dann weiter.
01:16:13: Bleibt gespannt und schaltet wieder ein, wenn es heißt herzlich willkommen zu Business Unplugged.
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