Anika Thurmann - Die Therapiewissenschaften sind reif für KI #117

Shownotes

Herzlich willkommen zu Folge 117, in der ich Anika Thurmann vor das Mikro gebeten habe. Anika ist Logopädin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kompetenzzentrum HUMAINE, in dem es um humanzentrierte Anwendungen von KI in unterschiedlichsten Arbeitsfeldern geht. Anika hat dabei den Fokus auf die Therapiewissenschaften gelegt, und für mich war es super interessant, Einblicke in diesen Bereich zu bekommen, da ich zu diesem Bereich ja nur privat und nicht beruflich eine Verbindung habe und u. a. den Fachkräftemangel, wie wahrscheinlich viele von euch, voll zu spüren bekomme.

Anika und ich haben deshalb über die Einsatzmöglichkeiten von KI gesprochen und darüber, welche positiven Auswirkungen diese haben wird und das nicht nur in der Diagnostik, sondern auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel.

Wusstet ihr, dass es deutschlandweit nur 30.000 Logopäd:innen gibt und viele davon in Teilzeit arbeiten? Nur ein kleiner Fact am Rande, mehr dazu aber in dieser Folge. Viel Spaß dabei!

Mein Gast:

Anika Thurmann (LinkedIn)

HUMAINE

Podcast/ SKIMM – Sprich KI mit mir!

Hochschule Bochum

Projekt TALC

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00:00:01: Das Witzige ist, dass die Patientinnen das schon längst akzeptiert haben.

00:00:05: In die Praxen gehen und sagen, ich möchte bitte mit KI arbeiten, ich möchte bitte mit Apps arbeiten und mit allen technischen Spielereihen, die sie sonst noch so zur Verfügung

00:00:14: haben.

00:00:15: Das Problem lag auf der anderen Seite, auf der Seite der Therapeutinnen, dass dort lange Zeit die Technik nicht akzeptiert wurde.

00:00:29: Herzlich willkommen zu Business Unplugged, dem Treffpunkt für Tradition und Zukunft.

00:00:34: Mein Name ist Johannes Pohl und ich spreche mit Unternehmerinnen, Gründerinnen und stillen Heldinnen des Business Alltags, die unsere digitale Zukunft formen.

00:00:43: Business Unplugged ist die Bühne für Visionäre der Digitalisierung und soll Brücken zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen bauen.

00:00:51: Hier erhältst du wertvolle Impulse und Inspiration.

00:00:55: Herzlich willkommen zu Folge 117

00:00:58: in der ich Anika Thurmann vor das Mikro gebeten habe.

00:01:02: Anika ist Logopädin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kompetenzzentrum humAIne, in dem es sich um humanzentrierte Anwendung von KI in unterschiedlichsten Arbeitsfeldern

00:01:14: dreht.

00:01:15: Anika hat dabei den Fokus auf die Therapiewissenschaften und für mich war es super interessant Einblick in diesen Bereich zu bekommen, da ich zu dem Bereich, der nur privat

00:01:23: und nicht beruflich eine Verbindung habe und

00:01:26: unter anderem den Fachkräftemangel, wie wahrscheinlich viele von euch voll zu spüren kommen.

00:01:32: Anika und ich haben deshalb über die Einsatzmöglichkeiten von KI gesprochen und welche positiven Auswirkungen diese haben wird.

00:01:38: Und das nicht nur in der Diagnostik, sondern auch auf den Fachkräftemangel.

00:01:43: Wusstet ihr, dass es deutschlandweit nur 30.000 Logopäden innen gibt und viele davon in Teilzeit arbeiten?

00:01:51: Nur ein kleiner Fakt am Rand.

00:01:53: Mehr dazu aber in dieser Folge.

00:01:55: Viel Spaß dabei.

00:01:57: Liebe Anika, herzlich willkommen im Podcast.

00:01:59: Ich freue mich sehr auf unser Gespräch, denn bisher hatte ich noch niemanden aus deinem Fachbereich, nämlich den Therapiewissenschaften, zu Gast, obwohl es da echt sehr viele

00:02:10: spannende Ansätze zum Thema Digitalisierung und KI gibt.

00:02:14: Hallo, ihr.

00:02:15: Hallo, Johannes.

00:02:16: Danke für die Einladung.

00:02:18: Sehr gerne.

00:02:19: Ich freue mich jetzt schon drauf, Anika.

00:02:21: Kurz mal zu dir, du bist schon länger als Logopädin unterwegs und kennst doch die Perspektive, der Tag ist voll, die PatientInnen warten, Dokumentation ruft und trotzdem

00:02:31: soll irgendwie die Therapie bitte individuell und menschlich bleiben und ja, du hast dich diesem Zustand nicht ergeben, ich mal, das muss doch auch anders gehen, es gibt neue Tools

00:02:42: etc., PP und bist da tief eingestiegen, hast noch einen Bachelor gemacht, hast noch einen Master gemacht an der Hochschule Fresenius.

00:02:49: und dabei schon Themen wie Apps in der Wortschatztherapie und die digitale Realität in Therapieberufen untersucht und parallel genau diese Brücke gebaut zwischen Forschung,

00:03:00: Lehre und Versorgung.

00:03:02: Seit fünf Jahren bist du wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ruhr-Uni Bochum im Projekt humAIne, dem Kompetenzzentrum der Metropole Ruhr für die Arbeitswelt der Zukunft mit

00:03:13: Künstlicher Intelligenz und der Transferhub für humanzentrierte Arbeit mit

00:03:19: KI.

00:03:21: Und in deiner Arbeit geht es vor allem die Therapiewissenschaften.

00:03:25: Bei humAIne geht es nicht nur darum, aber in deiner Arbeit ist das Fokus auf die Therapiewissenschaften und da auch konkret um Anwendungen wie zum Beispiel Easy Speech,

00:03:37: also ein digitales KI-Nas-Sprechtraining für Menschen mit Morbus Parkinson, bei dem es Machbarkeit, Akzeptanz und Implementierung und am Ende ja auch um die praktische Frage

00:03:48: geht.

00:03:49: Wie schließt man Versorgungslücken ohne dass dabei die therapeutische Beziehung auf der Strecke bleibt?

00:03:55: Und ich finde es immer super, wenn die Forschung aus diesem Elfenbeinturm rausgeht und das macht ihr genau am 26.02.

00:04:02: bei eurer Frühjahrsmesse von humAIne und dadurch Werbung meinerseits für euch.

00:04:09: Alle die Bock haben da mehr zu erfahren einzusteigen in dieses Thema.

00:04:14: Am 26.02.

00:04:16: gibt's die Frühjahrsmesse von humAIne.

00:04:18: Ich verlinke

00:04:19: Anmeldung für, also den Link zur Anmeldung und zur kostenfreien Teilnahme in den Show Notes, da packe ich das rein.

00:04:26: Da kann sich jeder anmelden und auch informieren, was zu sehen ist.

00:04:32: Auch du hältst da einen kleinen Vortrag, wenn ich das richtig gesehen habe in der Agenda.

00:04:38: Ja.

00:04:39: wer keine Zeit dazu hat, dir da zu lauschen, der kann aber woanders dir lauschen.

00:04:44: Und zwar hast du im Rahmen

00:04:46: Deine Arbeit, auch einen Podcast ins Leben gerufen, sprich KI mit mir und den möchte ich an dieser Stelle auch empfehlen.

00:04:54: Den hostest du und sprichst da mit Forschenden, EntwicklerInnen, Menschen aus der Praxis darüber, was KI wirklich kann, wo sie nervt und wo sie vielleicht sogar hilft und zwar so,

00:05:04: dass es nicht Zukunftsmusik ist, sondern ja, dann ich, okay, gut, könnte ich vielleicht nächste Woche schon anwenden und gebrauchen.

00:05:14: Bevor wir jetzt komplett abtauchen in das Thema, jetzt nochmal schnell zu den AB Fragen, die hier alle beantworten müssen.

00:05:22: Liebe Anika, du weißt, was auf dich zukommt?

00:05:24: Ich bin bereit.

00:05:26: Sehr gut, dann starten wir gleich rein.

00:05:28: Bildung online oder offline?

00:05:31: Bildung online.

00:05:33: Automatisierte oder menschliche Entscheidungsfindung?

00:05:37: Menschliche Entscheidungsfindung.

00:05:39: Stärkere Regulierung oder mehr Freiheiten für Unternehmen?

00:05:44: Mehr Freiheit für Unternehmen.

00:05:47: Vollkommener Schutz persönlicher Daten oder weniger Datenschutz zur Wahrung der Sicherheit und des Wohls der Allgemeinheit.

00:05:53: Langer Satz, ich weiß.

00:05:55: Dann bitte das zweite, das kann ich jetzt nicht alles wiederholen.

00:05:59: Und dann haben wir nochmal Webmeetings oder persönliche Treffen, dann bist du durch.

00:06:04: Am liebsten dann immer noch die persönlichen Treffen.

00:06:06: So, dann steigen wir mal ein.

00:06:07: Warum Bildung online?

00:06:10: Warum Bildung online?

00:06:11: Weil es einfach

00:06:12: ganz vielen Menschen Bildung ermöglicht, egal wo sie sind, egal in welcher Lebenssituation sie stecken, egal ob sie vielleicht irgendwelche Hürden oder Barrieren haben.

00:06:24: Ja deswegen finde ich die Online Bildung eine super Möglichkeit Bildung vor allem zugänglich zu machen.

00:06:30: Und dann warst bei der menschlichen Entscheidungsfindung?

00:06:34: Ja.

00:06:36: Wie du es ja auch schon in, ich habe mal auf die Uhr geguckt, in ungefähr drei Minuten erzählt hast von mir, wo ich so dachte, wow, kann man so lange von mir erzählen, hast du

00:06:45: ja schon kurz das Wort Humanzentrierung einmal benutzt.

00:06:48: Mir geht es tatsächlich immer darum, wenn wir digitale Tools einsetzen, dass am Ende niemand durch die Technik ersetzt wird, sondern die klinische Entscheidung immer noch beim

00:06:58: Menschen bleibt.

00:06:59: Okay.

00:07:00: Man könnte wahrscheinlich über dich noch länger erzählen als drei Minuten.

00:07:04: Stark eingedampft.

00:07:08: Dann warst du noch beim Thema Mehrfreiheiten für Unternehmen.

00:07:12: Wieso hast du dich dafür entschieden?

00:07:14: Ja, also ich bin natürlich für Datenschutz, aber ich denke auch, dass zu viel Regulierung, auch zu viele gute Ideen in den Schubladen verharren lässt und manche Ideen

00:07:33: für eine bessere Versorgung, jetzt wenn ich zum Beispiel an die Therapieberufe, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie denke, dass sie gar nicht umgesetzt werden

00:07:41: können, weil einfach zu viel Regulierung herrscht, gerade wenn es das Thema Datenschutz geht.

00:07:46: Und ich glaube, am Ende geht es ja immer darum, dass wir die bestmögliche Versorgung für Patienten und Patientinnen schaffen.

00:07:52: Und da sollten wir natürlich die Daten

00:08:01: unsere Patienten, aber auch gucken, wie wir damit arbeiten können im Sinne der Patienten.

00:08:09: Da stößt du wahrscheinlich, also das stößt ja auch in die gleiche Richtung mit weniger Datenschutzen dafür, die Wahrung, die Sicherheit und das Wohl der Allgemeinheit, geht da

00:08:17: in die gleiche Richtung, ne?

00:08:18: Ja, richtig, genau.

00:08:22: Dann warst du nochmal für persönliche Treffen.

00:08:27: Ja, du musst dir vorstellen, ich arbeite ja, wie du schon gesagt hast, seit fünf Jahren in diesem Forschungsprojekt humAIne, was übrigens für Human Centered AI Network steht, können

00:08:36: wir sicher nachher auch nochmal dazu.

00:08:39: Und seit fünf Jahren arbeite ich in diesem Forschungsprojekt.

00:08:42: Ich lebe in Hamburg und dieses Projekt ist aber in Bochum.

00:08:46: Und ich arbeite seit fünf Jahren im Homeoffice, 100 Prozent.

00:08:49: Und sehe meine Kollegen und Kollegen dann wirklich tagtäglich in Online-Meetings.

00:08:54: Und es ist jedes Mal wundervoll, wenn ich die dann auch mal in echtem Treffen treffen kann.

00:09:00: Da sind auch interessante Überraschungen aufgetaucht durch diese persönlichen Treffen.

00:09:06: Und ja, ich genieße das immer sehr, dann meine Kollegen auch wirklich mal live zu sehen.

00:09:11: Ich erzähle auch immer gerne die Geschichte, ich habe auch irgendwann mal jemanden dem Podcast getroffen, nur online.

00:09:18: Und dann haben wir uns persönlich gedacht, boah krass, ich wusste gar nicht, dass du so groß bist.

00:09:22: Ja, genau so ging es mir auch.

00:09:24: Ich habe die ersten Jahre mit einer sehr guten Kollegin zusammengearbeitet und ja.

00:09:33: Im Rechner sah sie blond, wunderschön, zarte, Logopädenstimme.

00:09:43: Und ich dachte, sie ist klein, zierlich.

00:09:45: Und als wir uns dann das erste Mal in Bochum am Bahnhof trafen, war sie einfach über 1,80.

00:09:49: Und ich musste nach oben gucken.

00:09:54: ja, das war meine erste Überraschung, was so Thema Online-Meetings und Real-Life-Treffen angehen.

00:10:00: Das war sehr witzig.

00:10:04: Super, dann lass uns doch jetzt mal einsteigen.

00:10:08: Anika, gab es eigentlich in deinem Leben irgendwie einen Moment, in dem auch irgendwie klar wurde, ja ich möchte mit Menschen arbeiten, aber nicht auf die klassische Art und

00:10:16: Weise?

00:10:20: Also die erste Erkenntnis, wo ich dachte, ich möchte gerne mit Menschen arbeiten, war ja schon mal die Entscheidung dazu, ich möchte Logopädin werden.

00:10:28: Ich möchte, es ist ja ein Beruf, der sehr hands-on ist, der sehr viel mit Kommunikation zu tun hat und Menschen auch wieder zurück in die Kommunikation bringen möchte.

00:10:37: Das heißt, da gab es schon mal so die erste Entscheidung dazu, ich mache was mit Menschen und dann auch noch so richtig tief mit Kommunikation.

00:10:47: Und

00:10:50: Dann habe ich später gedacht, weil du fragtest gerade nach, du möchtest da was anderes machen.

00:10:57: Diese Erkenntnis kam mir dann irgendwann, als ich selber eine Praxis hatte.

00:11:01: Ich hatte zwölf Jahre lang eine eigene Praxis in Wismar mit verschiedenen Angestellten oder Mitarbeitenden.

00:11:09: Und da habe ich irgendwann gemerkt, okay, ich liebe meinen Beruf, ich finde ihn klasse.

00:11:14: Wir können Menschen wieder zurück in die Kommunikation, zurück zur Sprache bringen oder

00:11:19: Kinder auf dem Weg in die Kommunikation begleiten.

00:11:23: Aber ich habe dann irgendwann gemerkt, da gibt es noch mehr als die reine Präsenzveranstaltung.

00:11:28: Da gibt es einfach noch technische Tools, die man benutzen kann, einmal mit den Patientinnen, aber auch unter uns Kollegen und Kolleginnen.

00:11:37: Wir können dort noch besser kommunizieren, wenn wir einfach technische Tools mit einsetzen.

00:11:43: Und da habe ich für mich überlegt, ich möchte meine Praxis anders aufstellen.

00:11:47: Ich habe schon relativ früh auch mein Kommunikationsmanagement, Abrechnungsmanagement und so weiter schon ziemlich früh auch digital gemacht.

00:11:59: Okay, eigentlich viele, also ich weiß keine Ahnung, ich kenne jetzt nicht extrem viele, aber ich kenne doch ein paar Therapeutinnen.

00:12:10: Manche wollen auch noch Logopäden, das Thema Digitalisierung in der einen oder anderen Stelle Aber du hast dann gesagt, ich möchte tiefer einsteigen, da ist Potenzial da.

00:12:20: Das finde spannend.

00:12:23: Ganz genau, weil ich einfach denke, dass das gar nicht gegen Logopädie spricht.

00:12:29: Es spricht gar nicht gegen Kommunikation.

00:12:32: Es spricht überhaupt nicht gegen Therapeut in Patientinbeziehung.

00:12:36: sondern es spricht meiner Meinung nach alles dafür.

00:12:39: Es ist einfach nur eine Erweiterung unseres Werkzeugkoffers oder Toolbox, wie man heute sagen würde, um die Kommunikation noch intensiver zu gestalten, noch vielfältiger zu

00:12:51: gestalten und vor allen Dingen Leute mit einzubeziehen, die vielleicht auch auf andere Wege gar nicht kommunizieren können.

00:12:59: Und deswegen ist es für mich eigentlich überhaupt

00:13:03: ganz, ganz wichtig, dass wir Logopäden und Logopädinnen uns mit dieser Thematik beschäftigen.

00:13:08: Und ich glaube auch noch, also zumindest das, was ich mitbekommen habe, ich habe mal ein Pitch-Training gemacht und da waren die Gründerinnen vom Sprachschatz dabei, auch die

00:13:18: Verfügbarkeit oder die Sache auch zur Verfügung zu stellen.

00:13:21: Wenn man heute auf einen Logopädie-Platz wartet, dauert es ja ewig.

00:13:24: Ich sage es jetzt mal so, man hat irgendwie Glück und kommt irgendwie rein.

00:13:28: Aber da auch zu sagen, es gibt auch Möglichkeiten,

00:13:33: Logopädie zu demokratisieren, wie es immer heißt.

00:13:38: Ja, das klingt absolut richtig.

00:13:40: Also wenn ich mal von Hamburg aus gehe, dann haben wir ungefähr Wartelisten von einem Jahr auf einen Therapieplatz.

00:13:47: Und das ist wirklich fatal, würde ich mal sagen.

00:13:52: Denn wenn wir vielleicht an ein vier- oder fünfjähriges Kind denken, was zur Schule kommt mit sechs, sechseinhalb, sieben.

00:14:02: Und

00:14:03: kommunikative Defizite hat, dann hat dieses Kind keine Zeit zu warten.

00:14:08: Es braucht Unterstützung und Therapie.

00:14:11: Aber auch ein Patient, der vielleicht einen Schlaganfall hatte, dann eine Afasie hatte, also Sprachverlust erlitten hat durch den Schlaganfall, der braucht in den ersten sieben

00:14:24: Wochen in der Akutphase, braucht er dringend Logopädie.

00:14:29: Das wird natürlich durch Rehakliniken und durch Kliniken ganz gut abgedeckt, aber

00:14:33: Dann die Weiterversorgung in stationären, in ambulanten Praxen ist dann wirklich essentiell wichtig und ist wirklich, deswegen sage ich fatal, es braucht eine Logopädie.

00:14:46: Und wie du dann richtig sagst, ist es einfach toll, wenn es dann smarte Technologien gibt, tolle App-Anwendungen gibt, die dann eben diese Lücken schließen können und dass der

00:14:57: Patient eigenständig, selbstwirksam auch was für sein eigenes Vorankommen tun kann.

00:15:02: Eltern auch ermächtigt werden, das Kind schon mal in einer bestimmten Wartezeit auch was tun zu können.

00:15:09: Daher finde ich solche Tools auch wirklich wichtig.

00:15:12: Da haben wir jetzt die schöne Brücke gebaut zu humAIne, wo er ja auch über solche Themen arbeitet und spricht und forscht und so weiter und so fort und auch in die Praxis umsetzt.

00:15:25: Lass uns mal da einsteigen.

00:15:26: Was macht sie denn konkret bei humAIne?

00:15:27: Du hast jetzt schon erwähnt, wofür steht.

00:15:31: Kannst du da noch einfach mal bisschen genauer drauf eingehen?

00:15:36: Also, humAIne ist ein Forschungsprojekt, das hat 2021 im April, glaube ich, es.

00:15:44: Da hat es gestartet und endet jetzt offiziell am 31.3.2026.

00:15:48: Und es geht darum, künstliche Intelligenz in verschiedene Arbeitswelten zu implementieren.

00:15:59: Also es geht hauptsächlich

00:16:00: die humanzentrierte, menschzentrierte Implementierung an verschiedenen Arbeitswelten.

00:16:06: Und es geht dort im Fokus gar nicht die Logopädie, sondern ganz, ganz viele verschiedene Arbeitsfelder.

00:16:12: Wir haben Radiologie dabei, wir haben Pflege dabei, wir haben Industrie dabei, wir haben sogar die Messung von, wie war das, Kfz-Schäden durch KI oder auch die Identifikation von

00:16:30: Lex in Stahlrohren.

00:16:34: Ich weiß nicht, da irgendwo habe ich was gelesen.

00:16:36: Schweißnahtüberprüfung, danke.

00:16:37: Genau, Schweißnahtüberprüfung durch KI.

00:16:40: Also all solche Arbeitsfelder sind in humAIne vereint und die haben ein ziemlich großes Team aus ganz vielen verschiedenen interessanten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen

00:16:52: und auch Kooperationspartnern.

00:16:55: Und die kommen aus der IT, aus der

00:16:57: Arbeitswissenschaft, aus der Wirtschaftspsychologie, aus der Pflege, aus der Logopädie, aus der Medizin.

00:17:06: Und all diese Menschen bringen dort ihre Expertisen zusammen, zu schauen, was braucht es, damit KI Anwendung findet in diesen Arbeitsfeldern, die ich gerade nannte.

00:17:21: ja, in meinem Part ist es eben so, dadurch, dass ich ja Logopädin bin und Therapiewissenschaftlerin bin.

00:17:27: dass ich mich dann natürlich die Logopädie kümmere und schaue, wie kann man Logopädie mit KI ergänzen.

00:17:35: Du hast es vorhin ja schon mal so bisschen angedeutet.

00:17:38: Viele Logopäden und Logopädinnen sind da vielleicht noch etwas zögerlich, was das Thema angeht, weil sie vielleicht auch das Gefühl haben, dass Technik jetzt nicht zwingend was

00:17:46: mit Logopädie zu tun hat.

00:17:47: Und wir haben aber geguckt in unserer Forschung, dass es erstens was damit zu tun hat und zweitens, wie es dann in die Logopädie kommen kann.

00:17:58: Jetzt hast du gerade erwähnt bei humAIne, habt ganz viele unterschiedliche Arbeitsbereiche und ihr wollt versuchen, wie KI in die Anwendung kommt.

00:18:06: Und jetzt kann ich mir gut vorstellen, dass es da auch gewisser Hinsicht auch so ein Spannungsfeld gibt zwischen wissenschaftlicher Sauberkeit, technologischer Machbarkeit und

00:18:16: auch dieser Praxisdruck.

00:18:17: Es muss ja auch rauskommen, dafür seid ihr auch da, es ist ja Kompetenzzentrum.

00:18:22: Wie geht ihr denn da mit dieser Spannung eigentlich um in diesem Projekt auch?

00:18:29: Ja, es gibt ja immer das große Problem, es gibt ganz viele tolle Forschungsprojekte, in denen interessante Erkenntnisse gesammelt werden.

00:18:41: Und leider ist es dann aber so, dass diese spannenden Erkenntnisse in der Schublade landen, weil sie können dann oft nicht in die Praxis übertragen werden.

00:18:52: Da gibt es dann diese sogenannte Lücke zwischen Forschung und Praxis.

00:18:56: Und wie gesagt, gute Ideen landen dann meistens in der Schublade.

00:19:02: Und wir wollen jetzt die Brücke schlagen zwischen Forschung und Praxis, indem wir beispielsweise Veranstaltungen machen, wo wir von unseren Erkenntnissen erzählen, wo wir

00:19:14: unsere Erkenntnisse auch gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern aus der Praxis tatsächlich pilotieren, testen, überprüfen, anwenden, einsetzen und wirklich

00:19:24: implementieren.

00:19:25: Und dass wir auch Formate schaffen, um Forschungsergebnisse tatsächlich auch in die Praxis zu überführen.

00:19:31: Und eine Idee von mir war dann eben auch diesen Podcast zu machen, damit auch die Praxis tatsächlich von unserer Forschung profitieren kann.

00:19:40: Und das gilt für alle Arbeitsbereiche, die ich jetzt vorhin genannt hatte.

00:19:45: Ich habe es vorhin nicht erwähnt.

00:19:46: Natürlich werde ich auch den Podcast von dir in den Show Notes verlinken.

00:19:51: da jemand schauen möchte, kann er da einfach auch in den Shownotes einfach klicken und braucht nicht sich auf die Suche begeben.

00:20:00: Wenn wir jetzt nochmal kurz dann zurückkommen auch auf das ganze Thema Therapiewissenschaften, Logopädie, Therapiewissenschaften, du hast schon erwähnt, es gibt

00:20:08: ja auch noch Physio und so weiter und so fort.

00:20:13: Lassen wir uns mal ganz nüchtern drauf schauen.

00:20:16: Wo wird denn heute eigentlich KI oder Digitalisierung schon sauber eingesetzt oder konkret eingesetzt und wo eher noch nicht?

00:20:24: Wenn wir jetzt mal nur auf die Logopädie schauen, dann muss ich ganz ehrlich sagen, reden wir dort noch nicht wirklich von KI-Einsatz.

00:20:33: Es gibt seit Corona viele Forschungsprojekte, Ideen, Fragestellungen.

00:20:43: zum Thema Einsatz von smarten Technologien in der Logopädie, das ist seitdem deutlicher geworden.

00:20:48: Einfach weil man festgestellt hat, dass Technik und Logopädie doch gar nicht so weit voneinander entfernt sind.

00:20:54: Aber wenn wir gucken, was tatsächlich in der Praxis ankommt, dann ist es so, wir haben bisher eine digitale Gesundheitsanwendung, die aber auch noch nicht mit KI arbeitet.

00:21:02: Das ist eine App, Neolexon kann ich hier mal sagen, kann ich auch sehr empfehlen.

00:21:07: Das ist eine App.

00:21:09: für den Einsatz in der Kindersprachtherapie, auch hauptsächlich oder die erste Instanz war für die Therapie von neurologischen Patienten.

00:21:19: Aber da spielt auch KI noch keine Rolle.

00:21:21: Ansonsten wird KI in der Logopädie eingesetzt und standardisiert.

00:21:27: Gibt es dieses Wort eigentlich?

00:21:29: Nicht standardisiert.

00:21:31: Jeder macht so sein Ding, will ich damit sagen.

00:21:34: Jeder nutzt Sprachmodelle wie ChatGPT.

00:21:38: Gemini und so weiter, für Materialeerstellung, zur Erstellung von Therapieplänen, zur Erstellung von Gutachten, Berichten und so weiter.

00:21:46: Jeder macht das irgendwie, aber es gibt so keine Standards dazu, wie man das einsetzen kann, wie man da zum Beispiel auch mit Datenschutz umgeht.

00:21:57: ja, so findet KI gerade in der Logopädie statt, das mal so zu sagen.

00:22:05: Es gibt auch weitere Apps neben Neolexon, die jetzt noch keine DIGA sind.

00:22:10: tolle Apps, entstehen.

00:22:14: Aber auch der Weg, wir hatten das vorhin auch schon mal zum Thema Regulierung.

00:22:17: Ich hatte mich ja für weniger Regulierung entschieden für Unternehmen und zwar genau aus dem Grund, wir haben so viele tolle Applikationen, die aber oft an den ganzen

00:22:29: Regulierungen scheitern und an langen Wegen scheitern.

00:22:34: um auf den Markt zu kommen, als digitale Gesundheitsanwendung akzeptiert zu werden, dann auf Rezept weitergegeben zu werden, weitergegeben werden zu können an die Patientinnen.

00:22:49: Jetzt habe ich es auch schon mit dem Deutsch.

00:22:52: Gut, dass du Logopädin bist.

00:22:54: Ja, manchmal frage ich mich auch, wie ich das geworden bin.

00:23:02: Da scheitert es einfach oft an den vielen Regulierungen, warum tolle Ideen einfach dann auch nicht auf den Markt kommen oder zu einer qualitativ hochwertigen Diga werden.

00:23:15: das ist so mal ein kurzer Abriss.

00:23:17: KI spielt noch keine offizielle Rolle in der Logopädie, nur in der Forschung bisher.

00:23:22: Und den anderen Therapiewissenschaften?

00:23:25: In der Physiotherapie und von der Ergotherapie kann ich jetzt nicht so genau sprechen.

00:23:30: In der Physiotherapie ist es so, dass es dort schon mehr gibt.

00:23:36: Dort arbeitet man zum Beispiel auch schon viel mit virtueller Realität, VR, AR-Brillen.

00:23:44: Es gibt Exoskelette, mit denen man arbeitet, die auch teilweise KI-basiert sind, weil es dort

00:23:52: Ja, es geht um KI-basierte Bewegungsanalysen.

00:23:55: Solche Sachen findet man dort tatsächlich schon.

00:23:59: Ja, was ich vielleicht nochmal ergänzen muss, die Logopädie hier nochmal ein bisschen nicht so weit nach hinten zu drängen.

00:24:06: In der Forschung passiert sehr, viel in der Logopädie.

00:24:12: Und da bin ich ganz gespannt, was jetzt so die nächsten ein, zwei Jahre da noch rauskommt.

00:24:18: Da ist ziemlich viel auf den Weg gebracht.

00:24:19: Da werden gute Fragen gestellt.

00:24:22: Thema KI.

00:24:25: Ich glaube, da können wir jetzt so die nächsten ein, zwei Jahre wirklich was erwarten.

00:24:30: In welche Richtung geht es denn da?

00:24:31: Ich meine, viele denken ja auch KI an Diagnostik und so weiter.

00:24:34: Ja, ich kann gewisse Sachen schnell erkennen.

00:24:36: Also ich denke mal, jetzt du hast vorhin auch Radiologie erwähnt, also radiologische Befunderstellen.

00:24:43: Es geht halt mit KI wahrscheinlich.

00:24:47: Am Ende besser als wenn es dir Mensch macht.

00:24:50: Gibt es da auch so Themen oder was sind denn so Themen, wo du sagst, okay, es gibt in der Forschung schon was und da, glaube ich, wird dann zukünftig auch was in die Praxis

00:24:58: rüberschwappen, sofern die Regularien eingehalten werden etc.

00:25:03: Und da macht es auch Sinn, weil da wir wirklich auch einen Mehrwert erzeugen können.

00:25:08: Ja, absolut.

00:25:10: Da habe ich ein ganz tolles Beispiel für dich und zwar, forscht die

00:25:16: Dr.

00:25:16: Hanna Elert zum Beispiel in einem Projekt, nennt sich TALK.

00:25:23: Da kann ich dir gerne noch den Link schicken, den können wir auch in die Show Notes packen.

00:25:26: Super spannendes Projekt.

00:25:28: Die machen nämlich Folgendes an der Leibniz-Universität Hannover.

00:25:32: Die sammeln Kindersprachdaten und revolutionieren damit, jetzt benutze ich mal richtig große Wörter hier, die Spontansprachdiagnostik von Kindern.

00:25:46: für alle Nichtlogopäden unter uns hier.

00:25:49: Wollte verzeihen, dass du das kurz erklärst.

00:25:51: Spon-Hand-Frag Diagnostik ist super wichtig.

00:25:54: Ja, stellt ihr vor, stellt euch vor, Eltern gehen mit ihrem Kind zum Kinderarzt, zur klassischen U7-Untersuchung.

00:26:05: Dort wird neben den ganzen körperlichen Entwicklungen auch die sprachliche Entwicklung untersucht.

00:26:12: Und das vierjährige Kind

00:26:15: sitzt dann in der Situation in der Arztpraxis und soll Bilder benennen, soll Situationen benennen, soll nennen, was es am liebsten ist, mit wem es am liebsten spielt und so

00:26:25: weiter.

00:26:25: Und viele haben das vielleicht schon erlebt, dass das Kind dann eher still wird und aufgrund dieser Situation der vielen Erwachsenen, die dort mit im Raum sind, eher stiller

00:26:35: wird und nichts sagt.

00:26:36: Und dann kommen die Eltern und sagen, ja aber zu Hause plappert mein Kind den ganzen Tag.

00:26:41: Ja, schön für das Kind, schön für die Eltern.

00:26:43: Das kann dann in der Situation aber nicht wirklich gemessen werden.

00:26:47: Und das Urteil fällt dann eher schwierig aus für das Kind.

00:26:51: Also man stellt sich dann natürlich die Frage, wie spricht das Kind spontan frei?

00:26:57: In der logopädischen Praxis ist es so, da sollten wir, das wird leider nicht immer gemacht, eine Spontansprachdiagnostik machen.

00:27:04: Das heißt, wir gehen ins freie Spiel mit dem Kind und provozieren mit unserem Spiel.

00:27:10: Auch wie der erwachsene Therapeut, vierjähriges Kind, provozieren eine Situation, wo das Kind möglichst natürlich sprechen soll.

00:27:17: Damit wir erfahren können, wie spricht dann das Kind.

00:27:19: Natürlich, spontan.

00:27:21: So, es ist auch wieder eine künstlich erzeugte Situation.

00:27:24: Und in diesem Talkprojekt hat man jetzt Folgendes gemacht.

00:27:27: Man hat Kindersprachdaten gesammelt, wenn die Kinder von Kind zu Kind sprechen im Kindergarten, also sich mit Freunden unterhält.

00:27:35: Oder wenn Kinder tatsächlich sich mit ihren Eltern unterhalten, zu Hause, in einer natürlichen Situation.

00:27:41: Und diese Sprachdaten ermöglichen es, echte Diagnostik zu machen und einen echten Eindruck davon zu gewinnen, wie das Kind spricht.

00:27:50: Und dann kann ich als Logopädin entscheiden, spricht das Kind phonetisch-phonologisch korrekt?

00:27:56: Das heißt, spricht es die Sprechlaute korrekt?

00:27:59: Spricht es grammatikalisch korrekt?

00:28:01: Spricht es syntaktisch korrekt?

00:28:03: Also kann es Sätze

00:28:06: richtig bilden mit Subjekt, Prädikat und Objekt.

00:28:10: Setze Sprache pragmatisch korrekt ein, also situationsgerecht korrekt ein.

00:28:14: Und das kann ich alles mit diesen Sprachdaten oder mit solch einer KI analysieren, die mit solchen Sprachdaten gefüttert, trainiert wurde.

00:28:26: bisher ist es so, dass nur Sprachdaten von Erwachsenen, gesunden Sprechern vorherrschen, aber noch nicht von Kindern.

00:28:32: Und genau das hat dieses Projekt gemacht und das finde ich wirklich

00:28:35: super wertvoll und hat dann einfach auch den Mehrwert für diese Diagnostik und nicht nur für die Logopädie, sondern ich glaube auch in ganz vielen anderen Bereichen für die

00:28:43: Medizin und ja, das wäre mal so ein Beispiel.

00:28:48: Das ist ein schönes Beispiel.

00:28:49: Jetzt sind wir aber wieder so ein bisschen im Bereich Diagnostik.

00:28:52: Gibt es sonst noch auch Themen, wo man sagt, da könnte man KI eigentlich auch ganz gut einsetzen?

00:29:00: Also wenn ich jetzt wieder für die Logopädie spreche,

00:29:04: stelle ich mir auch vor, dass Menschen, die häufig ihre Sprache und ihre Sprechweise und auch ihre Stimme trainieren müssen, nehme mal das Beispiel ein Parkinson-Patient.

00:29:16: Du hattest es vorhin kurz angedeutet in der Vorstellung, dass ich mich mit Morbus Parkinson auseinandergesetzt hatte im Rahmen eines Forschungsprojektes.

00:29:24: Menschen mit Parkinson, also man nennt das heute die Parkinson-Krankheit, nicht mehr Morbus Parkinson, die

00:29:33: Manche von denen bilden eine Dysartrie aus, das ist eine Sprechverständlichkeitsstörung und die ist geprägt durch eine sehr monotone Sprechweise, teilweise auch sehr leise,

00:29:43: teilweise auch sehr unverständlich und verwaschen, würde man so sagen.

00:29:49: Und das Problem ist, dass diese Menschen aber keine eigene Wahrnehmung für ihre Sprechweise haben.

00:29:54: Das heißt, sie brauchen ein Feedback von außen.

00:29:57: Das kann jetzt die Ehefrau oder Angehörige

00:30:02: oder auch der Ehemann sein, die immer Feedback geben und sagen, du bist zu leise, du sprichst zu undeutlich, wiederhole das bitte nochmal.

00:30:11: Aber vielleicht kannst du dir vorstellen, dass das zum einen den Patienten irgendwann nervt, wenn man ständig gesagt bekommt, mach mal so, mach mal so.

00:30:21: Und auch die Angehörigen kostet es auch viel Kraft, immer Feedback zu geben für den Angehörigen.

00:30:29: Und da könnte beispielsweise eine KI bzw.

00:30:31: kann auch schon eine KI, du hattest Easy Speech schon mal angesprochen, kann zum Beispiel dieses objektive Feedback geben und das 24-7 und immer auch zu den Zeiten, wenn der

00:30:44: Patient gerade Lust hat auch zu üben an seiner eigenen Sprechweise.

00:30:48: Und dann kann solch eine KI wie beispielsweise Easy Speech eben sagen zu leise, zu laut, zu undeutlich, zu

00:30:58: wenig geatmet, zu hoch die Stimme und so weiter.

00:31:04: Und da sehe ich auch ganz, ganz großen Mehrwert einfach, dass die Therapiefrequenz für Patienten, die eine hohe Therapiefrequenz brauchen, beispielsweise ein Aphasiepatient oder

00:31:14: ein Dysartripatient, benötigen circa vier bis fünfmal Therapie pro Woche.

00:31:19: Und wir hatten ja vorhin schon gesagt, oder hatten wir schon gesagt, Fachkräftemangel spielt natürlich auch in der Logopädie eine große Rolle und das kann keine Praxis leisten.

00:31:28: Genau, wir hatten von Wartelisten gesprochen.

00:31:30: Genau, Aber Fachkräftemangel ist auch schon ein Punkt, auf den ich nachher gerne kommen würde.

00:31:34: Ob du glaubst, wie denn die KI da auch unterstützen kann.

00:31:38: Bevor wir darauf vielleicht kommen, du hast gerade gesagt, du sprichst zu leise, du atmest falsch und so weiter.

00:31:45: Das ist ja tatsächlich was, was ich spannend finde.

00:31:46: Viele Menschen atmen ja auch falsch.

00:31:48: Also ich habe mich aufgrund, ein bisschen mal da jetzt nicht intensiv, meine Frau, mehr beschäftigt mit dem Thema.

00:31:56: Könnte da die KI auch helfen zu sagen, wir hätten Unterstützung beim richtig Atmen?

00:32:05: Viele sind ja dann Mundatmer anstatt Nasenatmer und so weiter und so fort.

00:32:09: Das hat ja auch viele negative Auswirkungen, wenn ich auf einmal Mundatmer bin und so weiter.

00:32:15: Könnte da theoretisch das ein Ansatz sein, auch KI zu nutzen?

00:32:20: Also ich habe jetzt dazu keine konkreten Forschungen, habe jetzt dazu auch persönlich jetzt noch nichts.

00:32:25: gelesen.

00:32:26: Ich weiß jetzt nur, dass wir in der Anwendung Easy Speech eben die Atemfrequenz zum Beispiel auch messen und dann per Grafik spiegeln, sodass der Patient einfach ein Bild

00:32:37: davon bekommt, ob er Atempausen macht, weil das ist wichtig für die Produktion von Stimme und Sprechen.

00:32:44: Aber ich denke, dass die KI grundsätzlich absolut Potenzial hätte auch

00:32:51: dass den Atemrhythmus, Atemfrequenzen auch gut über Video und Audio gut zu messen, zu beobachten und auch Hinweise dem Atmenden zu geben.

00:33:06: Also uns allen.

00:33:09: habe ich auch noch nie so gesagt, dem Atmenden einfach Feedback dazu zu geben, ob es vielleicht, ob derjenige vielleicht eine Hochatmung hat oder ob

00:33:19: dann der Atem wirklich auch tief genug ist.

00:33:21: Denn wir brauchen zum Beispiel in der Stimmtherapie, es spielt Atmung natürlich eine ganz wichtige Rolle oder auch für Sänger, für professionelle Sprecher, so wie dich.

00:33:31: Du bist ja auch Podcast-Host hier und du bist Professor.

00:33:35: Professioneller Sprecher bin, weiß ich nicht.

00:33:37: Du bist aber ein Berufssprecher, nennen wir es so.

00:33:40: Deine Stimme, dein Sprechen, deine Sprache brauchst du, deinen Job auszuführen.

00:33:45: Und da ist es natürlich wichtig, dass die Atmung funktioniert.

00:33:50: Sonst ist es schwer, den ganzen Tag sprechen zu können mit einer entspannten Stimme.

00:33:56: Und ich bin mir sicher, vielleicht jetzt, nachdem das hier gehört wurde, gibt es Leute, sagen, lass uns mal eine KI bauen, die den Atemrhythmus von Menschen analysiert und

00:34:09: Feedback dazu gibt.

00:34:11: Und wenn es keine macht, dann machen wir es ganz einfach.

00:34:13: Dann machen wir es.

00:34:16: Ah, Ideen habe ich genügend.

00:34:19: Schon einige Start-ups sind in meinem Kopf schon ausgegründet.

00:34:23: Ja dann, los geht's!

00:34:26: Das ist doch gut.

00:34:29: Ich möchte jetzt nicht entlocken, diese Ideen.

00:34:31: Nicht, dass das noch mehr abläuft und denkst, oh, hätte ich es doch gemacht.

00:34:35: Ein bisschen teasern könnte ich es vielleicht.

00:34:38: Haben auch alle was mit KI und LogoBit.de natürlich zu tun.

00:34:43: Wenn du es teasern magst, kannst du es gerne teasern.

00:34:47: Ja, wir hatten ja schon das Thema Fachkräftemangel.

00:34:50: Wir hatten schon das Thema Wartelisten.

00:34:56: Meine Idee ist, als ich, so hatte ich ja gesagt, ich hatte lange eine Praxis und als ich die gegründet hatte am 01.01.2004, saß ich natürlich mal ganz alleine in meiner Praxis und

00:35:11: komplett ohne Kollegen und Kolleginnen und aber auch ohne Patientinnen.

00:35:15: Das hat ja mal bei Null angefangen.

00:35:18: Und ich weiß noch, wie ich dann meine Mutter irgendwann anrief und ganz stolz sagte, ich habe meinen ersten Patienten.

00:35:25: Wahnsinn.

00:35:26: Ich ganz stolz, erinnere ich mich noch wie heute.

00:35:28: weiß sogar noch, wie sie heißt, das kann ich jetzt hier aber nicht sagen.

00:35:33: Datenschutz, genau.

00:35:34: Soweit geht es da nicht.

00:35:37: Was ich damit sagen will, ist, es gibt viele, viele Praxen, wo man erstmal alleine ist, wo man vielleicht auch alleine bleibt, weil es einfach zum Lebensmodell dazu passt.

00:35:49: Aber manchmal ist es so, dass man ganz viele Fragen hat,

00:35:55: Themen, die Patientinnen einfach mitbringen.

00:35:59: Aber wenn man dann alleine ist, dann sind diese Fragen oft zu viel und man kann nicht alle beantworten.

00:36:04: Denn klar hat man Logopädie gelernt, studiert, aber auch die Logopädie hat ein wahnsinnig großes Spektrum an Störungsbildern, Wissen und das reicht eben von Störungsbildern von

00:36:21: Säuglingen bis hin zum hohen Alter, wenn wir von neurologischen Sprach- und Sprechstörungen sprechen.

00:36:27: Und das kann man nicht alles wissen.

00:36:29: Und deswegen dachte ich mir, wie cool wäre es doch einfach, wenn wir uns ein KI-Kollegen oder-Kollegin bauen, so ein Lobo-Buddy sozusagen, den ich alles fragen kann und auch dumme

00:36:41: Fragen stellen kann.

00:36:43: Und dass ich da eine fundierte, möglichst noch evidenzbasierte Antwort bekomme, wie ich

00:36:50: ein Störungsbild, was ich vielleicht nicht so häufig therapiere, gestalten kann.

00:36:54: Und da geht es nicht dann meine Eitelkeit, dass ich irgendwas nicht weiß, sondern das geht am Ende immer den Patienten, der die bestmögliche Therapie verdient hat, finde ich.

00:37:05: Und daher bin ich dabei, solch einen Kollegen zu bauen.

00:37:11: Da kann ich der Kontakt herstellen zum Frank Rauchfuß.

00:37:14: Der war erst vor zwei Folgen bei mir auch.

00:37:19: Die DxI, bauen solche Digital Expert Twins.

00:37:24: Cool.

00:37:26: Also die machen sowas.

00:37:29: Das geht genau in das Thema rein.

00:37:31: Ja, das ist jetzt nichts Neues.

00:37:33: Das machen, glaube ich, auch viele.

00:37:37: Das kannst du ja für alle verschiedenen Bereiche machen.

00:37:40: Ja, ich habe noch weitere Ideen, aber die behalte ich jetzt erstmal noch für mich.

00:37:45: Dann lass vielleicht noch zum Thema Fachkräftemangel kommen.

00:37:49: Glaubst du, wie wird sich das auswirken?

00:37:55: Ich sage mal so, wir haben gar keine andere Wahl, als KI zu benutzen.

00:38:01: Als ich angefangen habe, Logopädie zu lernen, das war 2000.

00:38:07: Das war direkt nach meinem Abitur, Millennium-Abi und dann sofort in die Logopädie, weil ich hatte ja einen Plan.

00:38:13: Ich wusste, das will ich machen, das mache ich.

00:38:16: Und da war die Logopädie-Welt gefühlt noch völlig in Ordnung.

00:38:20: Das wollten viele Menschen machen, die Klassenräume waren voll.

00:38:24: Logopädie war und ist ein superspannender Beruf.

00:38:29: Aber irgendwann haben Menschen dann auch festgestellt in der Logopädie, okay, das ist ein sehr fordernder Beruf, bei dem man auch nicht wirklich viel Geld verdient, bei dem man

00:38:36: auch erstmal viel investieren muss, diesen Beruf zu lernen.

00:38:39: Denn die Ausbildung dazu war bisher

00:38:44: kostenpflichtig.

00:38:44: Meine Eltern haben, glaube ich, 21.000 Euro dafür bezahlt, dass ich Logopädin werden durfte.

00:38:50: Und der Beruf hat dann irgendwann an Attraktivität verloren.

00:38:54: Nicht weil er kein schöner Beruf ist, im Gegenteil, ein sehr erfüllender, schöner, kreativer, vielfältiger Beruf.

00:39:02: Aber einfach viele Rahmenbedingungen passten einfach nicht.

00:39:06: Und das hatte zur Folge, dass die Zahl der Menschen in den Klassenräumen immer weniger wurde.

00:39:12: Und

00:39:13: dass auch viele Menschen, es gibt so einen Artikel oder eine Studie, jetzt komme ich gerade nicht mehr darauf, wie das hieß, von der Prof.

00:39:22: Dr.

00:39:22: Sabine Hammer war das damals aus Idstein, ich bin dann mal weg, so hieß dieses Studienvorhaben.

00:39:32: Und da ging es die Berufsflucht von Logopädinnen.

00:39:36: Und da wurde dann beschrieben, was so die Gründe sind, warum Menschen eben diesen Beruf verlassen oder gar nicht erst beginnen zu lernen.

00:39:42: Naja, und das sind alles

00:39:43: Ursachen auch dafür, warum wir relativ wenig Logopäden und Logopädinnen sind in Deutschland.

00:39:48: Also wir sind ungefähr 30.000 Logopäden in Deutschland.

00:39:53: Jetzt du siehst mich ja nicht, aber ich kann dich sehen.

00:39:56: Ich habe gerade so eine kleine Falte auf deiner Stirn gesehen, so nach dem Motto, so wenig sind es jetzt auch nicht.

00:40:04: Wie kann ich das deuten?

00:40:05: Das war tatsächlich eher so, okay, 30.000 ist tatsächlich echt nicht viel.

00:40:11: Krass, ich hätte jetzt mehr gedacht.

00:40:16: Physiotherapeutinnen gibt es deutlich mehr, die haben so über 200.000.

00:40:20: Und zusammen mit den Ergotherapeuten sind wir ungefähr 330.000 in Deutschland.

00:40:28: Heilmittelerbringer nennen wir uns ja dann, oder wir gehören zur Gruppe der Heilmittelerbringenden.

00:40:34: Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Erdharm.

00:40:36: Heilmittelerbringer, das ist ja irgendwie Schamane, aber es ist natürlich nicht Schamane, weil es gibt.

00:40:42: Noch schlimmer wird es, wenn ich dir sage, dass die Logopädie teilweise heute immer noch als Hilfsberuf der Ärzteschaft bezeichnet wird.

00:40:50: Aber gut, das ist wieder ein anderer Podcast, da würde es dann um Akademisierung und sowas gehen.

00:40:55: Jetzt habe ich meinen Faden verloren.

00:40:57: Es ging grundsätzlich immer noch um die Berufsfrucht, Fachkräftemangel und so weiter.

00:41:02: Genau.

00:41:05: Genau, ich hatte von Gründen gesprochen, warum einfach immer weniger Leute diesen Beruf ergreifen und auch aus diesem Beruf flüchten.

00:41:13: Ja, und das hat einfach zur Folge, dass die Wartelisten in den Praxen immer länger werden, dass viele auch überlastet sind von der vielen Arbeit, deswegen dann auch wieder den Beruf

00:41:22: verlassen.

00:41:23: Wir haben genau nur 30.000 Logopädinnen und da kann ich fast schon Logopädinnen sagen, denn wir sind meistens weiblich in diesem Beruf.

00:41:36: Das hat auch zur Folge, dass viele auch in Teilzeit arbeiten.

00:41:40: Und das minimiert schon so bisschen die Leistungskraft vorne an der Praxisfront.

00:41:46: Und dann kommt auch noch hinzu, dass nicht jeder und jede Logopädin in allen Störungsbereichen natürlich auch zu 100 Prozent topfit fokussiert ist.

00:41:59: Also ich kann von mir nur sprechen.

00:42:01: Ich bin im Bereich der Kindersprache-Stimmtherapie.

00:42:06: Das war so mein Fokus.

00:42:07: Aber wenn man mich damals was zum Thema Afasie gefragt hat, konnte ich mir so ein bisschen was aus meinem Studien noch zusammen stottern oder auch zum Thema stottern hatte ich auch

00:42:16: nicht so viel Ahnung.

00:42:18: Das heißt also, es minimiert sich einfach so die Fachkraft.

00:42:25: Und da denke ich einfach, dass KI wirklich, dass wir gar nicht darum herumkommen, KI einzusetzen und auch nicht nur KI, sondern auch Apps, einfach.

00:42:35: technische Hilfsmitteleinsätzen, diesem Fachkräftemangel einfach zu begegnen?

00:42:39: Ich meine, ist ja das eine.

00:42:40: Wir können dem Fachkräftemangel ja damit begegnen.

00:42:44: Auf der anderen Seite muss es aber auch akzeptiert werden.

00:42:47: Auch von der Bevölkerung.

00:42:48: Und das Thema der Therapiewissenschaften oder auch Logopädie, das ist ja sehr beziehungsorientiert auch, wenn ich mir das auch jetzt vorstelle, so was ich kenne.

00:42:58: baut man ja auch eine Beziehung auf.

00:43:00: Glaubst du, dass die Bevölkerung oder die, die es brauchen,

00:43:05: auch akzeptieren und dass das dann auch so wirksam ist oder die Wirkung entfaltet, wie wenn man persönlich mit einer Logopädin sprechen würde.

00:43:24: Es ist interessant, dass du das so sagst.

00:43:27: Das Witzige ist, dass die Patientinnen das schon längst akzeptiert haben.

00:43:31: in die Praxen gehen und sagen, ich möchte bitte mit KI arbeiten, ich möchte bitte mit Apps arbeiten und mit allen technischen Spielereihen, die sie sonst noch so zur Verfügung

00:43:40: haben.

00:43:41: Das Problem lag auf der anderen Seite, auf der Seite der TherapeutInnen, dass dort lange Zeit die Technik nicht akzeptiert wurde.

00:43:49: Das hat was mit der grundsätzlichen Berufsidentität der Logopädinnen zu tun.

00:43:54: Denn, wie ich schon gesagt habe, ich habe den Beruf mal gewählt, weil ich

00:44:00: kommunizieren wollte.

00:44:03: Und weil ich doch was mit Menschen machen wollte.

00:44:08: Und da stand ganz lange das Thema Technik konträr zu diesem Gefühl, kommunizieren zu wollen.

00:44:16: Mit Corona hat sich das verändert, weil man festgestellt hat, wie ich schon vorhin sagte, dass das einfach nur ein weiterer Kanal ist, um zu kommunizieren.

00:44:25: Da wurde die Akzeptanz deutlich höher.

00:44:29: Und ich kann vielleicht auch nochmal von einem Forschungsstrang jetzt aus Jumei nochmal berichten.

00:44:37: Die Dr.

00:44:38: Sophie Beretta hat eine interessante Studie gemacht.

00:44:42: Das nennt sich JOPI, J-O-P-I.

00:44:46: Die haben einen Job Perception Inventory gemacht.

00:44:49: Die wollten nämlich herausfinden, was ist die Berufsidentität

00:44:55: von verschiedenen Arbeitsfeldern und die haben sich interessanterweise die Logopädie angeguckt.

00:44:59: Von allen großen Berufsfeldern, die es so auf der Welt gibt, sie haben sich die Logopädie angeguckt.

00:45:05: Da habe ich Sophie direkt anrufen und sagte, danke, endlich guckt sich mal die Logopädie an.

00:45:10: Und natürlich, was haben die rausgefunden?

00:45:12: Die Leute empfinden ihre Berufsidentität eben als hands-on.

00:45:17: Therapiebeziehung steht im Fokus und so weiter.

00:45:21: Dann haben die dort in ihrer Forschung

00:45:24: ein KI-basiertes Tool eingeführt, nur theoretisch, und haben dann später nochmal gefragt, ob sich dann die Berufsidentität verändert.

00:45:34: Und da ging es dann darum, dass sie einfach gesehen haben, nein, sie wird ja dann doch erweitert und unsere Berufsidentität, dass wir kommunizieren, dass wir direkt am Patienten

00:45:45: sind und eine therapeutische Beziehung zu dem oder eine gute Therapeut-Patient-Innen-Beziehung aufbauen, steht dem nichts im Wege.

00:45:52: Und das fand ich ganz interessant.

00:45:55: Ja und wenn wir zum Beispiel auch Studien aus Australien oder so sehen, dort sehen wir, dass die Akzeptanz von PatientInnen super hoch ist, aber auch von den TherapeutInnen

00:46:04: mittlerweile.

00:46:04: Und ich habe einfach das Gefühl, dass das in Deutschland auch mehr und mehr und mehr wird.

00:46:10: Also aus deiner Sicht, was ich ändern muss oder zwingen ändern muss, dass da mehr hineinkommt, ist einerseits das ganze Thema Datenschutz.

00:46:17: Also wie schaue ich da auf die Themen Daten?

00:46:21: Also ich gehe mal davon aus, dass es

00:46:23: Blick in die Richtung ist, stell jetzt die Hypothese auf, wenn der Mehrwert größer ist als der Schaden, man anrichten kann, why not, warum machen wir es dann nicht.

00:46:33: Und auf der anderen Seite der Akzeptanz der Therapeuten, das mit zu betrachten und wenn das gegeben ist, dann kann da auch Veränderung passieren im Therapiesystem.

00:46:45: setze mal so aus.

00:46:47: Ja, das denke ich auch.

00:46:48: Wenn da noch mehr sichere Rahmenbedingungen geschaffen wird, die Vertrauen schaffen,

00:46:53: glaube ich, dass noch mehr sich trauen werden, solche Tools einfach mal auszuprobieren, dann festzustellen, wow, es funktioniert ja richtig gut.

00:47:01: alle, also wir haben zum Beispiel eine Machbarkeitsstudie durchgeführt mit einem KI-basierten Tool, du hast es angesprochen, Easy Speech, in einem echten klinischen

00:47:10: Setting.

00:47:11: Und da weiß ich noch, dass wir ganz am Anfang, als wir die Technologie eingeführt hatten und einen Workshop durchgeführt hatten, zu dieser Technologie, zu der Studie und so

00:47:19: weiter, da waren unsere TherapeutInnen, die dort mitgemacht hatten, auch eher so.

00:47:23: erst mal skeptisch.

00:47:24: Und am Ende hieß es dann nach einem Jahr Studie, hm, das soll es jetzt gewesen sein, können wir bitte dieses Tool weiter benutzen?

00:47:34: Und auch die Patientinnen haben gesagt, darf ich jetzt das Tablet behalten und darf ich bitte dieses Tool weiter benutzen?

00:47:39: Also immer wenn die Leute ins Tun kommen und es ausprobieren und feststellen, welchen Mehrwert das bietet für beide Seiten, dann lassen sie es eigentlich auch nicht mehr los.

00:47:50: Aber wie du schon sagst,

00:47:51: die Rahmenbedingungen, Datenschutz, wir stimmen.

00:47:54: Gibt es eigentlich eine unbequeme Wahrheit über das Thema Digitalisierung und KI, die im Gesundheitswesen oder in Therapiewissenschaften zu selten ausgesprochen wird aus deiner

00:48:02: Meinung?

00:48:05: eine unbequeme Wahrheit.

00:48:06: jetzt, meine, man kann sich immer vor gewissen Dingen verstecken und sagen, deshalb machen wir es nicht und irgendwie zu sagen, okay, wir müssen eigentlich Tacheles reden.

00:48:18: Ich gehe mir zu den Radiologen, die KI wird es einfach besser können am Ende und schneller können und effizienter können.

00:48:25: Punkt.

00:48:26: Und wahrscheinlich eher was entdecken, als wenn nur das menschliche Auge draufschaut auf die Röntgenbilder und so weiter oder MRT-Bilder.

00:48:35: Ja, auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt vielleicht auch unbeliebt mache.

00:48:41: Einfach mal diese Eitelkeit beiseite legen, dass man alles kann in der Logopädie.

00:48:48: Weil, wie gesagt, ich als Logopädin würde nie behaupten, dass ich alle Störungsbilder beherrsche in der Therapie, in der Diagnostik und so weiter.

00:48:58: Und einfach mal diese Eitelkeit ablegen, dass man das alles kann.

00:49:02: Und KI ist einfach ein super spannendes Tool.

00:49:05: was mich dabei unterstützen kann.

00:49:07: Und es geht in der Therapie nicht mich.

00:49:09: Es geht die Patienten.

00:49:10: Und deswegen denke ich als unbequeme Wahrheit, Leute, lasst mal die Eitelkeit weg und lasst euch helfen.

00:49:18: Und KI ist da ein super geeignetes Tool für, da muss man auch nicht mal den Kollegen sagen, dass man keine Ahnung hat.

00:49:24: Die KI nimmt es einem nicht übel.

00:49:27: Die sagt noch, toll, dass du fragst.

00:49:30: Und hilft mir dann auch noch.

00:49:31: im worst case, nein, noch nicht mal im best case.

00:49:34: Ich lerne doch so viel dazu.

00:49:36: Wenn ich jetzt mir durch die KI sagen lasse, wie ich eine Dysartri behandeln kann, lerne ich doch einfach nur dazu.

00:49:44: Und deswegen, genau, Ablegen von Eitelkeit.

00:49:47: Okay.

00:49:48: Und bevor wir dann wirklich jetzt auch auf die Zielgerade biegen, gibt es unbedingt irgendetwas, was jetzt sagt, TherapeutInnen, EntschadernInnen, wie auch immer in dem

00:49:59: ganzen Therapiesystem?

00:50:01: Therapiewissenschaften eigentlich verstehen müssen, bevor sie auch das Wort KI in den Mund nehmen und sagen, wir machen jetzt KI oder was wichtiges zu verstehen, wenn sie in diese

00:50:09: Richtung gehen?

00:50:13: Hört mein Podcast.

00:50:16: Ja, ist verlinkt in den Show Notes.

00:50:23: Ja, also ich sage ja immer, ich rede immer ganz viel von digitaler Kompetenz, digitaler Reife und sage, ja es ist wichtig, dass wir in der Lehre, im Studium der Logopädie

00:50:41: unbedingt diese Themen aufnehmen müssen, dass sie einfach normaler werden, handhabbarer werden, vorstellbarer werden.

00:50:51: Also für mich ist es erstmal wichtig, dass das einfach in die Leere kommt, dass wir die Scheu davor vielleicht verlieren und dass wir einfach bessere digitale Kompetenzen

00:51:02: erwerben, Leitfäden erwerben, wie wir solche Tools einsetzen.

00:51:08: Aber das klingt jetzt auch schon wieder relativ kompliziert, was ich hier einfach sage.

00:51:13: Am Ende des Tages würde ich immer sagen, probiert es aus, nutzt keine Patientendaten.

00:51:21: schreibt sie bitte nicht in ein Sprachmodell hinein, aber spielt einfach mal mit diesen Tools rum.

00:51:29: Lasst euch helfen, stellt Fragen, fragt Menschen, die es schon ausprobiert haben und probiert es einfach aus und stellt fest, wie toll es wird und lernt einfach spielerisch

00:51:41: auch damit umzugehen.

00:51:42: Und es macht auch Spaß.

00:51:44: Und kommt zur Frühjahrsmesse am 26.02.

00:51:48: Die Frühjahrsmesse.

00:51:49: Das hast du vergessen noch.

00:51:53: Ja, die ist auf jeden Fall toll.

00:51:56: Das ist unsere Abschlussmesse sozusagen auch, denn das Projekt, wie ich sagte, endet ja auch jetzt am 31.3.

00:52:04: und dort stellen dann einfach nochmal alle wissenschaftlichen Mitarbeitenden dieses Projekts nochmal alle ihre Erkenntnisse.

00:52:14: Wir haben eine richtige Toolbox entwickelt, wie KI in verschiedene Unternehmen implementiert werden kann.

00:52:20: Und wer zum Beispiel sagt, hey, ich möchte in meinem Unternehmen, es muss jetzt nicht die logopädische Praxis sein, das kann wirklich jetzt alle Bereiche sein, wer sagt, ich möchte

00:52:29: gerne, dass das Thema KI in meinem Unternehmen eine Rolle spielt, kommt zu dieser Frühjahrsmesse, denn dort hat man ganz, ganz viele verschiedene Expertisen bis zur

00:52:39: Betriebsvereinbarung zu KI.

00:52:42: wie man KI implementieren kann in das Unternehmen.

00:52:44: Das sind ganz viele schlaue Leute, die ihr Wissen gerne teilen.

00:52:48: Und darüber hinaus ist es so, das Projekt, wie gesagt, endet, aber es verstetigt sich über einen Verein.

00:52:54: Also es gibt dann noch den humAIne EV, also richtig kreativer Titel, wo man auch nach diesem Projekt immer Expertise abgreifen kann und sagen, hey, das und das ist mein Case,

00:53:08: das ist mein Unternehmen.

00:53:09: das habe ich jetzt schon 20 Jahre und möchte jetzt KI starten oder ich möchte ein neues Unternehmen starten und ich möchte, KI dort eine Rolle spielt, dann ist humAIne auf jeden

00:53:18: Fall eine ganz tolle Anlaufstelle, um sich dort das Wissen abzuholen und einfach fragen.

00:53:25: Sehr gut.

00:53:26: So, dann kommen wir zur letzten Frage, Anika.

00:53:30: Schade.

00:53:30: Drei Learnings, die du den Zuhörerinnen mitgeben möchtest.

00:53:34: Die können privater Natur sein, die können aber auch beruflicher Natur sein.

00:53:37: Du kannst es dir aussuchen.

00:53:40: Okay.

00:53:42: Meine Learnings.

00:53:46: KI macht Spaß und hat mich persönlich auch sehr weitergebracht.

00:53:54: Ein wichtiges Learning, was vielleicht gar nicht so jetzt mit meiner Arbeit zu tun hat, ist, dass ich in den letzten fünf Jahren meinen Superskill ausgelebt habe und erweitert

00:54:06: habe.

00:54:07: Den möchte ich hier einmal teilen.

00:54:08: Mein Superskill ist zuzugeben, dass ich ganz viel nicht weiß.

00:54:13: Aber ich weiß, wen ich fragen kann.

00:54:15: Ich frage dann auch einfach und so würde ich es vielleicht auch machen, wenn man sich mit KI beschäftigen möchte.

00:54:20: Geht los, legt eure Eitelkeit ab und fragt Menschen.

00:54:25: Erstens macht das Spaß.

00:54:29: Und ja, man lernt einfach wahnsinnig viel dazu.

00:54:33: Und das Dritte.

00:54:37: Ja, habt Spaß mit KI, probiert es aus.

00:54:42: Und.

00:54:44: Ja.

00:54:45: Okay, sehr gut.

00:54:47: Dann danke schön dafür.

00:54:51: Danke für deine Einblicke in das Thema Therapiewissenschaften und vor allem auch in das Thema Logopädie.

00:55:00: Echt spannende Infos auch drinnen.

00:55:02: Einerseits, dass es nur 30.000 sind und wenn man sich dann vorstellt, viele auch noch in Teilzeit, also wie wenige es eigentlich in ganz Deutschland gibt und was aber eigentlich

00:55:12: für ein Bedarf da ist.

00:55:13: Wenn man auch mal so in die Schulen reinschaut und sich denkt so, wo soll denn das, wie sollen wir das bewältigen?

00:55:20: Und dass da einfach wirklich massives Potenzial da ist, mit KI auch dem Fachkräftemangel zu begegnen, dass das ein wirklich schönes Beispiel ist und auch ein Blick darauf, wie wir

00:55:35: dem begegnen könnten oder was dann da notwendig ist, sei es jetzt Daten und auch Akzeptanz.

00:55:41: Und auch deine Beispiele, die du gebracht hast, wo eigentlich KI heutzutage schon wirklich super eingesetzt werden kann.

00:55:48: Also es war für mich super spannend.

00:55:51: Liebe Anika, herzlichen Dank für Mir hat es auch viel Spaß gemacht.

00:55:54: schön.

00:55:56: Und ich freue mich, wenn wir uns vielleicht dann auch irgendwann, wenn bei uns dieser Moment irgendwann da ist, so wow, krass, ja.

00:56:06: nicht nur virtuell, sondern auch physisch uns zu sehen.

00:56:09: Ja, sehr gerne.

00:56:11: weißt, persönliche Treffen.

00:56:12: Er ist wirklich groß, oder?

00:56:13: Wie groß bist du eigentlich?

00:56:15: Ich?

00:56:16: Ich bin 1,89 m.

00:56:18: Ach guck mal, dann müsste ich deutlich zu dir hoch gucken.

00:56:20: Ich bin 1,68 Dann wissen wir das schon mal.

00:56:23: Naja, nicht schlecht.

00:56:26: Ja, du müsstest drauf schauen.

00:56:29: Ja, dann wissen wir das.

00:56:30: Dann müssen wir uns irgendwas anderes überlegen, was so diesen Wow-Effekt ausmacht.

00:56:34: Beim nächsten Mal werde ich dann auf jeden Fall eine meiner konkreten Start-up-Ideen mitbringen und dann können wir darüber sprechen.

00:56:39: Sehr gut.

00:56:40: Ja, können wir drüber quatschen.

00:56:42: Finde ich super.

00:56:44: Ja, Anika, danke.

00:56:46: Und ich habe schon gesagt, wir nehmen in der Früh auf.

00:56:50: Hab ich das gesagt?

00:56:51: Wir nehmen den da früh auf.

00:56:52: Ich wünsche dir jetzt einen wunderbaren restlichen Tag und alles Gute und vor allem liebe Grüße in den Norden und bis bald.

00:57:03: Ja, ich wünsche dir auch einen wunderbaren Tag.

00:57:05: Vielen Dank für diese Möglichkeit in deinem Podcast zu sein.

00:57:09: Es hat mir auch großen Spaß gemacht und bis bald.

00:57:13: Das war die Folge mit Anika Thurmann.

00:57:15: Alle Infos zu Anika, humAIne, der Ausstellung, Anikas Podcast und

00:57:20: Was wir sonst noch alles erwähnt haben in dieser Folge, findet ihr in den Show Notes.

00:57:25: In zwei Wochen geht's dann weiter.

00:57:26: Ich freue mich auf euch.

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